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Adolph Freiherr von Knigge

Adolph Freiherr von Knigge

 

 

Der Asien-Knigge

Nach dem Essen steckt man in China die Stäbchen nicht in den übrig gebliebenen Reis, auch treibt man in China nicht noch lange Konversation, sondern verabschiedet sich zügig.

Bei Einladungen legt man in Asien großen Wert auf korrekte, gute Kleidung. Damit zeigt man, dass man den Gastgeber respektiert. Sollte man von einem Einheimischen in ein Restaurant eingeladen werden, fragt der Gastgeber meist zwar nach den eigenen Wünschen für die Bestellung, doch diese Frage ist eher rhetorischer Natur. Sonderwünsche sollten daher lieber verkniffen werden.

Gastgeschenke in Japan und China sollten immer eingepackt sein, denn sie werden nie vor dem Beschenkten ausgepackt werden. Das wäre unhöflich. Es ist in China nicht üblich, Blumen für den Gastgeber mitzubringen. Bis vor kurzem wurden nur die Toten mit frischen Blumen geehrt.

Bei Besuchen von Tempeln werden in China die Schuhe ausgezogen.

In Japan wird vor dem Essen ein feuchtes Tuch gereicht. Allerdings es nur für Männer üblich, sich damit das Gesicht zu erfrischen. Frauen sollten sich damit nur die Hände reinigen.

Nur weil Asiaten allgemeinhin als die photoschießenden Touristen bekannt sind, können sie sehr erbost reagieren, wenn man sie als Einheimische ohne vorher zu fragen ablichten möchte.

Selbst in Touristenhochburgen wie Thailand, ist das Oben-ohne-Baden ein Tabu. Wer es dennoch tut, verletzt das Schamgefühl der Bevölkerung.

In Japan verbeugt man sich zur Begrüßung, in China schüttelt man sich die Hände, wenn auch nicht so kräftig wie bei uns. Der kleine feine Unterschied. Für Buddhisten gilt der Kopf als heiliges Körperteil. Deshalb sollte man niemals Einheimischen an den Kopf fassen bzw. Kindern über das Haupt streicheln. Das machen nicht einmal die Eltern selbst bei ihren Kindern.

Liebesbeweise in der Öffentlichkeit sind nicht unbedingt angebracht [Küsse und Umarmungen beispielsweise], denn sie bringen alle Außenstehenden in Verlegenheit, daher sollte man sich einfach etwas zügeln in asiatischen Ländern.

In Japan werden nicht alle Toiletten abgeschlossen, daher sollte man vorher sacht an die Tür klopfen. Kommt ein Klopfgeräusch zurück, weiß man, dass man zu warten hat.

Japan ist immer noch ein Männerland. Hier laufen die Ehefrauen ein paar Schritte hinter ihrem Gatten her. Wenn man als Frau beständig ignoriert wird, wenn ein Japaner einem nicht höflich die Tür aufhält und den Vortritt lässt oder nicht in den Mantel hilft, sollte man deswegen nicht böse sein.

In ganz Südostasien sagt man ungern "Nein". Statt dessen gibt man lieber eine falsche Antwort, als zuzugeben, dass man nicht helfen kann. Ein "Nein" gilt als Unhöflichkeit.

In Malaysia und Indonesien sollte man möglichst die rechte Hand benutzen. Beispielsweise beim Essen, aber auch wenn etwas überreicht wird, denn in diesen islamischen Staaten ist die linke Hand unrein.

In Thailand gilt der Fuß als minderwertiges Körperteil. Man sollte daher vermeiden, jemandem auf den Fuß zu stehen oder mit dem Fuß auf etwas zu zeigen [z.B. einem Bodenmosaik]. Sitzt man auf dem Boden, dann die Beine so einschlagen, dass die Fußsohlen nicht auf die gegenübersitzende Person zeigen.

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Knigge für Amerika

Doch egal ob kritisch oder konform gesinnt, die Menschen sind vielschichtiger als oft angenommen. Allgemein gilt, dass die Amerikaner eine lockere, leicht zugängliche Art besitzen. Gleichzeitig sind die Amerikaner jedoch auch konservativer und prüder als die Europäer.

Begrüssung
Mit einem "Hi" oder "Hello" liegst Du richtig. Füge noch ein "How are you?" hinzu, bist Du schon mitten drin - sollten allerdings keine ehrliche Antwort erwarten. Hände schütteln ist nicht Standard.

Kleidung: Was ziehe ich an?
Kleider machen Leute: Falsche Kleidung kann Dir Türen verschließen. Je besser Du gestellt bist, je höher die Position, um so formeller ist die Kleidung. In einigen Restaurants gilt sogar Krawattenzwang. Nackte Haut ist in einigen Staaten verpönt. Und Achtung, liebe Frauen: Haare an Beinen und unter den Achseln ist ein grober Faux-pas - just impossible!

Verhalten in der Öffentlichkeit
Raucher haben es in den USA schwer - erlaubt ist die Angewohnheit nur in ausgewiesenen Zonen. Trinke Alkohol nicht in der Öffentlichkeit, das ist verboten.

Essen und Trinken
Bist Du zu einer Dinnerparty eingeladen, solltest Du wissen, dass es die Drinks vor dem Essen gibt. Zum Essen wird dann kaum noch Alkohol gereicht. Wird Kaffee serviert, solltest Du das als unmissverständliches Zeichen deuten und - gehen.

Ungewohnt: Die Amerikaner essen alles mit der Gabel in der rechten Hand. Zerschneiden sie Fleisch, wird kurz getauscht: Gabel links, Messer rechts. Zum Essen wird dann wieder die Gabel in die rechte Hand genommen.

Gehe abends in eine Bar, vergesse ein Trinkgeld von rund 15 bis 20 Prozent nicht - die Bedienungen leben davon.

Business
Über lange Arbeitstage solltest Du Dich hier besser nicht beschweren, die gelten als Standard. Und da "modern economy" auch gleichbedeutend mit "time is money" ist, gilt außerdem: ohne Termine keine Audienz. Wirklich wichtige Termine finden abends statt, denn bei Geschäftsessen werden Kontakte geknüpft.

Einladungen
Bist Du privat eingeladen, wird eine Flasche Wein als Präsent geschätzt - und gleich geöffnet und angeboten. Schenkst Du Blumen, sollten Du Dich bei der Auswahl nicht lumpen lassen. Wundere Dich nicht über Fragen nach Deinem Einkommen oder sogar Vermögen, das ist in den USA normal.

Dos and Don't
Achtung Klage-Gefahr? Bist Du ein Pechvogel, solltest Du Berührungen des anderen Geschlechts unterlassen - es könnte als sexuelle Belästigung ausgelegt werden. Halte Abstand.

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Knigge für Polen

Da die Polen ein sehr patriotisches Volk sind, sollte man sich mit abschätzigen Bemerkungen etwa über die wirtschaftliche Rückständigkeit oder die Kriminalitätsrate zurück halten [wir alle keinen Polenwitze. Sie mögen am Stammtisch zuhause lustig sein, in Polen allerdings sollten sie wirklich vermieden werden]. Man sollte in Polen den Begriff "Osten" vermeiden, da Polen eine alte europäische Kulturnation ist und sich als einen Teil der westeuropäischen Gemeinschaft sieht.

Ebenso sind blasphemische oder antikatholisch wirkende Äußerungen lieber zu unterlassen, da die Säulen des polnischen Staates Katholizismus und Nationalstolz heißen. Zumindest die älteren Generationen reagieren hier sensibel, ebenso was eine ländliche oder städtische Umgebung angeht, variiert hier die Toleranz.

Frauen werden in Polen mit einem Handkuss begrüßt, wobei die Lippen nicht die Haut berühren, sondern der Kuss nur angedeutet wird. Unter Männern gibt man sich die Hand. Die Anrede besteht aus Pani [Frau] bzw. Pan [Herr] plus dem Vornamen. Der Nachname bleibt unerwähnt. Händeschütteln über der Türschwelle gilt als schlechtes Omen, deshalb zuerst eintreten und dann, wenn überhaupt, die Hand zur Begrüßung reichen.

Zu Einladungen ist es üblich, eine ungerade Anzahl Blumen mitzubringen, die vor der Übergabe ausgepackt werden. Man erscheint eher etwas später, aber keinesfalls zu früh bei einer Einladung.

Besucher sollten sich besonders zu Ostern vorsehen. Denn der Ostermontag ist in Polen der "Tag des Wassergießens" ["Smigus Dyngus"]: Überall in den Straßen wird man vorrangig von Jugendlichen mit Wasser bespritzt, wobei die Menge zuweilen in Eimern gemessen werden kann. Der nasse Brauch geht auf uralte vorchristliche Riten zurück, und ein Mädchen, das nicht ordentlich nassgespritzt wurde, ist nicht ansehnlich und begehrenswert.

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Ägyptischer Knigge

Die Ägypter sind herzlich. Das nordafrikanische Land zählt zu den liberalen islamischen Staaten. Als Tourist musst Du Dich nicht strikt an islamische Regeln halten - achtest Du diese jedoch, wird das mit Respekt gezollt. Auch in Badeorten wie Hurghada, wo Ausländer in der Regel unter sich sind, sollten Touristen - aus Höflichkeit - bestimmte Regeln einhalten.

Begrüßung
Ein Handschlag zur Begrüßung und Du liegst richtig. Unter Männer werden auch Wangenküsschen oder Umarmungen ausgetauscht. Als Frau solltest Du hingegen - vor allem Männern gegenüber - bei einem Lächeln und Kopfnicken verbleiben. Hektik ist in Ägypten nicht angesagt: Nimm Dir Zeit für einen kleinen Plausch.

Kleidung: Was zieh ich an?
Bist Du geschäftlich unterwegs, ist formelle Kleidung ein Muss. Wie in den meisten arabischen Staaten sollten Frauen sich dezent kleiden. Nackte Haut zeigen ist Tabu, als Richtlinie kann gelten: Arme und Knie sollten bedeckt sein, kurze Hosen nur am Strand. Schwarz wird zu Beerdigungen getragen.

Verhalten in der Öffentlichkeit
Meist weisen Tafeln vor den Häusern Allahs bereits darauf hin: Besuchst Du eine Moschee, musst Du vorher Deine Schuhe ausziehen.

Essen und Trinken
Denke dran: Moslems essen kein Schweinefleisch, auch Alkohol wird nur in Maßen getrunken. Bunkere Kleingeld, bevor Du essen gehst: Trinkgeld wird gern genommen und gegeben - manchmal wirkt es auch als "Sesam öffne Dich".
Was Du auf jeden Fall vermeiden solltest: das Naseputzen während des Essens - das gilt als unschicklich.

Business und Einladungen
Bist Du privat eingeladen, wird zwar nicht erwartet, dass Du Geschenke mitbringst, aber Kleinigkeiten für die Kinder oder ein paar Blumen kommen trotzdem gut an. Auch hier solltest Du eventuelle Hektik ausblenden, Gastfreundschaft heißt in Ägypten, dass man sich nicht anmerken lässt, wenn man eigentlich keine Zeit hat.

Dos and Don't
Bevor Du Menschen photographierst, solltest Du um Erlaubnis fragen.

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Knigge für den Urlaub

Die Skandinavier sind zurückhaltend - übertreibe es also lieber nicht, wenn Du mit Deinem Können auftrumpfen willst.

Hüten Dich, in Südafrika am Strand Oben-ohne zu liegen, denn die Südafrikaner sind diesbezüglich nicht tolerant und sicherlich "not amused", wenn es um allzu große Freizügigkeit geht.

Faux-Pas: Was in der Taucher-Sprache "alles okay" bedeutet - Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis - führt in Brasilien schnell zu einem unangenehmen Missverständnis, hier ist es das Zeichen für Geschlechtsverkehr.

Einladungen auszuschlagen gilt als unhöflich. Und obwohl es Griechen mit der Pünktlichkeit selber nicht so genau nehmen, erwarten sie von Nordeuropäern eben diese einzuhalten.

Vorsicht mit dem Victory-Zeichen: Hast Du Zeige- und Mittelfinger zum Sieg nach vorne gestreckt, dabei aber den Handrücken nach außen gekehrt, hilft auch freundliches Lächeln nicht mehr... vielmehr hättest Du den Briten auch gleich den Stinkefinger zeigen können - das bedeutet diese Geste nämlich auf der Insel.

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