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[- Das Problem mit der Kassenschlange -]

 

Es ist immer dasselbe: Gerade, wenn es schnell gehen soll, landet man in einer Riesenschlange. Und wenn man dann in die vermeintlich kürzere Schlange wechselt, kommt die andere Warteschlange plötzlich viel schneller voran und man wird sogar von Kunden überholt, die später angekommen sind.

Die Technische Universität Clausthal, Institut für Mathematik, befasst sich mit Warteschlangen in bestimmten Arbeitsprozessen. Prof. Dr. Thomas Hanschke und seine Arbeitsgruppe gehen anhand so genannter stochastischer Modelle der Warteschlangentheorie nach und können in gross angelegten Simulationsprogrammen Warteschlangen berechnen.

Die europäische Schlange

Zufall an der Supermarktkasse. Man weiss nie, welche Schlange die schnellste ist. Was für industrielle Prozesse gilt, das gilt auch im Supermarkt:
Warteschlangen entstehen, wenn der Andrang unregelmässig ist. Wenn es in diesem System einen gleichmässigen Kundenstrom gibt und die Kasse normal ausgelastet ist, funktioniert das System gut. Doch die Kunden verhalten sich anders. Sie sorgen für Unregelmässigkeiten.

Eine Zeit lang kommt keiner, und dann ist es auf einmal ein Pulk. Der eine hat wenig im Korb, der andere viel. Der mit den drei Artikeln will mit Karte bezahlen... und, und, und. Mathematisch ausgedrückt: Je höher solche Unregelmässigkeiten, desto länger die Wartezeit. Wer dann in der Schlange steht, hat oft das Gefühl, dass es nebenan schneller geht. Das liegt daran, dass das Wartesystem - vereinfacht gesagt - ungerecht ist. Jemand, der sich an eine vermeintlich kürzere Schlange anstellt, kann das Pech haben, länger warten zu müssen. Denn in der Schlange sind viele Faktoren versteckt, die für das Abarbeiten wichtig sind:

Der eine Kunde hat den Wagen randvoll, der andere Kunde zahlt mit EC-Karte, wiederum ein Kunde lädt besonders langsam aufs Transportband und ein weiterer Kunde hat vergessen, die Tomaten zu wiegen. Dass die Schlange kurz ist, muss also nicht ausschlaggebend sein. Aber man ist enttäuscht, wenn das Anstellen an der kürzeren Schlange nicht funktioniert hat - deshalb das Gefühl, immer in der falschen Schlange zu stehen.

Das amerikanische System

Gerechtigkeit in der "amerikanischen" Warteschlange: Wer zuerst kommt ist als erster dran. Es gibt ein Wartesystem, das die Unregelmässigkeit im Kundenstrom kompensiert. Wer zuerst da war, kommt auch zuerst dran. Dieses System gibt es schon, es nennt sich "das amerikanische Wartesystem" und man findet es häufig an Flughäfen und immer mehr auch bei Banken und der Deutschen Post.

Typisches Kennzeichen:
Es gibt nur eine Warteschlange, die in mehreren Schaltern aufgeht. Erscheinen viele Kunden gleichzeitig, werden sie gleichmässig auf alle Schalter verteilt. Unregelmässigkeiten werden vom System aufgefangen.

Text & Bilder: www.unglaublich-phantastisch.de

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