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Janosch

Tigerente und den kleinen Bären kennt jedes Kind. Sein Markenzeichen, der zittrige Strich, ist kein Manierismus, sondern Folge des Alkohols. Janosch wurde 1931 in Zaborze, Polen, damals Hindenburg, Oberschlesien, geboren.

Sein Vater, ein Bergarbeiter und Hausierer, trank und prügelte, seine Mutter betete und prügelte. Sein Vater verehrte den SA-Führer Horst Wessel. Er taufte ihn auf Horst. Der fing mit 13 an zu saufen und nennt sich lieber Janosch.

Mit 13 Jahren begann er auch eine Schmiede- und Schlosser-Lehre. Nach Beendigung des Krieges ging die Familie in den Westen.

Janosch

In der Gegend von Oldenburg arbeitete Janosch in einer Textilfabrik. Kurze Zeit ging er auf die Textilschule in Krefeld und von dort 1953 nach München, wo er an der dortigen Akademie der Künste einige Probesemester absolvierte. Danach war er "freier Künstler".

1960 erschien sein erstes Kinderbuch im Verlag Georg Lentz, mit dem er befreundet war und der ihn überredete, den Künstlernamen Janosch anzunehmen. In den nächsten 10 Jahren folgten zahlreiche Kinderbücher bei verschiedenen Verlagen. 1975 erhielt er den Literaturpreis der Stadt München, 1979 den Deutschen Jugendliteratur-Preis.

Vielleicht liegt es an den Verletzungen der Kindheit, dass Janosch seit bald 40 Jahren so zärtliche Geschichten für Kinder schreibt und illustriert. Und dass darin die Welt immer ein wenig harmonischer und solidarischer aussieht als sie ist.

Damit hat er Erfolg, auch wenn es sich der gelernte Schlosser, als er 1953 von der Münchner Kunstakademie flog, nicht hätte träumen lassen. Seine 220 Bücher wurden von Millionen Menschen gelesen, in 74 Sprachen übersetzt. Seit Anfang der 80er lebt der menschenfreundliche Skeptiker auf Teneriffa. Dort geht es ihm, wie er sagt: "gut wie eine Wildsau".

Er schreibt Romane [zBsp. den autobiographisch gefärbten "Polski Blues", Goldmann Verlag] und Theaterstücke. Die meisten Kinderbücher verlegten der Diogenes- und der Beltz-Verlag. Im Merlin-Verlag erschienen zwei neue Dramen "Restaurant und Mutterglück oder das Kind". Der gleiche Verlag hat den schönbebilderten "Janosch-Katalog" herausgegeben. Momentan arbeitet der "Panamapräsident" an Zeichentrickfilmen. Die Filme sollen im Südwestfunk laufen und danach als Video erhältlich sein.

Text: Artikel aus der Badischen Zeitung, 1998

Für ein Janosch-Interview bitte » hier klicken.

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