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[- Kleines Lexikon psychischer Krankheiten -]

 

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Lexikon psychischer Krankheiten

 

 

Gerontophilie
[griechisch = "Altersliebe"]
Das Gegenteil zu Pädophilie. Sexuelle Anziehung durch sehr viel ältere Personen und deren Bevorzugung als Sexualpartner. Man versteht darunter die sexuelle Anziehung gegenüber sehr alten Menschen. Generell ist dagegen nichts einzuwenden und man freut sich, wenn alte Menschen noch sexuell glücklich sein dürfen. Es ist schon fast normal geworden, dass ältere Frauen, jüngere Männer oder alte Männer, jüngere Frauen als Partner haben.

Krankhaft oder abnorm ist dieses Verhalten/ diese Neigung allerdings bei einem grossen Generationenunterschied anzusehen, wenn ein Mensch nur und ausschliesslich auf diese Weise sexuelle Befriedigung finden kann, sobald auch der andere, ein extrem hohes Greisenalter erreicht hat. Natürlich auch, sobald die Person selbst oder dessen Umwelt an dieser Neigung leidet. Dann wird eine psychiatrische oder psychologische Behandlung nötig, auch wenn der sexuelle Kontakt - solange er freiwillig von beiden Seiten vollzogen wird - nicht strafbar oder verboten, aber wenn der Greis/ die Greisin nicht mehr im Vollbesitz seiner/ ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte ist, dann ist eine Strafbarkeit nach §179 Strafgesetzbuch gegeben.

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Exhibitionismus
Vorzeigen der Geschlechtsteile [Penis, Vagina, Brüste, Gesäss] mit dem Ziel, sexuelle Erregung zu erreichen, während ein Zuschauer an diesem Schauspiel Interesse zeigt.

Hier handelt es sich um einen sexuellen Kontakt auf Distanz, wobei der Passant diese Konfrontation nicht erwartet und an sich unbekannte Zuschauer bevorzugt werden [Alter, Geschlecht, Rasse oder dergleichen anderes ist irrelevant und kann je nach Exhibitionist unterschiedlich sein]. Exhibitionisten können sowohl weiblich wie auch männlich sein.

Nach §183 Strafgesetzbuch gilt Exhibitionismus als Krankheit und sucht, weil sie von der Allgemeinheit als abnorm empfunden, kriminalisiert und geächtet wird. Exhibitionisten sind durchaus in der Lage, normalen Geschlechtsverkehr zu vollziehen und sind nicht selten verheiratet. Diese Straftat kann bis zu einem Jahr Gefängnis oder auf Bewehrung bestraft werden. Geschieht die Tat allerdings vor Kindern, wird sie mit erheblichen Strafen geahndet, die nach §176 aufgeführt sind und zum Missbrauch an Kindern zählen.

Meist sind die Täter harmlos und streben keinen Körperkontakt in irgendeiner Form an. Sie werden zumeist als gestört eingestuft, sich oftmals vor Frauen oder Kindern entblössen und sich dabei nicht selten selbst befriedigen.

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Fetischismus
An die Stelle eines lebenden Menschen tritt hier ein Objekt ["Fetisch"] zum Ausleben des Geschlechtstriebes. Fetischisten stehlen häufig Gegenstände wie zBsp: getragene Slips, benutzte Damenschuhe, gebrauchte Tampons usw. Eine besondere Form ist der Gummi- oder Leder-Fetischismus, hier muss der Partner entsprechende Kleidung tragen, um den Fetischisten stimulieren oder überhaupt befriedigen zu können.

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Nekrophilie
Nekrophile begehen sexuelle Handlungen an Toten oder Teilen von Toten. Selten gibt es Fälle in Deutschland, die bekannt sind, allerdings dürfte die Dunkelziffer erheblich sein. Die Täter sind fast ausschliesslich Männer, die meist ein völlig unauffälliges Leben führen.

Die Täter sind meist gestörte Persönlichkeiten und bedürfen in der Regeln unbedingt einer medizinisch-psychologischen Hilfe bzw. Therapie. Die Nekrophilie ist in Deutschland als Störung der Totenruhe nach §168 des Strafgesetzbuches strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren geahndet werden.

Einige Serienmörder weisen diese Neigungen auf, als sie ihre Opfer post mortem [nach dem Tod] vergewaltigten oder sich an ihnen befriedigten.

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Pädophilie
[= Kinderliebe]
Sexuelle Betätigung an Kindern. Pädophilie gehört mit zum Bereich der sexuellen Abweichungen. Der Pädaphile ist in der Regel zur normalen Heterosexualität mit Erwachsenen nicht fähig und fühlt sich zu jüngeren Kindern, ausschließlich vor der Pubertät, hingezogen.

Allerdings sei hier gesagt: nicht jeder pädophil veranlagte Mensch vergeht sich an Kindern oder begeht irgendwann einmal eine Tat, die er eigentlich nur in seiner Phantasie auslebt und doch ist die Zahl der Verbrechen eine Tatsache, dass sehr viele Menschen mit dieser Neigung Kindesmissbrauch begehen.

Es dauerte sehr lange, bis man öffentlich über dieses Thema sprach, oftmals wurde es verdrängt, verschwiegen oder sogar heimlich gebilligt und es gab tatsächlich eine politische Gruppe, die in NRW einen Antrag darauf stellte, dass die Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen legalisiert werden sollte. Argumentiert wurde dieser Antrag damit, dass auch Kinder ein Recht auf das Erleben ihrer Sexualität hätten. Heutzutage ist so etwas glücklicherweise utopisch und auch damals hat eine überragende Mehrheit gegen diesen Antrag gestimmt. Erschreckend, dass es nicht alle waren.

Es gibt neben Mord und Vergewaltigung nur wenige Verbrechen, die so widerwärtig sind, wie die Tatsache, dass Erwachsene das Vertrauen und die Hilflosigkeit eines Kindes - sogar im Kleinkindesalter - für ihre sexuelle Befriedigung oder zum Geldverdienen rücksichtslos ausnutzen. Die Strafen sind hoch. Verurteilte Täter sind sogar im Gefängnis der Abschaum aller Einsitzenden und nicht wenige verloren sogar ihr Leben oder erlitten schwere Verletzungen während des Gefängnisaufenthalts durch ihre Mitgefangenen.

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Nymphomanie
Sexuell süchtiges Verlangen durch eine zunehmende sexuelle Bestätigung. Meist allerdings bleibt die Befriedigung aus, weil die Erfüllung der Phantasie nicht gestillt werden kann und generell ständig fortgeführt werden muss, um den inneren Drang zu besänftigen. Ein Teufelskreis.

Nymphomanie ist eine heftige Sucht und wird wie bei einer Drogensucht immer in ihrer Dosis gesteigert. Alles dreht sich irgendwann nur noch um Sex und um nichts anderes mehr. Das ganze Leben wird um diesen "Suchtgegenstand" aufgebaut und ein normales Leben in Arbeit und Familie ist generell einfach nicht mehr möglich.

Ursachen könnten genetische Veranlagungen sein oder sogar Missbrauchsbewältigung aus der Kindheit. Ziel der Therapie ist es, Intimität auch ohne Sexualität wieder erleben zu können und negative Gedanken und Gefühle zuzulassen, ohne diese durch Sex überdecken und verdrängen zu wollen. Die Einbeziehung der Angehörigen in diese Therapie ist nahezu unumgänglich, um einen Erfolg erzielen zu können.

Aussagen von Prominenten [beispielsweise], die ein "abwechslungsreiches" Sexualleben vorweisen und aufzeigen, bezeichnen sich selbst oder werden von der Presse oft als "sexsüchtig" bezeichnet und dargestellt. Nicht selten wird mit diesem Begriff wahllos umgegangen und verfehlt sein Ziel gänzlich, da diese Personen mitnichten wohl an Nymphomanie leiden. Die offen gelebte Sexualität hat absolut keinen Bezug zu einer möglichen Sexsucht, die ein behandlungsbedürftiges Krankheitsbild darstellt, das oftmals grosse Leiden verursacht.

Die Sexsucht ist bisher noch nicht als eigenständiges Krankheitsbild psychischer Störungen aufgenommen worden. Sie wird mit anderen Störungen assoziiert zBsp. "Sexuelle Störungen", "Störungen der Impulskontrolle" oder "Störung durch psychotrope Substanzen".

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Sodomie/ Zoophilie
Generell ist unter Sodomie die Sexualität von Menschen mit Tieren zu verstehen. Die Bezeichnung stammt von der biblischen Stadt Sodom am Toten Meer, die in der Bibel wegen ihrer Sündhaftigkeit vernichtet worden sein soll. Wissenschaftlich korrekt wäre allerdings der Ausdruck "Zoophilie" [griechisch "zoon" = Tier, philein= lieben, somit: Tierliebe].

Sodomie wird in der Gesellschaft heutzutage nicht nur für die Zoophilie als Begriff benutzt. In Frankreich gilt zBsp. die Homosexualität als sexuelle Abart und wird mit dem Begriff Sodomie bezeichnet, aber auch Pädophilie, Inzest, Cunnilingus, Fellatio oder den Analverkehr in heterosexuellen wie auch homosexuellen Beziehungen werden so bezeichnet, was generell falsch ist und es sei an dieser Stelle gesagt, dass Homosexualität, Cunnilingus und Fellatio [beides Oralbefriedigung] keine sexuellen Abarten darstellen!

Sex mit Tieren gibt es, seit es die Menschheit gibt, wie wir auch schon auf Höhlenmalereien aus der Bronzezeit und in den griechischen Mythologien sehen können. Fast immer wurde dieses Tun als gesellschaftlich geächtet angesehen und mit hohen strafen belegt. Im Mittelalter beispielsweise stand darauf fast ausnahmslos die Todesstrafe für Mensch und Tier. Lebenslange oder sehr lange Haftstrafen bis ins 19. Jahrhundert wurden verhängt. Die Ausnahme bildet die griechische Antike, in deren Erzählungen Zeus im einen oder anderen often Fall als Tier verwandelt zu seinen Geliebten kam.

Sexualität mit Tieren zu vollziehen und zu erleben, ist sehr weit verbreitet. Sei es nun die einsame Witwe, die sich von ihrem Schosshund mit der Zunge befriedigen lässt oder der Schafhirte im Einoedeland, der mit seinen Tieren schläft, aber auch bis zu den gestörten Menschen, die sich an Tieren auf die brutalsten Arten und Weisen vergehen. Es ist heutzutage im Einzelfall zu entscheiden, ob eine psychologische Betreuung von Nöten ist. Pauschale Urteile verbieten sich.

Gegenstand einer Verhandlung wäre der Schaden, den das Tier durch diese Handlungen erleidet. In Deutschland wird Sodomie/ Zoophilie mit wenigen Ausnahmen nicht mehr geahndet [1969 wurde die Strafbarkeit durch die Sexualstrafrechtsreform abgewendet], aber die Sodomie ist nach §17 und §18 des Tierschutzgesetzes dann eine Straftat/ bzw. eine Ordnungswidrigkeit, wenn dem Tier Schaden, Leid oder Schmerzen zugefügt wurden. Dieser Straftatbestand kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe verurteilt werden.

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Sadismus/ Masochismus
Sexuelle Perversion. Benannt nach dem Donatien-Alphonse-François Marquis de Sade [1740-1814]. Sadisten werden sexuell erregt, wenn sie andere Personen quälen können. In der Regel werden die Geschlechtspartner im entkleideten Zustand gefesselt, geknebelt, geschlagen, gebissen und vergewaltigt. In seltenen Fällen kommt es zu einer funktionierenden Beziehung zwischen einer sadistischen und einer masochistischen Person.

Sadismus: Ein Mensch, der sexuelle Befriedigung dadurch erfährt, dass er einem anderen Menschen seelische und/ oder körperliche Qualen zufügt, ihn demütigt und unterdrückt.

Masochismus: Ein Mensch der sexuelle Befriedigung dadurch erfährt, dass er selbst seelische und/ oder körperliche Qualen erleidet, gedemütigt und unterdrückt wird.

Es wird medizinisch von nichtsexuell motiviertem, sexuelle motiviertem und perversem Masochismus bzw. umgekehrt auch Sadismus unterschieden.

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Paraphilie
[griechisch = Nebenfreundschaft/ -liebe]

Alle Formen sexueller Befriedigung, die abweichend von der allgemeinen Norm sind uns meist als "Störung der Sexualpräferenz" ausgelegt werden. Sehr extreme, mitunter strafbare sexuelle Vorlieben wie Pädophilie oder Nekrophilie, aber auch harmlose [also nicht als verwerflich geltende Neigungen wie Fetische etc.] werden unter den Begriff der "Paraphilie" erwogen und gestellt.

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Perversion
[Lateinisch "perversus" = umgekehrt, verdreht]

Im Ursprung dieser Bezeichnung unterlag darunter eigentlich die Abweichung bzw. Ketzereien im Religiösen. Erst im 19. Jahrhundert wandelte sich die Bedeutung des Begriffs und wurde zunehmend in den Bereich der Sexualität eingebracht.
Früher verstand man darunter auch: Homosexualität, Onanie [Selbstbefriedigung], Sodomie/ Zoophilie, etc.
Heute wird der Begriff pervers zunehmend ausserhalb der Sexualität für Meinungen oder Taten verwendet, die als verrückt oder abartig oder schlicht inakzeptabel gelten. "Ist doch pervers, wie der sich hier durch die Kassenschlange drängelt."

Vor hundert Jahren galten viele Sexualpraktiken als pervers, die heutzutage von vielen Menschen praktiziert werden. zBsp. der Oralverkehr/ Mundverkehr [Fellatio oder Cunnilingus]. Es ist immer Gesellschaftsabhängig, wie dieser Begriff psychologisch zu werten und einzusetzen ist.

Man könnte auch den Vergleich aus dem Mittelalter starten: Man stelle sich vor, dass eine Frau, die eine sexuelle Beziehung zu einer anderen Frau hielt, als pervers angesehen wurde und in die öffentlich angenommene Folter und Mangel genommen wurde. Heutzutage ist die Homosexualität normal oder zumindest sollte sie es sein und die Folter selbst gilt als pervers. Mal abgesehen von der Tatsache, dass in der Folter oftmals sexuelle Perversionen vor der eigentlichen Folterung vollzogen wurden, die kaum mehr vorstellbar sind und viele Leute sogar gar nicht wahrhaben wollen, dass es passierte.

Erst wenn eine Perversion sich selbst oder anderen Schaden zufügt, ist es von Nöten, hier durch eine Therapie einzugreifen oder bei extremen Perversionen wie den Kindesmissbrauch auch gerichtlich und gesetzlich einzuschreiten. Alles andere sollte toleriert und als normal angesehen werden.

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Narzissmus
Selbstliebe. Jeder von uns bemüht sich, ein positives Bild von sich selbst zu haben. Dennoch sind wir in der Lage, auf Bedürfnisse anderer einzugehen. Narzissten jedoch neigen zu so übermäßiger Selbstverherrlichung, dass sie davon ausgehen, dass auch andere Menschen sie vergöttern. Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung führt dies zu ständigen Konflikten, da die Narzissten glauben, sie könnten ständig Vergünstigungen von anderen erhalten, ohne selbst etwas dafür geben zu müssen.

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Ödipus-/ Elektrakomplex
Begriff aus der Psychoanalyse. In der phallischen oder ödipalen Phase [nach Freud: 3.-5. Lebensjahr] verliebt sich der Junge in seine Mutter und beginnt im Vater einen Rivalen zu sehen, Freud leitete den Begriff aus der griechischen Sage über Ödipus ab, der seinen Vater tötete und die Mutter heiratete [Ödipus tat dies allerdings in völliger Unkenntnis der Verwandtschaftsverhältnisse].

Im Verlauf der ödipalen Phase soll der Junge dann eine "Kastrationsangst" durch die Beobachtung des Genitals von Frauen oder Mädchen entwickeln und dadurch glauben, dies würde auch ihm als eine Bestrafung für seine Wünsche nach der Mutter drohen. Die Identifikation mit dem Vater beendet dann diese ödipale Phase. Beim Mädchen kommt es gegensinnig zum "Elektrakomplex". Die Theorie gilt heute als sehr umstritten.

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Paranoia
Systematischer Wahn bei Schizophrenen. Am häufigsten bei der danach benannten Paranoiden Schizophrenie. Es kommt zu ausgefeilten Wahngebäuden mit einem komplexen und differenzierten Verfolgungswahn, Größenwahn und Beziehungswahn, die man dem betroffenen Patienten nicht ausreden kann. Diese fühlen sich z.B. in ihrer Wohnung ausspioniert, abgehorcht und von anderen heimlich beobachtet. Aus nebensächlichern Zufällen, etwa einem vor ihrer Haustür auf der Straße liegendem Zigarettenstummel, leiten sie die Richtigkeit ihrer Vorstellungen ab. Paranoider Wahn kann mitunter auch durch Drogen & Alkohol ausgelöst.

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Persönlichkeitsstörungen
Übermäßig starke Ausprägung bestimmter Persönlichkeitseigenschaften. Die Betreffenden selbst leiden nicht unter ihrem überspitzten Verhalten, aber fast immer die direkte Umwelt. Persönlichkeitsstörungen entwickeln sich meist schon im Verlauf der Kindheit und Jugend und zeigen als allgemeines Kennzeichen eine starre Unflexibilität und erheblich verringertes Anpassungsvermögen an unterschiedliche soziale Situationen.

Persönlichkeitsgestörte Menschen versuchen jedes Problem mit den gleichen rabiaten Verhaltensweisen zu lösen. Die einzelnen Formen unterscheiden sich allerdings in grossem Maße. Das Spektrum geht von absolut hilflos erscheinenden Verhaltensweisen, über egozentrische Selbstliebe bis hin zu antisozial-aggressivem Benehmen. Persönlichkeitsstörungen gelten als therapeutisch kaum beeinflussbar.

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Psychose
In Abgrenzung zu den reaktiven und hirnabhängigen psychischen Störungen fallen unter den Oberbegriff "Psychose" die beiden Gruppen der schizophrenen und der manisch-depressiven Erkrankungen. Psychosen verändern im Vergleich zu anderen psychischen Krankheiten die Persönlichkeit außerordentlich schwerwiegend, es kommt zu einer erheblichen Veränderung des Realitätsbezuges, die Personen können übliche soziale Verhaltensregeln nicht mehr durchschauen. Wahn und auch Halluzinationen sind häufig. Psychosen verlaufen, relativ unbeeinflussbar von äußeren Faktoren, typischerweise in Schüben oder Phasen.

Eine medikamentöse Behandlung im akuten Stadium ist in der Regel unumgänglich, um den Patienten soweit ansprechbar zu machen, dass eine begleitende Psychotherapie überhaupt erst möglich ist. Die Krankheitseinsicht fehlt dem Psychotiker meist völlig, die Störung wird als von außen kommend erlebt. Gefühle des Unheimlichen und massive Angstzustände sind sehr häufig.

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Schizophrenie
Psychotische Störung. Die Schizophrenien sind eine der häufigsten Formen endogener Psychosen mit erheblichem Realitätsverlust. Typischerweise können Schizophrene zwischen realen Erlebnissen und ihren Phantasien und Halluzinationen nicht mehr unterscheiden.

Die Patienten leiden unter Denkstörungen [Gedankenentzug, Gedankeneingebung, Ideenflucht], Sprachstörungen [wirre Sprache mit Wortneuschöpfungen], Wahnvorstellungen [Beziehungs- und Verfolgungswahn], Halluzinationen [Stimmen-Hören, Sehen von objektiv nicht vorhandenen Personen oder Tieren], Bewegungsstörungen, sozialen Schwierigkeiten [Isolation, sozialer Rückzug, Kontaktarmut] und Affektlabilität [oft unangemessene Emotionen].

Die Erkrankung verläuft schubweise, zwischen den Schüben sind viele Patienten völlig normal, ein Teil zeigt weiterhin seltsame, bizarre Verhaltensmuster. Es existieren mehrere Untergruppen der Schizophrenie.

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Thanatos
Todestrieb. Freud erklärte alle Verhaltensweisen zunächst mit dem Eros, dem Liebestrieb, stellte dann aber im Verlauf des 1. Weltkrieges fest, dass die Grausamkeit des Menschen nicht ausschließlich durch den Eros erklärt werden kann. Freud führte daraufhin den Thanatos ein, der für alle aggressive Verhaltensweisen verantwortlich ist.

Wie die Libido, die Energie des Eros, bedarf auch der Thanatos einer ständigen Abfuhrmöglichkeit seiner Energie in Form von gelegentlichen aggressiven Verhaltensweisen, damit es nicht zum Aufstau dieser Energie kommt, was eine psychische Störung zur Folge hätte.

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Voyeurismus
Sexuelle Perversion. Die Beobachtung anderer Personen in einer intimen Situation, etwa nackt beim Duschen oder beim Geschlechtsverkehr erregt den Voyeuristen. Viele dieser Personen nehmen durchaus gefahrvolle Situationen in Kauf, um andere zu beobachten. Allerdings scheint ein gewisses Ausmaß an Voyeurismus beim Menschen, insbesondere bei Männern, normal zu sein, da ganze Industriezweige Material mit entsprechendem pornographischen Inhalt verkaufen und beachtliche Umsätze dabei erzielen. Eine Grenze zwischen normal und krankhaft lässt sich hierdurch kaum ziehen.

Voyeuristen sind Menschen, die beim Betrachten der Sexualität oder Nacktheit anderer, Lust Freude oder Befriedigung erhalten, wie gerade angeführt, allerdings gibt es auch Voyeurismus ausserhalb der Sexualität zBsp. bei Unfällen, Naturkatastrophen oder ähnlichem. Solange bei den Betroffenen kein Leidensdruck besteht und die Rechte anderer nicht verletzt werden, kann dieser Trieb strafrechtlich nicht verfolgt werden.

Als krankhaft gilt er allerdings, wenn er zum Zwang wird, gegen den sich die betroffene Person nicht mehr wehren kann. Meist ist eine Therapie unabwendbar, wenn eine Heilung erfolgen soll.

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Wahn
Irreale Überzeugung, die im Widerspruch zu den tatsächlichen Gegebenheiten steht. Der Wahnkranke versucht, die seltsamen psychotischen Erfahrungen zu erklären. Aus diesen Erklärungsversuchen resultiert der Wahn. So glaubt der Patient, dass zBsp. Aliens ihm fremde Gedanken eingeben, die er gar nicht denken will oder ihm seine eigenen entziehen, um die menschliche Rasse zu untersuchen. Hierdurch gelingt es dem Kranken, nicht erkennen zu müssen, dass er selbst psychisch krank ist.

Häufig sind: Beziehungswahn [zufälliges Lachen im Restaurant wird auf sich bezogen], Verfolgungswahn [Glaube, dass überall Abhöranlagen eingebaut sind], Größenwahn des manischen Patienten [Vorstellung von Gott beauftragt zu sein], Eifersuchtswahn des Alkoholikers [aufgrund der eigenen Impotenz steigert der Alkoholiker sich in die Vorstellung hinein, dass seine Frau ihn betrügt].

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Zwangsneurose
Zwangsneurotiker werden durch ständige Vorstellungen von grässlichen Unglücken oder Katastrophen geplagt und versuchen sich mit einer Fülle von Handlungen abzusichern. So kontrollieren Zwangsneurotiker ständig, ob die Haustür abgeschlossen, Herd, Kaffee- und Waschmaschine abgeschaltet und alle Fenster geschlossen sind.

Viele haben Angst vor einer Ansteckung mit gefährlichen Krankheiten und waschen sich jedes Mal die Hände, wenn sie einen fremden, nicht zum Haushalt gehörenden Gegenstand berühren mussten [Waschzwang]. Andere sammeln zwanghaft Briefe, Zeitungsartikel, Zeitschriften, Einkaufsbons oder sogar Werbebroschüren, da sie meinen, dass diese irgendwann einmal noch wichtig oder wertvoll werden könnten. [Horter, auch Messi genannt].

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Stalking
[Englisch "to stalk" = "sich anpirschen"]

Stalking ist in den letzten Wochen in den Medien oft als Thema behandelt worden. Man versteht hierunter die Belästigung, Überwachung, Bedrohung, Verfolgung etc. eines Menschen, der als Opfer natürlich Angst entwickelt. Dies kann bis zu körperlichen Übergriffen, Vergewaltigung oder gar Mord [wie jüngst gesehen] führen.
Prominente sind sehr oft Opfer von Stalker, aber auch Privatpersonen, oftmals Frauen, werden zu Opfern, wenn beispielsweise ihre Beziehung ihrerseits beendet wird und der Ex-partner es nicht sein lassen kann, diese "Beziehung noch zu retten". Hier spricht man noch nicht von Stalking, wenn die Person dem potentiellen Stalker allerdings unmissverständlich klar macht, dass dieser sie in Ruhe lassen soll und der Stalker dennoch weitermacht, ist Stalking als solches gegeben.

Es gibt nun auch in Deutschland endlich einen Gesetzesentwurf, der dem Opfer schnelleren Schutz durch die Polizei bietet. Vorher war es nur möglich, die Polizei eingreifen zu lassen, wenn eine Einstweilige Verfügung vorlag oder aber tätliche Übergriffe passierten, was in vielen Fällen allerdings oft zu spät war.

Nach einer Untersuchung in den USA wurde deutlich, dass etwa 35% der Täter unter einer Geisteskrankheit leiden und bei den meisten anderen Persönlichkeitsstörungen vorherrschend waren.

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