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Selbstmord - Gründe & Hilfe -]

Selbstmord,
Selbsttötung, "Freitod", Suizid
Für Außenstehende wird ein Selbstmord
oftmals als die einfachste Lösung der Probleme
angesehen und auch mit dieser Aussage argumentiert,
doch vergisst man leicht, dass ein Suizid meist
eine Entscheidung ist, zu der mehr Mut gehört,
als zu jeder anderen.
Doch gleich welche Gründe "für"
eine Selbsttötung sprechen [aus Sicht des Betroffenen],
es ist wichtig zu sagen, dass man sich Gedanken
darüber machen sollte, ob es nicht vielleicht
doch eine andere Lösung gibt, wenngleich diese
vielleicht unangenehm ist. Die Entscheidung sich
selbst zu töten ist eine Entscheidung, die
man bei Durchführung nicht mehr rückgängig
machen kann. Es ist wichtig, dass der Betroffene
einen klaren Kopf hat, wenn er darüber nachdenkt.
Sehr viele Menschen haben im Laufe
ihres Lebens mindestens einmal den Gedanken gehabt,
sich selbst zu töten. Doch das heißt
nicht gleich, dass sie diesen Gedanken wirklich
in die Tat umgesetzt hätten. Oft ist dieser
Gedanke an eine große Hilfe, sich in schwierigen
Situationen zurecht zu finden und diese schweren
Phasen zu überstehen, da der Gedanke Trost
spendet. Danach allerdings waren die Betroffenen
froh, es nicht getan zu haben und erleichtert, dass
es einfach ging, ohne diesen Gedanken wahr zu machen.
Für alle Betroffenen, die sich
ernsthafte Gedanken darüber machen, ist es
wichtig, dass sie einige Zeit verstreichen lassen,
damit sich ein schlimmes Ereignis, das vielleicht
der Auslöser für diese Gedanken war oder
ist, etwas setzen kann, dass man etwas aus der Ferne
betrachtet und vielleicht einen anderen Standpunkt
zum Thema bezieht und erneut das Für und Wider
gegeneinander abwägt.
Die Gründe sind weitreichend.
Manche Menschen wollen anderen nicht mehr "zur
Last fallen" oder glauben, das Leben wäre
nicht [mehr] lebenswert, weil wirklich alles schief
zu gehen scheint. Einige haben Menschen durch Tod,
Krankheit oder Trennung verloren, die sie liebten
und können den Schmerz nicht ertragen und können
sich nicht vorstellen, ohne diese Menschen wieder
weiterleben zu können, vielleicht weiterleben
zu dürfen, weil sie glauben, sie hätten
nun kein Anrecht mehr darauf, glücklich zu
sein, weil der Schmerz so tief sitzt.
Auch können finanzielle oder
berufliche Schwierigkeiten der Auslöser sein,
aber sehr viele haben schon sehr lange das tiefe
Gefühl, sie hätten kein Anrecht darauf
zu leben, weil sie es schon in ihrer Kindheit von
ihren Eltern nie anders gelernt haben. Immer waren
sie an allem Schuld, hatten ständig das Gefühl,
falsch zu sein und unerwünscht, so dass sich
dieses Gefühl bis ins Erwachsenenalter überträgt.
Sie können kein Vertrauen zu anderen fassen,
und kommen nicht damit zurecht, wenn jemand gegenteiliges,
positives sagt. Dies tun sie oft als Lüge oder
Heuchelei ab und werden dann wieder darin bestätigt,
dass man sie "eh nur ausnutzt" oder "sie
verarscht". Was also "sollten sie noch
hier". Diese oder ähnliche Aussagen und
Gedanken sind nicht selten.
Es
könnten auch ganz andere Gründe sein,
die ich hier nicht aufliste, aber ausschlaggebend
ist, dass der Betroffene sich Hilfe holen kann.
Wenn das nichts bringt, steht ihm dieser, sein Weg
immer noch frei. Was hat er denn schon zu verlieren?
Das wäre eine wichtige Argumentation und es
wäre eine wirklich Möglichkeit, etwas
zu tun und zu beweisen, dass es vielleicht doch
anders geht, egal wie aussichtslos eine Situation
scheint, egal wie aussichtslos das eigene Leben
erscheint. Die Hoffnungslosigkeit ist das schlimmste
Gefühl und darum gibt es so viele, die diesen
letzten Schritt für immer gehen, doch warum
nicht vorher die Hilfe ausprobieren? Wie gesagt:
Es gibt nichts zu verlieren.
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Hilfe-
und Beratungsstellen gibt es überall, auf jeden
fall in jeder größeren Stadt:
Telefondienste, Beratungsstellen,
Bücher, Schuldnerberatungsstellen, Selbsthilfegruppen,
Newsgroups, Internetdienste und auch die Therapie.
Man sollte versuchen alle Möglichkeiten in
Betracht zu ziehen und alles zu versuchen, was möglich
ist und für den einzelnen in Frage kommt. Es
kann nicht schaden, sich mit anderen zu unterhalten,
vielleicht bei Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen,
die genau am gleichen Punkt im Leben standen oder
noch stehen.
Wichtig ist, dass - sollte jemand
sagen, er wolle sich umbringen - man etwas tut,
Hilfe besorgt und denjenigen versucht zu stützen,
denn mit der Aussage, dass sich jemand umbringen
wolle, ist nicht zu spaßen. Das ist sehr oft
ein Hilferuf von Betroffenen. Doch eines ist zu
unterscheiden: Wenn jemand droht, dass er sich umbringt,
nur damit ein anderer etwas tut [z.B. wieder in
eine Partnerschaft zurück kommt], dann ist
das sehr oft eine leere Drohung und reine Erpressung.
Man sollte nicht der Erpressung nachkommen und versuchen
abzuwägen, wie sehr diese Person diese Entscheidung
wirklich durchziehen würde. Wende Dich in solchen
Fällen an Beratungsstellen und schildere den
Fall, damit sie Dir weiterhelfen können, damit
umzugehen.
Wer diese Aussage als Druckmittel
benutzt, ohne sich wirklich in dieser für ihn
hoffnungslosen Phase zu befinden, hat für mich
jegliches Recht an Glaubwürdigkeit verloren.
Solche Aussagen können mitunter krankhaft sein
und ich empfehle jedem dringend psychologische Hilfe,
denn diese Aussage schreit danach, dass die Seele
dieses Menschen Hilfe benötigt.
So oder so ist es ein Hilfeschrei,
aber man muss unterscheiden, in welche Richtung
diese Hilfe gehen muss, ob jemand wirklich vorhat,
sich zu töten oder einfach jemand dazu bringen
möchte, das zu tun, was er möchte. In
jeden Fall sollte diese Aussage aber ernst genommen
werden und entsprechende Maßnahmen ergriffen
werden, denn ein gesunder Mensch oder ein Mensch,
der nicht tatsächlich mit dem Gedanken der
Selbsttötung beschäftigt, braucht in jedem
Fall psychologische Hilfe. Es ist nicht normal mit
solch einer Aussage zu drohen.
Was ich am allerschlimmsten daran
finde ist, dass Menschen, die solche Aussagen treffen,
weil sie wirklich den sogenannten "Freitod"
suchen wollen, nicht mehr geglaubt wird, weil es
zu viele andere gibt, die solche Aussagen ohne die
tatsächliche Absicht treffen. In jedem Fall:
Nimm diese Aussagen ernst, denn Du solltest niemals
glauben, dass diese Aussage ohne Grund getroffen
wird. Wende Dich in jedem Fall an eine Beratungsstelle
und suche Dir Hilfe und vielleicht Hilfe für
den Betreffenden.
Auch Aussagen wie: "Ich kann
nicht mehr" "Ich will nicht mehr"
"Das hat doch alles keinen Sinn mehr"
"Ich glaube ich mache dem allem ein Ende"
und so weiter sind ebenso ernst zu nehmen. Gerade
solche Aussagen sind in den meisten Fällen
wirkliche Hilfeschreie. Frage nach, übergehe
diese Aussagen nicht, finde heraus, wie ernst sie
da stehen, versuche eine Stütze zu sein, aber
bitte nur in so weit Du Dir selbst dies psychisch
zutraust. Du bist nicht verantwortlich und Du kannst
einen Menschen meist nicht davon abbringen, suche
therapeutische Hilfe, denn diese sind für solche
Fälle ausgebildet, sie wissen, was zu tun ist.
Wichtig
hierbei ist zu sagen, dass fast mehr Jugendliche
durch Selbstmord ums Leben kommen, als im Straßenverkehr.
Dieses Thema wird gerne totgeschwiegen, aber es
ist ebenso ernst zu nehmen, als handle es sich hierbei
um einen Erwachsenen!
»
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Persönliche
Erlebnisse & Gedanken
Meine schlimmste Situation war,
dass ich einmal nach Hause kam - ich habe vorrübergehend
bei einem Freund gewohnt - und die Türe aufschieben
musste, weil dieser Freund hinter der Tür in
seinem eigenen Blut lag. Er hatte sich die Pulsadern
aufgeschnitten und zuvor getrunken.
Er wusste, dass er durch die Verletzungen,
die er sich zugefügt hatte, nicht hätte
sterben können [er wusste sehr gut, wie und
wie tief er hätte schneiden müssen und
seine Wunden waren im Vergleich mehr Kratzer als
sonst was], aber dennoch hat er einiges an Blut
verloren, es war nicht soviel, dass er davon hätte
sterben können und wäre auch nicht mehr
geworden, weil die Wunden zu klein waren und sich
vorher schlossen, und doch war es ein grausamer
Hilfeschrei und ich wusste damals nicht, was ich
tun sollte.
Ich verband seine Wunden, schleppte
ihn ins Bett und war nahe dran, die Polizei zu rufen,
doch er wollte das nicht, dann schlief er vom Alkohol
betäubt ein und ich rief seine beste Freundin
an, die auch sofort vorbei kam. Sie würde mit
ihm reden, aber die Polizei sollte ich nicht rufen.
Auch wenn er danach keinen mir bekannten
Versuch mehr unternahm, sich selbst zu töten,
weiß ich durch seinen Lebenswandel nach dieser
Zeit, dass ich die Polizei hätte holen sollen.
Vielleicht hätte er dann doch wieder die Finger
von den Drogen gelassen, die er lange genommen hat
und vielleicht noch immer nimmt. Er hat eine feste
Arbeit und ein geregeltes Leben, zumindest scheinbar
und dennoch würde ich heute nicht mehr zögern.
Ich weiß, er hätte mich
dafür gehasst. Zumindest in den ersten Wochen
vielleicht Monaten, wenn er in eine Klinik eingewiesen
worden wäre, aber ich hätte das richtige
für ihn getan und vielleicht wäre er mir
irgendwann dafür dankbar gewesen, aber auch
wenn nicht: es wäre einfach die richtige Entscheidung
gewesen, aber ich war einfach zu jung, zu unerfahren
und vor allem viel zu unsicher, diese Entscheidung
durchzusetzen.
Auch ich hatte schon Gedanken an
einen "Freitod", doch ich war glücklicherweise
immer zu feige und es hätte für mich auch
nur eine Möglichkeit gegeben, wie ich es gemacht
hätte und es war zum Glück nicht einfach
so leicht an Tabletten zu kommen. Generell war ich
so unglücklich, weil ich mit meinem Leben nicht
mehr zurecht kam, immer mehr zunahm und auch keinen
inneren Frieden mit mir selbst schließen konnte,
Schulden und viele Sorgen wegen meiner Mutter usw.
Es waren harte Depressionen, die
mich an diesen Gedanken führten, aber es blieb
immer nur beim Gedanken, bis ich eine Therapie wegen
der Essstörung machte und von diesen Gedanken
wegkam. Heute bin ich dankbar und froh, dass es
nie soweit kam und dass ich diese Therapie gemacht
habe, denn sie hat meinem Leben einen neuen und
guten Sinn gegeben, auch wenn die Probleme sich
nicht erledigten, so weiß ich besser mit ihnen
umzugehen.
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