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Die Hexenprozesse und ihre Ursachen

Die letzte Hinrichtung einer Hexe in Europa fand im Jahr 1787 in der Schweiz statt. Historiker gehen heute davon aus, dass etwa 100 000 Menschen in Hexenprozessen hingerichtet wurden. Es wurden nicht nur Frauen angeklagt. 30% waren Männer und Kinder.

Die Opfer kamen überwiegend aus ärmeren Bevölkerungsschichten. Nach den neuesten Forschungen ist nicht davon auszugehen, dass es sich um eine spezielle Vernichtungskampagne von Hebammen, weisen Frauen oder Kräuterhexen handelte.

© Brian Froud

Historiker suchen heute noch nach Gründen, wie es zu den Hexenverfolgungen kommen konnte. Fest steht, dass im 16. und 17. Jahrhundert in Deutschland und Europa ein geistiges Klima herrschte, das die Verfolgungen begünstigte. Kriege, Krankheiten und Katastrophen erzeugten bei den Menschen Angst und Panik. Es herrschte Endzeitstimmung. Um 1590 wüteten die spanischen Truppen in Deutschland. Eine Pestepidemie raffte zum Teil die Hälfte der Bevölkerung hinweg. Überall in Mitteleuropa sanken die Temperaturen - die sogenannte kleine Eiszeit. Die Ernten verdarben, die Menschen litten Hunger, das Vieh starb. Krankheiten breiteten sich aus.

Prediger aller Konfessionen deuteten "die grossen und schrecklichen Zeichen am Himmel" als Strafe Gottes wegen der Sünden der Menschen. Die Menschen fragten sich, wieso diese Katastrophen passierten. Sie führten in ihrer abergläubischen Weise alles auf Schadenszauber zurück. Hexen wurden beschuldigt, den Menschen gezielt Schaden zuzufügen. Man suchte Sündenböcke - und man fand sie. In der abergläubischen Bevölkerung begann eine Hetzjagd auf die ‚Hexen'. In dem Buch "Hexenhammer" der Mönche Sprenger und Institoris erhielten die Richter Anleitungen für das Überführen von Hexen.

Die weltlichen Gerichte gingen nicht zimperlich mit den ‚Hexen' um. Die Angeklagten wurden gefoltert, bis sie ein umfassendes Geständnis ablegten. Ihre Körper suchte man nach Hautveränderungen, Zeichen des "Teufelspaktes", ab. Anschliessend warf man sie, an Hände und Füße gefesselt, ins Wasser. Trieben sie oben, waren sie Hexen und wurden hingerichtet. Versanken sie, waren sie unschuldig, allerdings dann auch schon ertrunken.

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Hexen oder Heilige?
Die Gerichtsprotokolle überliefern uns Schilderungen der Verhöre der Frauen, Männer und Kinder, die der Hexerei angeklagt waren. Manche waren selbst unter schlimmen Foltern nicht dazu zu bewegen, den Vorwurf der Hexerei und der Mitgliedschaft in der Teufelssekte zuzugeben. Bis zuletzt haben sie an ihrem Glauben an ihren Herrgott festgehalten und sich zur heiligen Kirche bekannt. Sie haben sich als Märtyrer erwiesen.

Es gab keine "Hexen", sondern die Angeklagten wurden unter der Folter zu diesen Geständnissen gezwungen. Ohne Geständnis konnte nach der Carolina, der kaiserlichen Halsgerichtsordnung, kein Todesurteil verhängt werden, daher griff man zu schon oben beschriebener Foltermethode und "Beweislage" mit dem Test im Wasser.

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Hexenpatenschaft

Da ich in Freiburg im Breisgau, Baden Württemberg, wohne, möchte ich gerne drei Dinge empfehlen, sollte man diese "meine" Stadt einmal besuchen. Zum einen gibt es hier Führungen, die ich anderswo nie so erlebt habe. Gerade Hexenverfolgung und Ketzerei, aber auch viele andere Themen werden abends oder gar nachts mit besonderer Stimmungsuntermalung abgehalten. Es ist einfach nur empfehlenswert. Sogar für mich sind diese Führungen immer und immer wieder ein Erlebnis.

Historix-Tours

Desweiteren haben wir ein Foltermuseum am Münsterplatz. Es scheint auf den ersten Blick klein und nichtssagend zu sein, doch man merkt sehr, sehr schnell, wie heftig die Beschreibungen zu den ausgestellten Originalgerätschaften sind. Vielleicht glaubt man, dass so etwas einem nichts ausmacht, doch ich habe jetzt schon des öfteren erlebt, dass es gerade solchen Leuten an die Nieren geht und es einem den Magen umdreht. Unterschätzt nicht die Macht der Worte. Es sieht harmloser aus, als es ist und zartbesaitete Menschen, sollten sich überlegen, ob sie hineingehen möchte, allerdings ist es einfach ein wertvoller Ort des vergangenen Wissens aus dem Mittelalter, der einem sehr gut näher bringt, was damals wirklich alles geschehen ist. Erschreckenderweise sogar in manchen Ländern heute noch.

Mittelalterliches Foltermuseum Freiburg

Meine dritte Empfehlung ist ein Buch (mittlerweile sind es zwei). Es wurde über eine "Hexe" aus Freiburg geschrieben und zeigt in einer schönen, wie auch traurigen Geschichte auf, wie eine unschuldige Frau, die hohes und gutes Ansehen genoss auf einmal bei der Folter landet, weil sie als Hexe verschrieen wird. Es ist unglaublich, wie leichtgläubig die Menschen waren, nur weil sie Angst hatten oder sich selbst nicht belasten wollten.

Astrid Fritz - Die Hexe von Freiburg
Astrid Fritz - Die Tochter der Hexe

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