Eine Reise durch...

Mythologie

Legenden

Hexenverfolgung

Wann war was...

Zeitkreis
» Röm. Antike
» Mittelalter
» Romanisch
» Gotik
» Frühe Neuzeit
» Renaissance
» Barock
» Neuzeit
» Rokoko
» Romantik/Klassi.
» Moderne
» Impressionismus
» Neumoderne
» Moderne Kunst
» Future

Ägyptologie

 

 

Home -> ... die Zeit -> Zeitkreis der Geschichte -> Renaissance

[- Renaissance -]

 

Renaissance [Frühe Neuzeit]

Die Renaissance wird auf etwa 130 Jahre festgesetzt, also etwa 1400-1530 n.Chr. und gehört somit in das Zeitalter der frühen Neuzeit. Renaissance heißt Wiedergeburt. Es war Giorgio Vasari, der diesen Ausdruck in seinen Lebensbeschreibungen der italienischen Künstler schon 1550 zu Kennzeichnung seines Zeitalters erfand.

Damit meinte er die Wiederentdeckung der heidnischen Kultur der Antike nach dem langen Schlaf des Mittelalters. Und diese Renaissance zeigte sich vor allem in der Baukunst, der Skulptur und der Malerei und schuf die herrlichen italienischen Städte, die wir heute noch bewundern.

Mona Lisa © Leonardo da Vinci

Das war nicht zufällig so: Denn was da wiedergeboren wurde, waren der Genuss am Diesseits, die Sinnlichkeit, die Farben, das Licht und die Schönheit des menschlichen Körpers. Der Mensch kehrte aus dem Jenseits zurück und entdeckte das Paradies auf Erden. Es war ein Paradies von Formen und Farben. Diese Entdeckung löste einen Taumel aus. Die Renaissance erlebte sich als Fest, als Überschwang und als Exzess, und deshalb drückte sie sich vor allem in den Künsten aus, die die Sinne ansprachen und noch immer ansprechen: Architektur und Malerei.

Große Maler bzw. Künstler in dieser Zeit waren Sandro Botticelli aus Florenz [1444-1510], Leonardo da Vinci aus Vinci [bei Empoli; 1452-1519], Michelangelo Buonarrotti [1475-1564], Tizian [1477 oder um 1487/ 90-1576] und Raffael [eigentlich Raffaello Santi; 1483-1520].

Warum aber versiegte die Renaissance so schnell - nach 130 Jahren - wieder? -Weil ein Italiener und ein Deutscher sie zuschütteten: 1492 entdeckte der Genuese Cristoforo Colombo Amerika, und die Portugiesen fanden den Seeweg nach Indien. Danach zogen die Kaufleute Nordwesteuropas es vor, ihre Waren über Antwerpen und Lissabon ein- und auszuführen. Das Erbe Italiens traten die Niederländer an. Die Renaissance konnte nur durch Geld entstehen, versiegt der Handel, versiegen die Luxuseinnahmen und so konnte man sich den Stil der Kunst einfach nicht mehr leisten.

1517 schlug der Augustinermönch Martin Luther 95 Thesen mit religiös äußerst unkorrektem Inhalt an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg, die einer verbreiteten, wenn auch latenten [unterschwelligen] Unzufriedenheit mit der Kirchenleitung öffentlichen Ausdruck verlieh. Aus dem Rinnsal der Unzufriedenheit wurde schnell ein Dammbruch, der die Kirche endgültig spaltete. Am Ende, als die Wasser sich wieder verlaufen hatten, ließen die Fluten drei Lager zurück.

Für Italien bedeutete die Spaltung der Kirche, dass der Geldstrom, der in der Form zahlloser Abgaben und Gebühren Italien befruchtet hatte, fast austrocknete. Mit der Entdeckung Amerikas und der Reformation verlor Italien gleich zwei seiner wichtigsten Geldquellen. Davon hat es sich nicht mehr erholt. Statt dessen folgte der Schwerpunkt Europas der Sonne und wanderte nach Westen.

Für die mittelalterliche Kunst - um zum Thema zurückzukommen - ist kennzeichnend, dass sie 1. im Dienst der Kirche die Religion bebilderte, also nicht autonom war, 2. dass die Künstler sich als Handwerker empfanden und in Zünften organisiert waren und deshalb 3. anonym blieben, weil sie nicht etwas Originelles schaffen wollten, sondern nach Mustern kopierten.

Das alles änderte sich mit der Renaissance, die im Florenz des 15. Jahrhunderts ihren Ausgang nahm. Voraussetzung dafür war die Blüte der italienischen Städte und die Entstehung patrizischer Schicht, deren Reichtum es ihr ermöglichte, die führende Stellung durch Mäzenatentum, Prachtentfaltung und öffentliche Aufträge an Künstlern zu legitimieren. Jetzt wird die Kunst selbstständig.

Die Künstler treten aus der Zunftordnung aus und damit als Persönlichkeiten in Erscheinung. Kunst wird nun gegen Handwerk profiliert. Handwerk ist Nachahmung, Kunst Neuschöpfung. Damit wird der Künstler zum Schöpfer, also zum kleinen Bruder oder sogar zum Sohn Gottes. Deshalb malt Dürer sich als Christus. Da Kunst jetzt alles zu ihrem Gegenstand machen kann, kommt es zu einem Exzess der detailversessenen Abbildung von allem und jedem.

Leonardo da Vinci skizziert Gräser, Blätter, Wasserwirbel, Tiere und alle Seiten des menschlichen Körpers. Weil der Künstler die Natur zum zweiten Mal erschafft, wird in der Renaissance die Kunst zur Naturnachahmung. Man untermauert das durch wissenschaftliche Studien der Anatomie, der Mathematik und der Proportionslehre. Ab 1420 beschäftigt sich der Freundeskreis von Brunelleschi in Florenz mit der Übertragung des räumlichen Sehens auf die Fläche und entwickelt die Ästhetik der Zentralperspektive.

Quelle: Bildung von Schwanitz

cover

» nach oben «

 

© Dragonfly-Webdesign 2005
 

Bluecounter Website Statistics Bluecounter Website Statistics