Zum
Zeitpunkt des Entstehens der Liste gab es den heute
als siebtes Weltwunder genannten Leuchtturm von
Pharos noch nicht. Er ersetzt in der - durch seinen
Ruhm begründeten - zweitältesten und heute
üblichen Weltwunderreihe die mächtigen
Festungsmauern von Babylon.
In
keiner der ursprünglichen Listen ist der häufig
genannte babylonische Turm vertreten. Zu Beginn
des dritten vorchristlichen Jahrhunderts existierte
er bereits nicht mehr.
In
späteren verwilderten Weltwunderreihen tauchen
zusätzlich noch das Labyrinth, die Euphratbrücke,
der Perserpalast o.a. auf. Mit der weiteren Entwicklung
entstanden Wunderreihen mit bis zu 50 Weltwundern,
wie zBsp. dem Pergamon Altar, dem Kolosseum zu Rom
oder der Hagia Sophia zu Istanbul.
Warum
sieben Weltwunder?
Die Auswahl von sieben Weltwundern ist nicht rein
zufällig. Aus psychologischer Sicht betrachtet
ist die Sieben ein Mittelding zwischen einem Zuviel
und einem Zuwenig. Sie begrenzt zwar, schränkt
die Auswahl aber nicht zu sehr ein. Denn die Weltwunder
auf eine Zahl unter sieben zu reduzieren, wäre
ihnen nicht gerecht geworden. Die bedeutendsten
Bauwerke der Menschheit aber auf beispielsweise
zehn aufzustocken, hätte zu einer Herabsetzung
und Entwertung der einzelnen Monumente geführt.
Die
Sieben gewährleistet eine Gleichstellung, kein
Bauwerk ist höher gestellt als die anderen.
Dass es nicht mehr oder weniger als sieben Weltwunder
sein durften war auch deshalb von Anfang an klar,
weil die Zahl Sieben bei vielen Völkern der
Antike wegen der Zahlensymbolik und dem damaligen
geistigen Weltbild heilig war.
Weiteres
über die Zahl sieben hier.
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Die
Pyramiden von Gizeh [Cheops-Pyramiden]

Ort:
Gizeh/ Giseh [Ägypten]
Bauzeit: um 2590-2470 v.Chr.
Zustand/ Schicksal: noch erhalten
Höhe: 146,6 Meter [heute
fehlen 10m von der Spitze/ des Decksteins "Pyramidon"]
Fläche: 215,26x230,36 Meter
Gewicht: 6.400.000 Tonnen
Baumaterial: ca. 2.300.000 Kalksteinblöcke
Erbauer: Pharao Cheops [eigentlich
hieß dieser Khufu] [2551-2528 v.Chr.]
Zweck: Grabmal des ägyptischen
Pharaos Cheops
Die
Pyramiden von Gizeh wurden zur Zeit der 4. Dynastie
von den Königen Cheops, Chepren und Mykerinos
errichtet [2590 - 2470 v. Chr.]. Bei der Cheops-
und Cheprenpyramide handelt es sich um die höchsten
Bauwerke des gesamten Altertums, die zBsp. die Höhe
des babylonischen Turms um mehr als ein Drittel
überragten. Die Cheops-Pyramide ist das älteste
und einzige noch fast vollständig erhaltene
Weltwunder. Gleichzeitig ist es, neben der Chinesischen
Mauer, das grösste von Menschenhand erschaffene
Bauwerk.
Neben
dem Deckstein fehlen heute auch noch die leuchtend
weissen Kalksteinplatten, mit denen die Pyramide
ursprünglich verkleidet war. Sie wurden abmontiert
und für den Häuserbau in Kairo verwendet.
Diese Platten waren so perfekt miteinander verzahnt,
dass noch nicht mal eine Rasierklinge zwischen die
Fugen passte. Durch diese glatte Aussenschicht wirkten
sie wie aus einem Stück erschaffen.
Um
den Bau der Pyramiden ranken sich unzählige
Theorien. Erwiesen ist keine einzige. Grund für
Spekulationen sind die wenigen historischen Dokumente,
die Licht in das Dunkel bringen könnten. Die
Aufzeichnungen von Herodot gehören zu den wenigen
Überlieferungen.
Durch
seine Notizen wissen wir, dass es alleine 10 Jahre
dauerte um die Strassen, auf denen die riesigen
Steinblöcke zu den Baustellen geschleift wurden,
zu bauen. Insgesamt dauerte der Bau der Pyramide
etwa 20 Jahre. Aber ob es den Ägyptern nun
mit Hilfe von Rampen aus Lehm und Stein, komplizierten
Kran- und Hebevorrichtungen oder mit einer spiralförmig
um die Pyramide gebauten Rampe gelang, dieses Weltwunder
zu errichten, ist immer noch nicht vollständig
geklärt.
Eigentlich
müsste die Cheops-Pyramide allerdings Khufu-Pyramide
heissen, denn der richtige Name des Pharao, der
den Bauauftrag gab, hiess Khufu - nur die Griechen
nannten ihn Cheops.
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Die
Zeusstatue des Phidias in Olympia

Ort:
Olympia [Griechenland]
Bauzeit: 5. Jh. v.Chr.
Zustand/ Schicksal: durch Brand
zerstört/ verbrannt [nach 200 n.Chr.], aber
es gibt mehrere Theorien:
Höhe:
12 Meter [die Nike-Statue wie ein
ausgewachsener Mensch]
Lebensdauer: 807-923 Jahre
Erbauer: Phidias von Athen [athenischer
Bildhauer]
Baumaterial: Das Gerüst der
Statue wurde aus Eisen, Holz und Gips gefertigt.
Der Körper wurde aus Elfenbein gemacht, während
alle Kleidungsstücke, sowie die Haare aus Gold
[ca. 3 Mio. €uro] waren. Die Augen wurden mit
faustgrossen Edelsteinen bestückt.
Zweck: genauso wie die Olympischen-Spiele
zu Ehren des Göttervaters Zeus
Auf
der Halbinsel Peleponnes bestand am Alpheios-Fluss
in der Landschaft Elis bereits seit dem 2. Jahrtausend
eine geheiligte Stätte. Auf dem Festplatz zu
Füssen des Kronoshügels hatte im altertümlichen
Heratempel ein etwa 4 m grosses Kultbild des Zeus-Areios
seinen Platz gehabt. Nach den siegreich überstandenen
Perserkriegen und dem anschliessenden politischen
Aufschwung erwachte der Wunsch, einen eigenen grossen
Zeustempel als Nationalheiligtum zu errichten. Etwa
457 v. Chr. wurde an der seither wichtigen hellenischen
Kultstätte ein typisch dorischer Peripteral
Tempel fertiggestellt.
Am
Goldschemel unter den Füssen war die Künstlerinschrift
angebracht: "Phidias, Charmides Sohn aus Athen,
der hat mich geschaffen."
Olympia war die Kultstätte des Zeus und eine
der grössten Sehenswürdigkeiten des Altertums.
Inmitten des heiligen Bezirks stand der imposante
Zeustempel mit der aussergewöhnlichen Statue
des Göttervaters Zeus.
Das
Standbild des Zeus strahlte wie keine andere Statue
das Göttliche und Übernatürliche
aus. Erhabene Ruhe umgab den Herrscher über
Menschen und Götter. Doch trotz aller ehrfurchtgebietenden
und respekteinflössenden Ausstrahlung, blickte
Zeus auch weise, gütig, verzeihend und verständnisvoll
auf seine Betrachter herab. Diese Aura war es schliesslich
auch, die den gütigen Vater der Götter
und Menschen zum Weltwunder machte. Weder Gold,
Elfenbein und Edelsteine, noch die Dimensionen der
Statue konnten da mithalten.
Im
Laufe der Zeit ist die Statue des Zeus mit seiner
unvergleichlichen Ausstrahlung verschwunden - wie,
weiss man bis heute nicht. Doch zumindest der Zeus-Tempel
- das Nationalheiligtum der Griechen - mit seiner
20 Meter hohen Säulenhalle und einem Dach aus
Marmorplatten wurde wiederentdeckt. Obwohl nach
der Zeitenwende Olympia durch Naturkatastrophen
völlig zerstört wurde, entdeckte 1766
ein englischer Forscher Überreste der heiligen
Stätten. 100 Jahre später begannen deutsche
Archäologen, weitere Skulpturen und Säulen
auszugraben. Eine dicke Schlammschicht hatte die
restlichen Gebäude und Skulpturen vor dem weiteren
Zerfall bewahrt.
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Der
Artemis-Tempel zu Ephesos

Ort:
Ephesus [heutige Türkei/ 75 Kilometer südlich
von Izmir]
Bauzeit: 6. Jh. v.Chr. [ungefähr
560 vor Christus bis 440 vor Christus]
Zustand/ Schicksal: am 21. Juni
356 vor Christus durch Herostratos zerstört:
"In jener Nacht, als Alexander der Große
geboren wurde, brannte der Tempel nieder",
schreiben fast alle antiken Schriftsteller übereinstimmend.
Danach unter dem ephesischen Architekten Cheirokrates
wieder aufgebaut, 262 nach Christus durch die Goten
endgültig zerstört.
Masse: ca. 51/ 55 Meter breit,
105/ 115 Meter lang
Anzahl der Säulen: 127 je
18 Meter hoch
Lebensdauer: 84 Jahre
Erbauer: unbekannt [wahrscheinlich
Lyderkönig Kroisos -Krösus-], doch die
Götterstatue im Inneren fertigte Phidias, wie
schon die Zeusstatue in Olymia.
Architekten: Cherisphron, dessen
Sohn Metagenes aus Kreta und angeblich Rhoikos von
Samos. Vollendet wurde der Bau durch die Baumeister
Paionios und Demitrios aus Ephesos
Baumaterial: Das Fundament bestand
aus robustem Felsgestein; das aus Zedernholz gefertigte
Dach wurde von 127 Marmorsäulen getragen. Das
Portal zur Cella des Artemisions war aus poliertem
Zypressenholz gemacht und mit Gold und Farbe verziert.
Die zwei Meter hohe Artemis-Statue in der Cella
war aus Weinrebholz gefertigt und mit Gold und Silber
verkleidet.
Aussehen: das Dach wurde von 127
je 18 Meter hohen Säulen getragen [= einem
sechsstöckigen Haus], der Tempel wurde von
allen Seiten von einer zweireihigen Kolonnade gesäumt,
in deren Mitte die Artemis-Statue stand
Gewicht einer Säule: mind.
20 Tonnen
Zweck: Tempel zu Ehren der Göttin
Artemis
Bereits
1398 v. Chr. wurde an der Stelle des späteren
Artemis Tempels eine viersäulige Behausung
für ein angeblich vom Himmel gefallenes weibliches
Götterbild geschaffen. Seit etwa 560/ 550 v.Chr.
wurde das Haus nach wiederholter Zerstörung
und mehrmaliger Vergrösserung zu einem Riesentempel
gesteigert.
Nach
Beendigung der Perserkriege wurde der Tempel um
440 v. Chr. durch die Ephesier Demetrios und Paionios
völlig fertiggestellt, so dass insgesamt 120
Jahre an ihm gearbeitet wurde. Im Jahr 356 v. Chr.
wurde die Prunkstätte durch Herostratos, einem
unbedeutenden Epheser mit dem krankhaften Ehrgeiz
Berühmtheit zu erfahren, völlig niedergebrannt.
Immerhin
konnte das altheilige Bild der Göttin Artemis
gerettet werden. Das gab den Ephesern offensichtlich
den Auftrieb, dem himmlischen Götterbild nun
erst recht ein neues Tempelhaus zu errichten. Der
neue Tempel wurde viel prächtiger als sein
Vorgänger und später unter die Sieben
Weltwunder eingereiht.
Unter der Herrschaft des Imperium
Romanum über Ephesos [seit 133 n.Chr.] wurde
aus der griechischen Artemis die römische Diana.
Nach den Plünderungen und Brandschatzungen
zur Gotenzeit [262/ 263 n.Chr.] und der völligen
Zerstörung unter Constantin dem Grossen, nach
der Seldschuken- und Osmano-Türkenzeit [13.
und 15. Jh.], verschwanden die Überreste im
mehr und mehr ansteigenden Sumpfgelände.
"Der Tempel der Artemis von
Ephesos ist eine einzigartige Wohnstätte der
Götter auf Erden. Wer ihn einmal geschaut hat,
ist überzeugt, dass Himmel und Erde hier ihren
Sitz getauscht haben und dass die Welt der unsterblichen
Götter an diesem Ort vom Himmel auf Erden übergesiedelt
ist." So beschrieb Philon von Byzanz den Artemistempel,
der nach zahlreichen historischen Quellen der prachtvollste
Bau und grösste Tempel der antiken Welt gewesen
sein soll.
Die Marmorsäulen des Tempels,
die wie ein Säulenwald wirkten, müssen
von majestätischer Schönheit und unglaublichen
Dimensionen gewesen sein. Im Innersten und Heiligsten
des Tempels - der Cella - befand sich die über
zwei Meter grosse Statue der Artemis. Artemis -
Tochter des Zeus und Zwillingsschwester des Apoll
- war unter anderem Fruchtbarkeitsgöttin sowie
Jagd- und Kriegsgöttin.
Den
sportbegeisterten und kriegerischen Griechen imponierte
Artemis von allen Göttinnen sogar am meisten.
Viel übrig geblieben ist von dem beeindruckenden
Weltwunder des Artemis-Tempels nicht. Der Brite
John T. Wood, der im Auftrag des British Museums
in London nach dem Weltwunder suchte, wurde 1869
als erster fündig. Den Schatz der Artemis -
3.000 wertvolle Perlen, Ohrringe, Haarnadeln, Broschen
und Münzen - fand 1903 jedoch erst der Brite
David Hogarth. Während Ephesos heute eine der
besterhaltensten archäologischen Fundstätten
der Welt ist, blieb von dem Tempel selbst nur eine
einzige Säule, die im Grundwasser versunken
war, der Nachwelt erhalten.
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Grabmal
von Mausolos [Das Marmor-Mausoleum zu Halikarnassos]

Ort:
Halikarnassos [heute Bordrum/ Türkei]
Bauzeit: um 325 v.Chr./ ab 353
v.Chr.
Zustand/ Schicksal: völlig
zerstört durch Erdbeben [ca. 12.Jh.], im 15.
Jh. fiel es den Kreuzrittern von Malta zum Opfer,
die es als Baumaterial für die St.-Peter-Festung
benutzten.
Masse: Unterbau 33x39 Meter, darauf
ein Würfel von 27x33m. Das Dach [24-stufige
Pyramide] wurde von Säulen getragen; die Spitze
der Pyramide war eine Quadriga
Höhe: ca. 42-49 Meter
Anzahl der Säulen: 36 je 11
Meter hoch
Lebensdauer: ca. 1.500 Jahre
Erbauer: Baumeister Satyros/ Satyros
von Paros und Phythesos/ Pythius von Priene im Auftrag
von König Mausolos und seiner Schwester/ Frau
Königin Artemisia
Baumaterial: massiver Kalkstein
und Marmor
Zweck: Grabstätte für
König Mausolos von Karien, Bewahrung seines
Andenkens und als Erinnerung an ihre grosse Liebe
In
Halikarnassos, gelegen im Südwesten Kleinasiens
an der Meeresküste, liess sich König Mausolos
eine neue Residenz mit Palast und Tempelanlagen
schaffen. Auf einer oberhalb der Anlage im Geländehalbrund
verlaufenden Grossstrasse wurde ein grosser Platz
errichtet, den Mausolos wohl von Anfang an dazu
bestimmt hatte, sein königliches Monumental-Grabdenkmal
aufzunehmen.
Im Jahr 377 v. Chr. siedelte Mausolos
nach Harlikarnassos über. Nach 24-jähriger
Regentschaft verstarb er kinderlos im Jahr 353 v.
Chr. Sein noch nicht vollendetes Grabmahl führte
zunächst seine Schwester Artemisia, mit der
er zugleich verheiratet war, weiter. Zwei Jahre
später geriet der Weiterbau ins Stocken, als
auch Artemisia verstarb. Erst als sich 334 v. Chr.
Alexander der Grosse der Sache annahm, kam das Wunderwerk
doch noch zur Vollendung.
Im 13. Jahrhundert schliesslich
wurde das Grabmal durch Erdbeben zu Boden geworfen
und seit dem 15. Jahrhundert in Zeiten der Not und
Gefahr durch die Johanniter zu Verteidungsanlagen
in der Hafenfestung Petronia, dem heutigen Fort
Budrum, verbaut.
Das Mausoleum erregte schon in der Antike Aufsehen
- vor allem wegen seiner revolutionären Architektur.
Es galt als eine Mischung aus griechischen, ägyptischen
und persischen Bauweisen, denn sowohl die Eleganz
eines Tempels, das hoch Aufragende der Pyramiden
und die Verspieltheit eines orientalischen Tempels
konnte man in Mausolos Grabstätte wiedererkennen.
Das Bauwerk war deshalb eine perfekte Darstellung
für Halikarnassos Sonderstellung am Scheidepunkt
der griechischen, mesopotamischen und ägyptischen
Welt.
Ungewöhnlich war aber auch
die vorherrschende Richtung der Architektur: Während
die Griechen die Ausdehnung in die Breite bevorzugten,
betonte Mausolos Weltwunder die Höhe. Das Mausoleum
wurde schliesslich auch der erste zweigeschossige
Monumentalbau der griechischen Baukunst. Der Name
Mausoleum - Grabstätte bedeutender Persönlichkeiten
- geht übrigens in seinen Ursprüngen auf
Mausolos Grab zurück.
Mausolos Bewunderung für die Ägypter kam
auch in seinem Grabmal zum Ausdruck: Er liess es
- wie die Pyramiden - in den Himmel ragen. Das war
für Griechenland eigentlich unüblich,
da normalerweise selbst die angesehensten Persönlichkeiten
begraben wurden.
Über
16 Jahrhunderte war das Mausoleum im gutem Zustand,
doch dann wurde es durch ein Erdbeben schwer beschädigt.
Im 15. Jahrhundert fielen Kreuzritter aus Malta
in der Region ein und begannen eine Festung in Halikarnassos
zu bauen - ausgerechnet mit Steinen des Mausoleums.
Die Festung aber steht heute noch oberhalb von Bodrum.
Die polierten und marmorierten Steinblöcke
des ehemaligen Weltwunders sind immer noch zu erkennen.
Einige Skulpturen des Mausoleums überlebten
ebenfalls die Zeit und sind im British Museum in
London zu bewundern. Am ehemaligen Standort des
Mausoleums erinnert heute aber nur noch das Fundament
an das ehemals beeindruckende Weltwunder.
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Der
hängende Garten der Semiramis in Babylon

Ort:
Babylon [Mesopotamien/ Irak]
Aussehen: terrassenförmige
Gartenanlage mit üppiger Pflanzenpracht
Bauzeit: unbekannt
[Schätzungen zufolge um 600 v.Chr.]
Zustand/ Schicksal: völlig
zerstört/ verschwunden
Erbauer: wahrscheinlich König
Nebukadnezar II [604/605-562 v.Chr.]
Entdecker: der deutsche Archäologe
Robert Koldewey [1898]
Anzahl der Terrassen: sieben
Baumaterial: jede Terrasse war
mit 5,45x1,35 Meter grossen Steinbalken gedeckt.
Auf den Balken kam je eine Lage aus mit Asphalt
vermischtem Schilf, darüber eine doppelte Schicht
gebrannter Ziegeln. Über der Ziegelschicht
lag eine Bleischicht und zum Schluss eine 3 Meter
hohe Erdschicht
Zweck: Geschenk für seine
Frau
In der kursierenden Überlieferung
wurde der Hängende Garten oftmals mit der sagenumwobenen
assyrisch-babylonischen Semiramis [etwa 775 v.Chr.]
in Verbindung gebracht und darum nach ihr benannt.
Die älteste Quelle, das Werk "Persica"
des königlichen Leibarztes Ktesias [um 400
v.Chr.], betont jedoch ausdrücklich, dass der
kunstvolle Garten nicht von Semiramis, sondern von
einem späteren König zu späterer
Zeit errichtet wurde.
Neben Datum und Bauherr ist auch
der genaue Standort des Hängenden Gartens in
Babylon unbekannt. Als mögliche Schöpfer
werden Nebukadnezar II., Syros, Semiramis II oder
Cyrus genannt.
Immer wieder werden in den Überlieferungen
die guten Wasserschöpfmöglichkeiten erwähnt.
Deshalb ist der Hängende Garten wahrscheinlich
bei der Südburg Nebukadnezars II zu suchen.
Babylon, an den Ufern des Euphrats
gelegen, war vielleicht die grösste und prächtigste
Stadt des Altertums. Ihre mächtige Stadtmauer
machte aus ihr die imposanteste Festung der Welt.
Hier war aber auch der erste botanische Garten der
Welt - die hängenden Gärten von Babylon
- zu finden.
Um sie ranken sich viele Legenden. Bis heute ist
nicht vollständig geklärt, ob sie tatsächlich
existierten oder vielleicht doch nur Hirngespinste
griechischer Poeten und Historiker waren. Merkwürdig
ist auch, dass Herodot - ein bekannter griechischer
Geschichtsschreiber - zwar die imposante Stadtmauer
von Babylon in seinen Aufzeichnungen ausführlich
erwähnt, aber mit keinem Wort auf die prächtige
Gartenanlage des Stadtpalastes eingeht.
Doch
der deutsche Archäologe Robert Koldewey entdeckte
1898 unter haushohem Schutt einen einmaligen Gewölbebau.
Die 14 Kammern mit meterdicken Aussenmauern und
Decken identifizierte er vorsichtig als den Unterbau
der Hängenden Gärten.
Auf dem Kellergewölbe befand sich ein Zentralbau
mit unterschiedlichen Terrassenebenen, die jeweils
fünf Meter hoch waren. Die Konstruktion stieg
terrassenförmig gegen die Mauer an, wobei die
oberste Stufe in Höhe der Krone der babylonischen
Stadtmauer lag.
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Der
Helios-Koloss zu Rhodos

Ort:
Rhodos-Stadt [Griechenland]
Bauzeit: 292-280 v.Chr.
Zustand/ Schicksal: 224 v.Chr.
eingestürzt/ zerstört durch Erdbeben,
die Überreste wurden im 7. Jahrhundert nach
Christus eingeschmolzen
Höhe: ca. 32-36m
Lebensdauer: 66 Jahre
Erbauer: Chares von Lindos
Baumaterial: Das Innengestell bestand
aus Eisen, das mit Lehm ummantelt wurde. Die Aussenhülle
bestand aus 12 Tonnen Bronze. Die Helioskrone/ Helloskrone
bestand aus purem Gold
Zweck: aus Dankbarkeit und Ehrerbietung
für den Sonnengott Helios, der 305 v.Chr. die
Stadt Rhodos von der Belagerung durch König
Demetrios von Phrygien und Lykien befreite
Nach
der Bezwingung von Kypros wollte König Demetrios
Poliorketes, der Städteeroberer des alexandrinischen
Zeitalters, in den Jahren 305/ 04 v.Chr. die damals
aufblühende und günstig gelegene Hafenstadt
Rhodos einnehmen. Nach längerer erfolgloser
Belagerung nahm er schliesslich Abstand von seinem
Vorhaben, worauf die Rhodier ihren Schutzpatron
Helios mit einer Riesenbildsäule ehrten.
Der Koloss von Rhodos wurde etwa
im Jahr 290 v. Chr. nach 12 Jahren Bauzeit fertiggestellt.
Verantwortlich für den aus dem Verkauf des
zurückgelassenen Belagerungsmaterials finanzierten
Bau zeigte sich Chares, ein Einwohner von Lindos.
Schon 66 Jahre nach seiner Fertigstellung
[etwa 224 v.Chr.] ist die Statue durch ein Erdbeben
umgestürzt und an den Knien abgebrochen. Aufgrund
eines Orakelspruches: "Was gut liegt, das soll
man nicht von der Stelle bewegen.", ist der
Koloss dann nahezu 900 Jahre wirklich liegengeblieben.
Aus einer alten Überlieferung des Plinius erfährt
man: "Der Sonnenkoloss erregt aber selbst noch
so im Daliegen das Staunen aller, welche ihn sehen.
Nur wenige können seinen Daumen umfassen, die
Finger sind grösser als [sonst ganze] Statuen."
Nach der Eroberung der Insel durch
die Araber anno 653 n.Chr. wurde auch der noch stehengebliebene
untere Teil des Erzkolosses vom Marmorsockel heruntergerissen
und die gesamte Erzmasse zum Einschmelzen nach Edessa
abtransportiert.
Der Koloss von Rhodos verdankt seine Aufnahme in
die Weltwunderliste lediglich seiner überdimensionalen
Größe - besonders schön soll die
Statue des Sonnengottes Helios nämlich nicht
gewesen sein.
Das
Hauptproblem beim Bau war die enorme Höhe und
die damit verbundenen Probleme hinsichtlich Stabilität
und Statik. Mehrere Steinsäulen oder ein Eisengestell
im Inneren der eigentlich hohlen Statue, bildeten
deshalb eine Art stützendes Skelett. Zur Verstärkung
der Standsicherheit wurde der Koloss zusätzlich
bis zum Kopf mit kleinen Felsbrocken aufgefüllt.
Auch
die Proportionen mussten bedacht werden. So wurden
die Körperteile, die am weitesten vom Betrachter
entfernt waren - also Kopf, Schulter und Arme -
extrem vergrössert, damit sie im Verhältnis
zu den Proportionen der Beine nicht viel zu klein
erschienen.
Statuen
dieser Dimensionen sind bis in die Gegenwart eine
Seltenheit geblieben. Eines der wenigen heutigen
Standbilder, das mit dem Koloss von Rhodos mithalten
kann, ist die Freiheitsstatue vor New York mit 46
Metern Höhe.
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Leuchtturm
von Pharos

Ort:
Alexandria [Ägypten]
Bauzeit: ca. 270 v.Chr.
Zustand/ Schicksal: 400 und 1375
durch Erdbeben zerstört
Grundfläche: 30x30 m
Höhe: 130-134m
Lebensdauer: 1075 Jahre
Erbauer: Alexander der Große
plante ihn, jedoch starb er 23 Jahre vor seiner
Erbauung; Sostratos war der Architekt, der ihn erbaute.
König Ptolemaios wurde ebenfalls im Zusammenhang
erwähnt.
Baumaterial: Die Aussenwand bestand
aus weissem Marmor
Höhe: 120-140 Meter
Material: Granit und Marmor
Zweck: zur Sicherheit der Seefahrer
Der
Leuchtturm von Pharos wird oftmals auch als sogenanntes
"Achtes Weltwunder" bezeichnet. Nach seiner
Fertigstellung und Einweihung im Jahr 279 v. Chr.
wurde er in die Auflistung der Weltwunder aufgenommen.
Er ersetzte in der ursprünglichen Liste die
Stadtmauern von Babylon. Gelegentlich wurde in einigen
Aufzählungen statt dessen aber auch der Hängende
Garten der Semiramis ausgespart.
Die
vor Alexandria liegende Insel Pharos wurde damals
durch einen technisch bedeutsamen Dammbau mit Wasserdurchlässen,
das sogenannte "Heptanstadion" des Dexiphanes
von Knidos, mit dem Festland verbunden. Sostratos,
der Sohn des Dexiphanes von Knidos, war der Architekt
des auf der Insel errichteten gewaltigen Leuchtturmes.
Im 14. Jahrhundert wurde der Leuchtturm durch ein
Erdbeben endgültig zerstört. Auf seinen
Fundamenten wurde später das Fort Kait Bey
errichtet.
Der
Leuchtturm von Alexandria wurde durch schwere Erdbeben
nach und nach zerstört. Im 15. Jahrhundert
errichtete man auf und aus den wertvollen Trümmern
das Fort Kait Bey. Diese Festung ist heute noch
in Alexandria zu bewundern.
Möglicherweise
versanken bei der Zerstörung des Leuchtturms
auch einige Steintrümmer im Hafen. Im Mai 1995
begann deshalb eine aufwendige Unterwassersuchaktion
in der Bucht von Alexandria. Französische Archäologen
unter der Leitung von Jean-Yves Empereur entdeckten
verstreute Steinblöcke, Säulen und Statuen.
Doch handelt es sich tatsächlich um Reste von
dem einstigen Weltwunder?
Sicher ist bis jetzt nur, dass von
dem Weltwunder lediglich das Wort "Pharos"
bis heute übrig geblieben ist. Ob "faro"
in der italienischen und spanischen Sprache oder
"phare" im Französischen - in allen
romanischen Sprachen bedeutet es "Leuchtturm".
Woher kam die Leuchtkraft?
Von Feuer und Spiegelungen...
Der Leuchtturm von Alexandria -
erstes Leuchtfeuer der Schiffahrtsgeschichte und
Vorbild für alle späteren Leuchttürme.
Grund für den Bau des Turms war die schmale
und von Untiefen durchzogene Hafeneinfahrt von Alexandria.
Der Pharos sollte die ankommenden Schiffe aus Griechenland,
Spanien und Syrien sicher in die Bucht leiten.
Doch wie kam die Leuchtkraft des Turms zustande?
Darüber gibt es mehrere Theorien - entweder
nur durch Feuer oder durch Spiegelungen des Feuers,
die die eigentliche Leuchtkraft noch verstärkten.
Doch
gegen das Leuchtsystem nur mit Feuer spricht einiges,
beispielsweise wären Unmengen von Holz oder
Holzkohle dafür benötigt gewesen. Der
Baumbestand in Ägypten aber war damals wie
heute sehr dünn und bestand fast ausschliesslich
aus Akazien und Tamarisken - also eher aus Sträuchern
als aus Bäumen. Somit scheidet Holz als Brennstoff
wahrscheinlich aus.
Auch
getrockneter Tierdung könnte in der Antike
zur Befeuerung gedient haben. Doch die einheimischen
Tierarten waren damals sicherlich nicht in der Lage
genug "Nachschub" zur Unterhaltung des
Turmfeuers zu liefern.
Deshalb spricht einiges dafür,
dass die Leuchtkraft eher das Ergebnis der Spiegelungen
als des Feuers selbst war. Die Hohlspiegel bestanden
wahrscheinlich aus glänzend geschliffener und
polierter Bronze. Die Brennspiegel konzentrierten
dabei das Leuchtfeuer auf einen Schlitz, durch den
das Licht austrat. Tagsüber wurde das Lichtsignal
mit Hilfe der Sonnenstrahlen entfacht. Mit dem Aufschwung
der Stadt wuchs auch der Schiffsverkehr, weshalb
die Schiffe schliesslich auch nachts auslaufen mussten.
Der Turm benötigte eine stärkere Lichtanlage,
die mit Baumharz, Öl und Pech befeuert wurde.
Der Pharos von Alexandria war wegen
dieses "Leuchtfeuers" und der Grösse
des Turms für die damalige Zeit eine technische
Sensation. Er begeisterte die Menschen so sehr,
dass sie meinten das Signal würde bis ans Ende
der Welt, oder zumindest bis an die andere Seite
des Mittelmeeres, zu sehen sein. Aufgrund der Erdkrümmung
war das physikalisch aber nicht möglich. Tatsächlich
reichte die Leuchtkraft aber immerhin 50 bis 80
Kilometer weit.
Die Begeisterung ging bei einem Chronisten sogar
so weit, dass er dem Pharos die Fähigkeit einer
Wunderwaffe zutraute. Er war überzeugt, dass
die starken Brennspiegel feindliche Schiffe in Brand
setzten...
»
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