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[- Die 7 Weltwunder -]

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Hängende Gärten © Sirpa Weiler

 

Allgemeine Informationen

Zur Geschichte
Im ersten Viertel des 3. Jahrhunderts v.Chr. [alexandrinische Epoche] begann man Siebenheiten zusammenzustellen. Unter anderem entstand in dieser Zeit die Liste der sieben eindrucksvollsten technischen Höchstleistungen des damaligen Weltkunstbereiches rings um die Ägäis. Diese ursprüngliche Liste bestand aus einem ägyptischen Weltwunder, zwei babylonischen und vier griechischen:

Die Pyramiden von Gizeh
Die Festungsmauern von Babylon
Der Hängende Garten der Semiramis in Babylon
Die Zeusstatue des Phidias in Olympia
Der Artemis-Tempel zu Ephesos
Das Marmor-Mausoleum zu Halikarnassos
Der Helios-Koloss zu Rhodos

Zum Zeitpunkt des Entstehens der Liste gab es den heute als siebtes Weltwunder genannten Leuchtturm von Pharos noch nicht. Er ersetzt in der - durch seinen Ruhm begründeten - zweitältesten und heute üblichen Weltwunderreihe die mächtigen Festungsmauern von Babylon.

In keiner der ursprünglichen Listen ist der häufig genannte babylonische Turm vertreten. Zu Beginn des dritten vorchristlichen Jahrhunderts existierte er bereits nicht mehr.

In späteren verwilderten Weltwunderreihen tauchen zusätzlich noch das Labyrinth, die Euphratbrücke, der Perserpalast o.a. auf. Mit der weiteren Entwicklung entstanden Wunderreihen mit bis zu 50 Weltwundern, wie zBsp. dem Pergamon Altar, dem Kolosseum zu Rom oder der Hagia Sophia zu Istanbul.

Warum sieben Weltwunder?
Die Auswahl von sieben Weltwundern ist nicht rein zufällig. Aus psychologischer Sicht betrachtet ist die Sieben ein Mittelding zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig. Sie begrenzt zwar, schränkt die Auswahl aber nicht zu sehr ein. Denn die Weltwunder auf eine Zahl unter sieben zu reduzieren, wäre ihnen nicht gerecht geworden. Die bedeutendsten Bauwerke der Menschheit aber auf beispielsweise zehn aufzustocken, hätte zu einer Herabsetzung und Entwertung der einzelnen Monumente geführt.

Die Sieben gewährleistet eine Gleichstellung, kein Bauwerk ist höher gestellt als die anderen. Dass es nicht mehr oder weniger als sieben Weltwunder sein durften war auch deshalb von Anfang an klar, weil die Zahl Sieben bei vielen Völkern der Antike wegen der Zahlensymbolik und dem damaligen geistigen Weltbild heilig war.

Weiteres über die Zahl sieben hier.

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Die Pyramiden von Gizeh [Cheops-Pyramiden]

Cheops-Pyramide © Sirpa Weiler

Ort: Gizeh/ Giseh [Ägypten]
Bauzeit: um 2590-2470 v.Chr.
Zustand/ Schicksal: noch erhalten
Höhe: 146,6 Meter [heute fehlen 10m von der Spitze/ des Decksteins "Pyramidon"]
Fläche: 215,26x230,36 Meter
Gewicht: 6.400.000 Tonnen
Baumaterial: ca. 2.300.000 Kalksteinblöcke
Erbauer: Pharao Cheops [eigentlich hieß dieser Khufu] [2551-2528 v.Chr.]
Zweck: Grabmal des ägyptischen Pharaos Cheops

Die Pyramiden von Gizeh wurden zur Zeit der 4. Dynastie von den Königen Cheops, Chepren und Mykerinos errichtet [2590 - 2470 v. Chr.]. Bei der Cheops- und Cheprenpyramide handelt es sich um die höchsten Bauwerke des gesamten Altertums, die zBsp. die Höhe des babylonischen Turms um mehr als ein Drittel überragten. Die Cheops-Pyramide ist das älteste und einzige noch fast vollständig erhaltene Weltwunder. Gleichzeitig ist es, neben der Chinesischen Mauer, das grösste von Menschenhand erschaffene Bauwerk.

Neben dem Deckstein fehlen heute auch noch die leuchtend weissen Kalksteinplatten, mit denen die Pyramide ursprünglich verkleidet war. Sie wurden abmontiert und für den Häuserbau in Kairo verwendet. Diese Platten waren so perfekt miteinander verzahnt, dass noch nicht mal eine Rasierklinge zwischen die Fugen passte. Durch diese glatte Aussenschicht wirkten sie wie aus einem Stück erschaffen.

Um den Bau der Pyramiden ranken sich unzählige Theorien. Erwiesen ist keine einzige. Grund für Spekulationen sind die wenigen historischen Dokumente, die Licht in das Dunkel bringen könnten. Die Aufzeichnungen von Herodot gehören zu den wenigen Überlieferungen.

Durch seine Notizen wissen wir, dass es alleine 10 Jahre dauerte um die Strassen, auf denen die riesigen Steinblöcke zu den Baustellen geschleift wurden, zu bauen. Insgesamt dauerte der Bau der Pyramide etwa 20 Jahre. Aber ob es den Ägyptern nun mit Hilfe von Rampen aus Lehm und Stein, komplizierten Kran- und Hebevorrichtungen oder mit einer spiralförmig um die Pyramide gebauten Rampe gelang, dieses Weltwunder zu errichten, ist immer noch nicht vollständig geklärt.

Eigentlich müsste die Cheops-Pyramide allerdings Khufu-Pyramide heissen, denn der richtige Name des Pharao, der den Bauauftrag gab, hiess Khufu - nur die Griechen nannten ihn Cheops.

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Die Zeusstatue des Phidias in Olympia

Zeusstatue © Sirpa Weiler

Ort: Olympia [Griechenland]
Bauzeit: 5. Jh. v.Chr.
Zustand/ Schicksal: durch Brand zerstört/ verbrannt [nach 200 n.Chr.], aber es gibt mehrere Theorien:

1. durch ein Erdbeben im 2. Jahrhundert nach Christus zerstört
2. die Statue wurde nach Konstantinopel geschafft, wo sie 475 nach Christus Opfer einer Feuersbrunst wurde
3. Kaiser Theodosius II. verbot 426 nach Christus die "heidnischen" Olympischen Spiele und liess den Tempel schließen

Höhe: 12 Meter [die Nike-Statue wie ein ausgewachsener Mensch]
Lebensdauer: 807-923 Jahre
Erbauer: Phidias von Athen [athenischer Bildhauer]
Baumaterial: Das Gerüst der Statue wurde aus Eisen, Holz und Gips gefertigt. Der Körper wurde aus Elfenbein gemacht, während alle Kleidungsstücke, sowie die Haare aus Gold [ca. 3 Mio. €uro] waren. Die Augen wurden mit faustgrossen Edelsteinen bestückt.
Zweck: genauso wie die Olympischen-Spiele zu Ehren des Göttervaters Zeus

Auf der Halbinsel Peleponnes bestand am Alpheios-Fluss in der Landschaft Elis bereits seit dem 2. Jahrtausend eine geheiligte Stätte. Auf dem Festplatz zu Füssen des Kronoshügels hatte im altertümlichen Heratempel ein etwa 4 m grosses Kultbild des Zeus-Areios seinen Platz gehabt. Nach den siegreich überstandenen Perserkriegen und dem anschliessenden politischen Aufschwung erwachte der Wunsch, einen eigenen grossen Zeustempel als Nationalheiligtum zu errichten. Etwa 457 v. Chr. wurde an der seither wichtigen hellenischen Kultstätte ein typisch dorischer Peripteral Tempel fertiggestellt.

Am Goldschemel unter den Füssen war die Künstlerinschrift angebracht: "Phidias, Charmides Sohn aus Athen, der hat mich geschaffen."
Olympia war die Kultstätte des Zeus und eine der grössten Sehenswürdigkeiten des Altertums. Inmitten des heiligen Bezirks stand der imposante Zeustempel mit der aussergewöhnlichen Statue des Göttervaters Zeus.

Das Standbild des Zeus strahlte wie keine andere Statue das Göttliche und Übernatürliche aus. Erhabene Ruhe umgab den Herrscher über Menschen und Götter. Doch trotz aller ehrfurchtgebietenden und respekteinflössenden Ausstrahlung, blickte Zeus auch weise, gütig, verzeihend und verständnisvoll auf seine Betrachter herab. Diese Aura war es schliesslich auch, die den gütigen Vater der Götter und Menschen zum Weltwunder machte. Weder Gold, Elfenbein und Edelsteine, noch die Dimensionen der Statue konnten da mithalten.

Im Laufe der Zeit ist die Statue des Zeus mit seiner unvergleichlichen Ausstrahlung verschwunden - wie, weiss man bis heute nicht. Doch zumindest der Zeus-Tempel - das Nationalheiligtum der Griechen - mit seiner 20 Meter hohen Säulenhalle und einem Dach aus Marmorplatten wurde wiederentdeckt. Obwohl nach der Zeitenwende Olympia durch Naturkatastrophen völlig zerstört wurde, entdeckte 1766 ein englischer Forscher Überreste der heiligen Stätten. 100 Jahre später begannen deutsche Archäologen, weitere Skulpturen und Säulen auszugraben. Eine dicke Schlammschicht hatte die restlichen Gebäude und Skulpturen vor dem weiteren Zerfall bewahrt.

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Der Artemis-Tempel zu Ephesos

Artemis-Tempel © Sirpa Weiler

Ort: Ephesus [heutige Türkei/ 75 Kilometer südlich von Izmir]
Bauzeit: 6. Jh. v.Chr. [ungefähr 560 vor Christus bis 440 vor Christus]
Zustand/ Schicksal: am 21. Juni 356 vor Christus durch Herostratos zerstört: "In jener Nacht, als Alexander der Große geboren wurde, brannte der Tempel nieder", schreiben fast alle antiken Schriftsteller übereinstimmend. Danach unter dem ephesischen Architekten Cheirokrates wieder aufgebaut, 262 nach Christus durch die Goten endgültig zerstört.
Masse: ca. 51/ 55 Meter breit, 105/ 115 Meter lang
Anzahl der Säulen: 127 je 18 Meter hoch
Lebensdauer: 84 Jahre
Erbauer: unbekannt [wahrscheinlich Lyderkönig Kroisos -Krösus-], doch die Götterstatue im Inneren fertigte Phidias, wie schon die Zeusstatue in Olymia.
Architekten: Cherisphron, dessen Sohn Metagenes aus Kreta und angeblich Rhoikos von Samos. Vollendet wurde der Bau durch die Baumeister Paionios und Demitrios aus Ephesos
Baumaterial: Das Fundament bestand aus robustem Felsgestein; das aus Zedernholz gefertigte Dach wurde von 127 Marmorsäulen getragen. Das Portal zur Cella des Artemisions war aus poliertem Zypressenholz gemacht und mit Gold und Farbe verziert. Die zwei Meter hohe Artemis-Statue in der Cella war aus Weinrebholz gefertigt und mit Gold und Silber verkleidet.
Aussehen: das Dach wurde von 127 je 18 Meter hohen Säulen getragen [= einem sechsstöckigen Haus], der Tempel wurde von allen Seiten von einer zweireihigen Kolonnade gesäumt, in deren Mitte die Artemis-Statue stand
Gewicht einer Säule: mind. 20 Tonnen
Zweck: Tempel zu Ehren der Göttin Artemis

Bereits 1398 v. Chr. wurde an der Stelle des späteren Artemis Tempels eine viersäulige Behausung für ein angeblich vom Himmel gefallenes weibliches Götterbild geschaffen. Seit etwa 560/ 550 v.Chr. wurde das Haus nach wiederholter Zerstörung und mehrmaliger Vergrösserung zu einem Riesentempel gesteigert.

Nach Beendigung der Perserkriege wurde der Tempel um 440 v. Chr. durch die Ephesier Demetrios und Paionios völlig fertiggestellt, so dass insgesamt 120 Jahre an ihm gearbeitet wurde. Im Jahr 356 v. Chr. wurde die Prunkstätte durch Herostratos, einem unbedeutenden Epheser mit dem krankhaften Ehrgeiz Berühmtheit zu erfahren, völlig niedergebrannt.

Immerhin konnte das altheilige Bild der Göttin Artemis gerettet werden. Das gab den Ephesern offensichtlich den Auftrieb, dem himmlischen Götterbild nun erst recht ein neues Tempelhaus zu errichten. Der neue Tempel wurde viel prächtiger als sein Vorgänger und später unter die Sieben Weltwunder eingereiht.

Unter der Herrschaft des Imperium Romanum über Ephesos [seit 133 n.Chr.] wurde aus der griechischen Artemis die römische Diana. Nach den Plünderungen und Brandschatzungen zur Gotenzeit [262/ 263 n.Chr.] und der völligen Zerstörung unter Constantin dem Grossen, nach der Seldschuken- und Osmano-Türkenzeit [13. und 15. Jh.], verschwanden die Überreste im mehr und mehr ansteigenden Sumpfgelände.

"Der Tempel der Artemis von Ephesos ist eine einzigartige Wohnstätte der Götter auf Erden. Wer ihn einmal geschaut hat, ist überzeugt, dass Himmel und Erde hier ihren Sitz getauscht haben und dass die Welt der unsterblichen Götter an diesem Ort vom Himmel auf Erden übergesiedelt ist." So beschrieb Philon von Byzanz den Artemistempel, der nach zahlreichen historischen Quellen der prachtvollste Bau und grösste Tempel der antiken Welt gewesen sein soll.

Die Marmorsäulen des Tempels, die wie ein Säulenwald wirkten, müssen von majestätischer Schönheit und unglaublichen Dimensionen gewesen sein. Im Innersten und Heiligsten des Tempels - der Cella - befand sich die über zwei Meter grosse Statue der Artemis. Artemis - Tochter des Zeus und Zwillingsschwester des Apoll - war unter anderem Fruchtbarkeitsgöttin sowie Jagd- und Kriegsgöttin.

Den sportbegeisterten und kriegerischen Griechen imponierte Artemis von allen Göttinnen sogar am meisten. Viel übrig geblieben ist von dem beeindruckenden Weltwunder des Artemis-Tempels nicht. Der Brite John T. Wood, der im Auftrag des British Museums in London nach dem Weltwunder suchte, wurde 1869 als erster fündig. Den Schatz der Artemis - 3.000 wertvolle Perlen, Ohrringe, Haarnadeln, Broschen und Münzen - fand 1903 jedoch erst der Brite David Hogarth. Während Ephesos heute eine der besterhaltensten archäologischen Fundstätten der Welt ist, blieb von dem Tempel selbst nur eine einzige Säule, die im Grundwasser versunken war, der Nachwelt erhalten.

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Grabmal von Mausolos [Das Marmor-Mausoleum zu Halikarnassos]

Grabmal von Mausolos © Sirpa Weiler

Ort: Halikarnassos [heute Bordrum/ Türkei]
Bauzeit: um 325 v.Chr./ ab 353 v.Chr.
Zustand/ Schicksal: völlig zerstört durch Erdbeben [ca. 12.Jh.], im 15. Jh. fiel es den Kreuzrittern von Malta zum Opfer, die es als Baumaterial für die St.-Peter-Festung benutzten.
Masse: Unterbau 33x39 Meter, darauf ein Würfel von 27x33m. Das Dach [24-stufige Pyramide] wurde von Säulen getragen; die Spitze der Pyramide war eine Quadriga
Höhe: ca. 42-49 Meter
Anzahl der Säulen: 36 je 11 Meter hoch
Lebensdauer: ca. 1.500 Jahre
Erbauer: Baumeister Satyros/ Satyros von Paros und Phythesos/ Pythius von Priene im Auftrag von König Mausolos und seiner Schwester/ Frau Königin Artemisia
Baumaterial: massiver Kalkstein und Marmor
Zweck: Grabstätte für König Mausolos von Karien, Bewahrung seines Andenkens und als Erinnerung an ihre grosse Liebe

In Halikarnassos, gelegen im Südwesten Kleinasiens an der Meeresküste, liess sich König Mausolos eine neue Residenz mit Palast und Tempelanlagen schaffen. Auf einer oberhalb der Anlage im Geländehalbrund verlaufenden Grossstrasse wurde ein grosser Platz errichtet, den Mausolos wohl von Anfang an dazu bestimmt hatte, sein königliches Monumental-Grabdenkmal aufzunehmen.

Im Jahr 377 v. Chr. siedelte Mausolos nach Harlikarnassos über. Nach 24-jähriger Regentschaft verstarb er kinderlos im Jahr 353 v. Chr. Sein noch nicht vollendetes Grabmahl führte zunächst seine Schwester Artemisia, mit der er zugleich verheiratet war, weiter. Zwei Jahre später geriet der Weiterbau ins Stocken, als auch Artemisia verstarb. Erst als sich 334 v. Chr. Alexander der Grosse der Sache annahm, kam das Wunderwerk doch noch zur Vollendung.

Im 13. Jahrhundert schliesslich wurde das Grabmal durch Erdbeben zu Boden geworfen und seit dem 15. Jahrhundert in Zeiten der Not und Gefahr durch die Johanniter zu Verteidungsanlagen in der Hafenfestung Petronia, dem heutigen Fort Budrum, verbaut.
Das Mausoleum erregte schon in der Antike Aufsehen - vor allem wegen seiner revolutionären Architektur. Es galt als eine Mischung aus griechischen, ägyptischen und persischen Bauweisen, denn sowohl die Eleganz eines Tempels, das hoch Aufragende der Pyramiden und die Verspieltheit eines orientalischen Tempels konnte man in Mausolos Grabstätte wiedererkennen. Das Bauwerk war deshalb eine perfekte Darstellung für Halikarnassos Sonderstellung am Scheidepunkt der griechischen, mesopotamischen und ägyptischen Welt.

Ungewöhnlich war aber auch die vorherrschende Richtung der Architektur: Während die Griechen die Ausdehnung in die Breite bevorzugten, betonte Mausolos Weltwunder die Höhe. Das Mausoleum wurde schliesslich auch der erste zweigeschossige Monumentalbau der griechischen Baukunst. Der Name Mausoleum - Grabstätte bedeutender Persönlichkeiten - geht übrigens in seinen Ursprüngen auf Mausolos Grab zurück.
Mausolos Bewunderung für die Ägypter kam auch in seinem Grabmal zum Ausdruck: Er liess es - wie die Pyramiden - in den Himmel ragen. Das war für Griechenland eigentlich unüblich, da normalerweise selbst die angesehensten Persönlichkeiten begraben wurden.

Über 16 Jahrhunderte war das Mausoleum im gutem Zustand, doch dann wurde es durch ein Erdbeben schwer beschädigt. Im 15. Jahrhundert fielen Kreuzritter aus Malta in der Region ein und begannen eine Festung in Halikarnassos zu bauen - ausgerechnet mit Steinen des Mausoleums. Die Festung aber steht heute noch oberhalb von Bodrum. Die polierten und marmorierten Steinblöcke des ehemaligen Weltwunders sind immer noch zu erkennen. Einige Skulpturen des Mausoleums überlebten ebenfalls die Zeit und sind im British Museum in London zu bewundern. Am ehemaligen Standort des Mausoleums erinnert heute aber nur noch das Fundament an das ehemals beeindruckende Weltwunder.

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Der hängende Garten der Semiramis in Babylon

Hängende Gärten © Sirpa Weiler

Ort: Babylon [Mesopotamien/ Irak]
Aussehen: terrassenförmige Gartenanlage mit üppiger Pflanzenpracht
Bauzeit: unbekannt [Schätzungen zufolge um 600 v.Chr.]
Zustand/ Schicksal: völlig zerstört/ verschwunden
Erbauer: wahrscheinlich König Nebukadnezar II [604/605-562 v.Chr.]
Entdecker: der deutsche Archäologe Robert Koldewey [1898]
Anzahl der Terrassen: sieben
Baumaterial: jede Terrasse war mit 5,45x1,35 Meter grossen Steinbalken gedeckt. Auf den Balken kam je eine Lage aus mit Asphalt vermischtem Schilf, darüber eine doppelte Schicht gebrannter Ziegeln. Über der Ziegelschicht lag eine Bleischicht und zum Schluss eine 3 Meter hohe Erdschicht
Zweck: Geschenk für seine Frau

In der kursierenden Überlieferung wurde der Hängende Garten oftmals mit der sagenumwobenen assyrisch-babylonischen Semiramis [etwa 775 v.Chr.] in Verbindung gebracht und darum nach ihr benannt. Die älteste Quelle, das Werk "Persica" des königlichen Leibarztes Ktesias [um 400 v.Chr.], betont jedoch ausdrücklich, dass der kunstvolle Garten nicht von Semiramis, sondern von einem späteren König zu späterer Zeit errichtet wurde.

Neben Datum und Bauherr ist auch der genaue Standort des Hängenden Gartens in Babylon unbekannt. Als mögliche Schöpfer werden Nebukadnezar II., Syros, Semiramis II oder Cyrus genannt.
Immer wieder werden in den Überlieferungen die guten Wasserschöpfmöglichkeiten erwähnt. Deshalb ist der Hängende Garten wahrscheinlich bei der Südburg Nebukadnezars II zu suchen.

Babylon, an den Ufern des Euphrats gelegen, war vielleicht die grösste und prächtigste Stadt des Altertums. Ihre mächtige Stadtmauer machte aus ihr die imposanteste Festung der Welt. Hier war aber auch der erste botanische Garten der Welt - die hängenden Gärten von Babylon - zu finden.
Um sie ranken sich viele Legenden. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, ob sie tatsächlich existierten oder vielleicht doch nur Hirngespinste griechischer Poeten und Historiker waren. Merkwürdig ist auch, dass Herodot - ein bekannter griechischer Geschichtsschreiber - zwar die imposante Stadtmauer von Babylon in seinen Aufzeichnungen ausführlich erwähnt, aber mit keinem Wort auf die prächtige Gartenanlage des Stadtpalastes eingeht.

Doch der deutsche Archäologe Robert Koldewey entdeckte 1898 unter haushohem Schutt einen einmaligen Gewölbebau. Die 14 Kammern mit meterdicken Aussenmauern und Decken identifizierte er vorsichtig als den Unterbau der Hängenden Gärten.
Auf dem Kellergewölbe befand sich ein Zentralbau mit unterschiedlichen Terrassenebenen, die jeweils fünf Meter hoch waren. Die Konstruktion stieg terrassenförmig gegen die Mauer an, wobei die oberste Stufe in Höhe der Krone der babylonischen Stadtmauer lag.

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Der Helios-Koloss zu Rhodos

Koloss von Rhodos © Michael Turner

Ort: Rhodos-Stadt [Griechenland]
Bauzeit: 292-280 v.Chr.
Zustand/ Schicksal: 224 v.Chr. eingestürzt/ zerstört durch Erdbeben, die Überreste wurden im 7. Jahrhundert nach Christus eingeschmolzen
Höhe: ca. 32-36m
Lebensdauer: 66 Jahre
Erbauer: Chares von Lindos
Baumaterial: Das Innengestell bestand aus Eisen, das mit Lehm ummantelt wurde. Die Aussenhülle bestand aus 12 Tonnen Bronze. Die Helioskrone/ Helloskrone bestand aus purem Gold
Zweck: aus Dankbarkeit und Ehrerbietung für den Sonnengott Helios, der 305 v.Chr. die Stadt Rhodos von der Belagerung durch König Demetrios von Phrygien und Lykien befreite

Nach der Bezwingung von Kypros wollte König Demetrios Poliorketes, der Städteeroberer des alexandrinischen Zeitalters, in den Jahren 305/ 04 v.Chr. die damals aufblühende und günstig gelegene Hafenstadt Rhodos einnehmen. Nach längerer erfolgloser Belagerung nahm er schliesslich Abstand von seinem Vorhaben, worauf die Rhodier ihren Schutzpatron Helios mit einer Riesenbildsäule ehrten.

Der Koloss von Rhodos wurde etwa im Jahr 290 v. Chr. nach 12 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Verantwortlich für den aus dem Verkauf des zurückgelassenen Belagerungsmaterials finanzierten Bau zeigte sich Chares, ein Einwohner von Lindos.

Schon 66 Jahre nach seiner Fertigstellung [etwa 224 v.Chr.] ist die Statue durch ein Erdbeben umgestürzt und an den Knien abgebrochen. Aufgrund eines Orakelspruches: "Was gut liegt, das soll man nicht von der Stelle bewegen.", ist der Koloss dann nahezu 900 Jahre wirklich liegengeblieben. Aus einer alten Überlieferung des Plinius erfährt man: "Der Sonnenkoloss erregt aber selbst noch so im Daliegen das Staunen aller, welche ihn sehen. Nur wenige können seinen Daumen umfassen, die Finger sind grösser als [sonst ganze] Statuen."

Nach der Eroberung der Insel durch die Araber anno 653 n.Chr. wurde auch der noch stehengebliebene untere Teil des Erzkolosses vom Marmorsockel heruntergerissen und die gesamte Erzmasse zum Einschmelzen nach Edessa abtransportiert.
Der Koloss von Rhodos verdankt seine Aufnahme in die Weltwunderliste lediglich seiner überdimensionalen Größe - besonders schön soll die Statue des Sonnengottes Helios nämlich nicht gewesen sein.

Das Hauptproblem beim Bau war die enorme Höhe und die damit verbundenen Probleme hinsichtlich Stabilität und Statik. Mehrere Steinsäulen oder ein Eisengestell im Inneren der eigentlich hohlen Statue, bildeten deshalb eine Art stützendes Skelett. Zur Verstärkung der Standsicherheit wurde der Koloss zusätzlich bis zum Kopf mit kleinen Felsbrocken aufgefüllt.

Auch die Proportionen mussten bedacht werden. So wurden die Körperteile, die am weitesten vom Betrachter entfernt waren - also Kopf, Schulter und Arme - extrem vergrössert, damit sie im Verhältnis zu den Proportionen der Beine nicht viel zu klein erschienen.

Statuen dieser Dimensionen sind bis in die Gegenwart eine Seltenheit geblieben. Eines der wenigen heutigen Standbilder, das mit dem Koloss von Rhodos mithalten kann, ist die Freiheitsstatue vor New York mit 46 Metern Höhe.

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Leuchtturm von Pharos

Leuchtturm © Sirpa Weiler

Ort: Alexandria [Ägypten]
Bauzeit: ca. 270 v.Chr.
Zustand/ Schicksal: 400 und 1375 durch Erdbeben zerstört
Grundfläche: 30x30 m
Höhe: 130-134m
Lebensdauer: 1075 Jahre
Erbauer: Alexander der Große plante ihn, jedoch starb er 23 Jahre vor seiner Erbauung; Sostratos war der Architekt, der ihn erbaute. König Ptolemaios wurde ebenfalls im Zusammenhang erwähnt.
Baumaterial: Die Aussenwand bestand aus weissem Marmor
Höhe: 120-140 Meter
Material: Granit und Marmor
Zweck: zur Sicherheit der Seefahrer

Der Leuchtturm von Pharos wird oftmals auch als sogenanntes "Achtes Weltwunder" bezeichnet. Nach seiner Fertigstellung und Einweihung im Jahr 279 v. Chr. wurde er in die Auflistung der Weltwunder aufgenommen. Er ersetzte in der ursprünglichen Liste die Stadtmauern von Babylon. Gelegentlich wurde in einigen Aufzählungen statt dessen aber auch der Hängende Garten der Semiramis ausgespart.

Die vor Alexandria liegende Insel Pharos wurde damals durch einen technisch bedeutsamen Dammbau mit Wasserdurchlässen, das sogenannte "Heptanstadion" des Dexiphanes von Knidos, mit dem Festland verbunden. Sostratos, der Sohn des Dexiphanes von Knidos, war der Architekt des auf der Insel errichteten gewaltigen Leuchtturmes. Im 14. Jahrhundert wurde der Leuchtturm durch ein Erdbeben endgültig zerstört. Auf seinen Fundamenten wurde später das Fort Kait Bey errichtet.

Der Leuchtturm von Alexandria wurde durch schwere Erdbeben nach und nach zerstört. Im 15. Jahrhundert errichtete man auf und aus den wertvollen Trümmern das Fort Kait Bey. Diese Festung ist heute noch in Alexandria zu bewundern.

Möglicherweise versanken bei der Zerstörung des Leuchtturms auch einige Steintrümmer im Hafen. Im Mai 1995 begann deshalb eine aufwendige Unterwassersuchaktion in der Bucht von Alexandria. Französische Archäologen unter der Leitung von Jean-Yves Empereur entdeckten verstreute Steinblöcke, Säulen und Statuen. Doch handelt es sich tatsächlich um Reste von dem einstigen Weltwunder?

Sicher ist bis jetzt nur, dass von dem Weltwunder lediglich das Wort "Pharos" bis heute übrig geblieben ist. Ob "faro" in der italienischen und spanischen Sprache oder "phare" im Französischen - in allen romanischen Sprachen bedeutet es "Leuchtturm".

Woher kam die Leuchtkraft?
Von Feuer und Spiegelungen...

Der Leuchtturm von Alexandria - erstes Leuchtfeuer der Schiffahrtsgeschichte und Vorbild für alle späteren Leuchttürme.
Grund für den Bau des Turms war die schmale und von Untiefen durchzogene Hafeneinfahrt von Alexandria. Der Pharos sollte die ankommenden Schiffe aus Griechenland, Spanien und Syrien sicher in die Bucht leiten.
Doch wie kam die Leuchtkraft des Turms zustande? Darüber gibt es mehrere Theorien - entweder nur durch Feuer oder durch Spiegelungen des Feuers, die die eigentliche Leuchtkraft noch verstärkten.

Doch gegen das Leuchtsystem nur mit Feuer spricht einiges, beispielsweise wären Unmengen von Holz oder Holzkohle dafür benötigt gewesen. Der Baumbestand in Ägypten aber war damals wie heute sehr dünn und bestand fast ausschliesslich aus Akazien und Tamarisken - also eher aus Sträuchern als aus Bäumen. Somit scheidet Holz als Brennstoff wahrscheinlich aus.

Auch getrockneter Tierdung könnte in der Antike zur Befeuerung gedient haben. Doch die einheimischen Tierarten waren damals sicherlich nicht in der Lage genug "Nachschub" zur Unterhaltung des Turmfeuers zu liefern.

Deshalb spricht einiges dafür, dass die Leuchtkraft eher das Ergebnis der Spiegelungen als des Feuers selbst war. Die Hohlspiegel bestanden wahrscheinlich aus glänzend geschliffener und polierter Bronze. Die Brennspiegel konzentrierten dabei das Leuchtfeuer auf einen Schlitz, durch den das Licht austrat. Tagsüber wurde das Lichtsignal mit Hilfe der Sonnenstrahlen entfacht. Mit dem Aufschwung der Stadt wuchs auch der Schiffsverkehr, weshalb die Schiffe schliesslich auch nachts auslaufen mussten. Der Turm benötigte eine stärkere Lichtanlage, die mit Baumharz, Öl und Pech befeuert wurde.

Der Pharos von Alexandria war wegen dieses "Leuchtfeuers" und der Grösse des Turms für die damalige Zeit eine technische Sensation. Er begeisterte die Menschen so sehr, dass sie meinten das Signal würde bis ans Ende der Welt, oder zumindest bis an die andere Seite des Mittelmeeres, zu sehen sein. Aufgrund der Erdkrümmung war das physikalisch aber nicht möglich. Tatsächlich reichte die Leuchtkraft aber immerhin 50 bis 80 Kilometer weit.
Die Begeisterung ging bei einem Chronisten sogar so weit, dass er dem Pharos die Fähigkeit einer Wunderwaffe zutraute. Er war überzeugt, dass die starken Brennspiegel feindliche Schiffe in Brand setzten...

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