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[- Das Buch mit den sieben Siegeln -]

Die Zahl 7 © Sirpa Weiler

Bei vielen Völkern der Antike galt die 7 als heilige Zahl. In der babylonischen und ägyptischen Philosophie, nahm sie als Summe der beiden Lebenszahlen 3 [Vater, Mutter, Kind] und 4 [die Himmelsrichtungen bzw. für die Elemente - Feuer, Wasser, Erde und Luft] eine Sonderstellung ein.

Für Pythagoras war die Sieben als Summe von 3 und 4 ebenfalls von besonderer Bedeutung, da Dreieck und Viereck den Mathematikern der Antike als vollkommene Gebilde galten. Außerdem wird die Sieben in der Mathematik als unteilbare Glückszahl angesehen. Sie ist als einzige unter den ersten zehn Zahlen, weder Faktor noch Produkt von einer anderen.

Nach arabischen Gelehrten hing die "Heiligkeit" der Zahl Sieben eng mit der Teilung des achtundzwanzigtägigen Mondmonats in vier Wochen zu je sieben Tagen zusammen. Ebenso wie die Entdeckung der sieben Planeten und ihre Erhebung zu Göttern, was auch zu diesem Kult um die Sieben beigetragen hat. In Ägypten folgten auf sieben fette Jahre, sieben magere Jahre.

Auch bei den Juden kam der Sieben eine große Bedeutung zu. Mit der im 1. Buch Mose aufgestellten Behauptung, Gott habe die Welt in 6 Tagen erschaffen und am siebenten ruhte er, zog die 7 bald auch bei den Christen als heilige Zahl ein. Sieben Arme hat der Leuchter Menora.

 

So wurden seit dem Altertum viele Siebenheiten gebildet:

Die Griechen und Römer verehrten Sieben Weise.

Rom wurde auf Sieben Hügeln erbaut. In der Frühzeit soll Rom von sieben Königen [nacheinander] beherrscht worden sein, ehe es Republik wurde.

In der katholischen Kirche gibt es die sieben Todsünden [Stolz, Geiz, Unkeuschheit bzw. Wollust, Neid, Unmässigkeit bzw. Völlerei, Zorn und Trägheit] und die sieben Sakramente [Taufe, Firmung, Abendmahl, Busse, Letzte Ölung, Priesterweihe, Ehe]
Für Moslems ist der siebente Himmel der Ort der letzten Verklärung.

Der sprichwörtliche siebte Himmel hat ebenfalls seinen Ursprung in der Antike. Der Philosoph Aristoteles [um 350 vor Christus] war der Ansicht, dass das Gewölbe der Welt aus sieben durchsichtigen Schalen besteht. Auf diesen drehten sich seiner Meinung nach Sonne, Mond und Planeten um die Erde, und der siebte Himmel sollte der Bereich sein, der die Welt im Ganzen umschliesst.

Am 27.06., dem Siebenschläfer, wird den sieben Brüdern gedacht, die 251 wegen ihres christlichen Glaubens eingemauert wurden. Eine der ältesten Siebenheiten sind die sieben Weltwunder

7, röm. VII. Die Sieben ist vielfach als Glückszahl genannt, vermutlich wegen der sieben im Altertum bekannten „Planeten” [Sonne, Merkur, Venus, Mond, Mars, Jupiter, Saturn], die das Schicksal beeinflussen sollten.

Ihnen entsprechen die sieben Tage der Woche Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag.

Jede Mondphase umfasst siebenmal Tag und Nacht. Sieben Sterne bilden die Sternengruppe der Plejaden, die darum auch „Siebengestirn” heissen.

 

Sumerer
Nach sumerischen Mythos gesellte die Göttin Ninmah den von der Nammu aus Lehm geschaffenen Menschen sieben Wesen voller Krankheit und sexueller Gebrechen dar.
Als Inanna in die Unterwelt ihrer Schwester Ereschkigal hinabsteigt, muss sie durch sieben Tore schreiten und an jedem eines ihrer sieben Kleidungsstücke bzw. Insignien der Macht lassen.

Die Abgal waren sieben Weise, die als teils fischartige Mischwesen vorgestellt sind.
Das Haupt des Helden Gilgamesch zierten sieben Locken.
Der sog. „Sündenfall-Zylinder” aus dem 3. Jahrtausend v. d. Z. bildet den Lebensbaum mit sieben Ästen ab. Neben ihm sitzen zwei gehörnte Gestalten.

 

Babylonier
Sieben Anekdoten galten in der Mythologie der Chaldäer als Weise und Kulturbringer.
Sieben Stufen hat der babylonische Himmelsberg Zikkurat [ein Tempel].

 

Iraner/Perser
Die Sieben war die heilige Zahl des Schöpfergottes Ohrmazd.
Aus dem Körper des Gayomart entstanden die sieben Metalle.
Zum Gefolge des Ahura Mazda gehören sieben Schutzgeister Amesha Spentas.
Der Mithraskult kennt sieben Himmel, die über eine Leiter erreicht werden können. Jeder dieser Himmel hat ein metallenes Tor, dessen Material vom jeweils das Tor beherrschendem Planeten abhängt: Blei für Saturn, Zinn für Venus, Kupfer für Jupiter, Eisen für Merkur, Legierungen (gemischte Metalle) für Mars, Silber für Mond und Gold für Sonne.

 

Griechen und Römer
Siebenmal umschlang die Schlange Ophion das von Eurynome gelegte Orphische Ei und brütete so die Welt aus. Zeus soll nach seiner Geburt sieben Tage lang gelacht haben, weshalb die Sieben seine heilige Zahl ist.

Sieben Pleiades gibt es, die an den Himmel versetzt wurden. Sechs von ihnen sind im Sternbild sichtbar, die siebente ist verborgen.
Sieben Kerne eines Granatapfels hatte Proserpina gegessen und muss darum die Hälfte des Jahres bei ihrem Entführer Pluto in der Unterwelt verbleiben.

Die sieben Röhren der Flöte des Gottes Pan sollen für die damals bekannten sieben Planeten stehen.
Es zogen sieben gegen Theben, weil der Eteokles, Sohn des Ödipus, nach vereinbarter Amtszeit seine Herrschaft nicht an seinen Bruder Polyneikes abtreten will. Sieben Knaben und sieben Mädchen mussten die Athener alle sieben Jahre dem Minos überstellen.

 

Kelten
Nach sieben Jahren unfruchtbarer Regierung des Bress kommt es zum Kampf der Fomore gegen die Tuatha Dê Danann.

 

Christentum
Von sieben Dämonen war Maria Magdalena besessen.
Das Vaterunser enthält sieben Bitten
Sieben Schmerzen und sieben Freuden beim Rosenkranzgebet.
Der Legende zufolge hatte der vom hl. Georg erschlagene Drache sieben Köpfe.

 

Bibel
Gott schuf die Welt in sechs Tagen, am siebten Tag, dem Sabbat, ruhte er sich aus. Damit Jakob die begehrte Rahel heiraten konnte, musste er dem Laban erst sieben Jahre für deren Schwester Lea, dann sieben Jahre für Rahel Dienst tun.

Joseph deutete dem ägyptischen Pharao den Traum mit den sieben mageren Kühen, die sieben fette Kühe frassen und den sieben dürren Ähren, die sieben üppige verschlangen, indem er auf bevorstehende sieben fette und sieben magere Jahre verwies. Joseph trug nach dem Tode Jakobs sieben Tage Trauerkleider.

Sieben Tage gilt die Wöchnerin als unrein, wenn sie mit einem Knaben niedergekommen ist.

Siebenmal umrundeten sieben Priester an sieben Tagen mit der Bundeslade die Stadt Jericho, ehe das Blasen von sieben Posaunen die Stadtmauern zum Einsturz brachten.

 

Islam
Der Koran berichtet, dass Allah sieben Himmel und sieben Höllen erschuf.
Siebenmal umschreitet der fromme Muslim bei der Hadsch (Wallfahrt) nach Mekka die Kaaba.

 

Alchemie
Über sieben Stufen geht in der Alchemie der Prozess der Vereinigung der Elemente Feuer und Wasser ehe endlich die Vereinigung aller Gegensätze, der zweigeschlechtliche Hermaphrodit oder der Stein der Weisen, entspringt.

 

Deutsche Sagen und Märchen
Sieben Jahre lang darf der Bärenhäuter weder Haare noch Nägel schneiden und muss überdies eine Bärenhaut tragen. Dann wird er vom Teufel reich beschenkt.

Im Nibelungenlied heisst es, nachdem Siegmund seinen Sohn Siegfried zur Sommersonnenwende zum Ritter geschlagen hatte, habe es ein sieben Tage währendes Gelage gegeben.

Bei sieben Zwergen hinter sieben Bergen lebt Schneewittchen, „sieben auf einen Streich” erlegt das tapfere Schneiderlein, sieben Schwaben ziehen in die Welt. Siebenmeilenstiefel.

 

Unsortiert
Sieben freie Künste [Grammatik, Rhetorik, Dialektik und Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik]

Sieben Töne der Tonleiter [c, d, e, f, g, a, h].

Sieben Kurfürsten, drei geistliche und vier weltliche, wählten den Kaiser des hl. römischen Reiches.

Sieben Jahre Pech bringt der zerbrochene Spiegel.

Sieben Chakren.

Im „siebten Himmel” fühlen sich Verliebte.

Sympathetische Heilanwendungen müssen häufig 3, 5, 7 oder 9 mal wiederholt werden.

Im geographischen und meteorologischen Zusammenhang fallen einem die sieben Weltmeere, die sieben Hügel auf denen Rom und Konstantinopel erbaut wurden und das Siebengebirge ein. Und nach einer alten Bauernregel entscheidet es sich am Siebenschläfertag, ob es die nächsten sieben Wochen regnet oder ob die Sonne scheint.

Für wen das alles ein Buch mit sieben Siegeln ist, der muss sich nur genauer umgucken. Denn bis heute noch lebt der Kult um die Sieben im Aberglauben und in Märchen weiter. So weiß jeder, dass Schneewittchen hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen lebte, der böse Wolf die sieben Geisslein fressen wollte und das tapfere Schneiderlein gleich sieben Fliegen auf einen Streich erschlagen hat.

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