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[- Abu Simbel -]

Abu Simbel © Sirpa Weiler

Die Kultstätte liegt ungefähr 280 Kilometer von Assuan und erregte 1964 Aufsehen, als die gesamte Anlage in einer dramatischen Aktion an seinen heutigen Standtort versetzt wurde. Durch den Bau des Assuan–Staudammes drohten die Tempel in den Fluten des Nasser Sees unterzugehen.

Die Felsentempel Ramses II. entstanden zwischen 1290 und 1260 v.Chr. und sollen zu seinem 30. Regierungsjubiläum vollendet worden sein. Der große Tempel hat die gigantischen Ausmaße von 38m Breite und 33m Höhe. Die vier 20 m hohen Kolosse tragen die Gesichtszüge des Pharao. Der dritte Koloss von links wurde von Sethos II. um 1200 v.Chr. restauriert. Der obere Teil des zweiten Kolosses hat sich vermutlich schon zu Ramses' Zeiten bei einem Erdbeben gelöst. Zweimal im Jahr zur Sonnenwende um 5.58 Uhr morgens gibt es ein bemerkenswertes Schauspiel in Abu Simbel. Die Strahlen der aufgehenden Sonne fallen 63 m tief vom Eingang des Tempels bis ins Sanktuarium und tauchen die linke Schulter des Amun-Re ins Licht. Kurz danach berührt sie das Bildnis von Ramses und schließlich Harmachis. Nach zwanzig Minuten ist das Schauspiel vorbei.

Durch den Bau des Assuanstaudammes im Jahre 1960 drohte dieses gigantische Bauwerk in den Fluten zu versinken. Durch die UNESCO kam ein gewaltiges Umsetzungsprojekt in Gang. Nach vielen Vorschlägen entschied man sich den Tempel in Blöcke zu zersägen. Die beiden Tempel wurden in 807 bzw. 235 Blöcke zersägt und 65 m höher und 180 m weiter landeinwärts wieder zusammen- gefügt. 1968 wurden die Arbeiten abgeschlossen und die Kosten beliefen sich auf 36 Mio. Dollar. Durch die Umsetzung kam es zu einer Verschiebung des Sonnenschauspiels von einem Tag.

Der Kleine Tempel ist 28 m lang und 12 m hoch. An der Fassade sieht man sechs 10 m hohe Statuen von Ramses und seiner Gemahlin Nefertari. Das seltene an diesen Darstellungen ist, das die Nefertari genauso groß wie der Pharao dargestellt wird. Wahrscheinlich ein Beweis seiner Liebe. Während im großen Tempel die männlichen Aspekte wie Kampf und Herrschaft dominieren sind es hier eindeutig weibliche Parts.

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Artikel von AberHallo.de

Der große Tempel des Ramses II. [1279 v. Chr.-1213 v. Chr.] wurde komplett in das Felsmassiv eingeschnitten, wobei die Bergflanke als Pylon dient. Die vier 22 m hohen, gewaltigen Kolossalstatuen stellen den König dar: die beiden nördlichen tragen den Namen "Ramses, der Geliebte des Amun" und "Ramses, der Geliebte des Atum", die südlichen Statuen "Ramses, Sonne der Herrscher“ und „Ramses, Herrscher der Beiden Länder".

Der Sonnengott Re tritt frontal aus der Fassade heraus, versehen mit den Attributen Sonnenscheibe [Rê], wsr-Zeichen in der Rechten und Maat-Figur in der Linken bildet er den Thronnamen des Ramses: User-Maat-Rê. Hierdurch wird der König zu einer Inkarnation des Rê, zur "Großen Seele des Rê-Harachte".
Der obere Fassadenabschluss wird von einem Fries aus Sonnenaffen gebildet: dieser Fries machte im Jahr 1813 J. L. Burkhardt auf den sonst völlig versandeten Tempeleingang aufmerksam. G. Belzoni grub dann 1817 den Tempel frei.

60 Meter in den Fels führt die Tempelanlage, zunächst in die große dreischiffige Halle mit 2 x 4 Statuenpfeilern des Königs. Vier dieser Pfeiler zeigen Ramses mit der oberägyptischen, die anderen vier mit der unterägyptischen Krone. Die Reliefs der Halle verherrlichen die kriegerischen Taten des Königs als Sieger über Syrer, Libyer und Schwarze, vor allem aber die Schlacht von Kadesch. Im hinteren Bereich der Grossen Halle zweigen insgesamt sechs Seitenkammern ab, die wohl der Aufbewahrung von Vorräten dienten.

Auf der Tempelachse erreicht man dann die kleinere 4-Pfeiler-Halle mit Opferszenen, eine Querhalle mit zwei Nebenräumen und das Sanktuar. In diesem sind Statuen der Götter Ptah, Amun und des Horus von Mehu sowie vom vergöttlichten Ramses aufgestellt. Der Tempel ist so konstruiert, dass am 20. Oktober und am 20. Februar die Sonne durch den Tempeleingang direkt auf die Statuen scheint.
Durch ein Erdbeben wurde der Tempel noch zu Lebzeiten des Königs beschädigt, wie zusätzlich eingefügte Stützmauern beweisen. Vielleicht ist auch damals schon eine der Kolossalstatuen abgestürzt.

Der kleine Tempel von Abu Simbel wurde der vergöttlichten Grossen Gemahlin des Ramses, Nefertari und der Hathor von Ibschek geweiht. Auch er ist in den Fels eingetieft. Die aus der Felswand geschlagenen Figuren zeigen je zwei mal Nefertari, Hathor und Ramses, ca. 10 m hoch in gleicher Grösse, eine besondere Auszeichnung für Nefertari, da die Ehefrauen der Könige meist kleiner dargestellt wurden. Der Tempel führt 21 m tief in den gewachsenen Felsen. Hinter dem Eingang befindet sich eine 6-Pfeiler-Halle, eine Querhalle mit zwei Nebenräumen und das Sanktuar. Die Reliefs zeigen Krönungsszenen und den Schutz der Königin durch Göttinnen der Liebe und der Fruchtbarkeit.

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