Home
-> ... die
Psyche -> Psychiatrie/
Tabuthemen! -> Kleines Lexikon psychischer
Krankheiten
[-
Kleines Lexikon psychischer Krankheiten -]
Gerontophilie
[griechisch = "Altersliebe"]
Das Gegenteil zu Pädophilie. Sexuelle Anziehung
durch sehr viel ältere Personen und deren Bevorzugung
als Sexualpartner. Man versteht darunter die sexuelle
Anziehung gegenüber sehr alten Menschen. Generell
ist dagegen nichts einzuwenden und man freut sich,
wenn alte Menschen noch sexuell glücklich sein
dürfen. Es ist schon fast normal geworden,
dass ältere Frauen, jüngere Männer
oder alte Männer, jüngere Frauen als Partner
haben.
Krankhaft
oder abnorm ist dieses Verhalten/ diese Neigung
allerdings bei einem grossen Generationenunterschied
anzusehen, wenn ein Mensch nur und ausschliesslich
auf diese Weise sexuelle Befriedigung finden kann,
sobald auch der andere, ein extrem hohes Greisenalter
erreicht hat. Natürlich auch, sobald die Person
selbst oder dessen Umwelt an dieser Neigung leidet.
Dann wird eine psychiatrische oder psychologische
Behandlung nötig, auch wenn der sexuelle Kontakt
- solange er freiwillig von beiden Seiten vollzogen
wird - nicht strafbar oder verboten, aber wenn der
Greis/ die Greisin nicht mehr im Vollbesitz seiner/
ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte
ist, dann ist eine Strafbarkeit nach §179 Strafgesetzbuch
gegeben.
»
nach
oben «
Exhibitionismus
Vorzeigen der Geschlechtsteile [Penis, Vagina, Brüste,
Gesäss] mit dem Ziel, sexuelle Erregung zu
erreichen, während ein Zuschauer an diesem
Schauspiel Interesse zeigt.
Hier
handelt es sich um einen sexuellen Kontakt auf Distanz,
wobei der Passant diese Konfrontation nicht erwartet
und an sich unbekannte Zuschauer bevorzugt werden
[Alter, Geschlecht, Rasse oder dergleichen anderes
ist irrelevant und kann je nach Exhibitionist unterschiedlich
sein]. Exhibitionisten können sowohl weiblich
wie auch männlich sein.
Nach §183 Strafgesetzbuch gilt
Exhibitionismus als Krankheit und sucht, weil sie
von der Allgemeinheit als abnorm empfunden, kriminalisiert
und geächtet wird. Exhibitionisten sind durchaus
in der Lage, normalen Geschlechtsverkehr zu vollziehen
und sind nicht selten verheiratet. Diese Straftat
kann bis zu einem Jahr Gefängnis oder auf Bewehrung
bestraft werden. Geschieht die Tat allerdings vor
Kindern, wird sie mit erheblichen Strafen geahndet,
die nach §176 aufgeführt sind und zum
Missbrauch an Kindern zählen.
Meist
sind die Täter harmlos und streben keinen Körperkontakt
in irgendeiner Form an. Sie werden zumeist als gestört
eingestuft, sich oftmals vor Frauen oder Kindern
entblössen und sich dabei nicht selten selbst
befriedigen.
»
nach
oben «
Fetischismus
An die Stelle eines lebenden Menschen tritt hier
ein Objekt ["Fetisch"] zum Ausleben des
Geschlechtstriebes. Fetischisten stehlen häufig
Gegenstände wie zBsp: getragene Slips, benutzte
Damenschuhe, gebrauchte Tampons usw. Eine besondere
Form ist der Gummi- oder Leder-Fetischismus, hier
muss der Partner entsprechende Kleidung tragen,
um den Fetischisten stimulieren oder überhaupt
befriedigen zu können.
»
nach
oben «
Nekrophilie
Nekrophile begehen sexuelle Handlungen an Toten
oder Teilen von Toten. Selten gibt es Fälle
in Deutschland, die bekannt sind, allerdings dürfte
die Dunkelziffer erheblich sein. Die Täter
sind fast ausschliesslich Männer, die meist
ein völlig unauffälliges Leben führen.
Die
Täter sind meist gestörte Persönlichkeiten
und bedürfen in der Regeln unbedingt einer
medizinisch-psychologischen Hilfe bzw. Therapie.
Die Nekrophilie ist in Deutschland als Störung
der Totenruhe nach §168 des Strafgesetzbuches
strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
geahndet werden.
Einige
Serienmörder weisen diese Neigungen auf, als
sie ihre Opfer post mortem [nach dem Tod] vergewaltigten
oder sich an ihnen befriedigten.
»
nach
oben «
Pädophilie
[= Kinderliebe]
Sexuelle Betätigung an Kindern. Pädophilie
gehört mit zum Bereich der sexuellen Abweichungen.
Der Pädaphile ist in der Regel zur normalen
Heterosexualität mit Erwachsenen nicht fähig
und fühlt sich zu jüngeren Kindern, ausschließlich
vor der Pubertät, hingezogen.
Allerdings
sei hier gesagt: nicht jeder pädophil veranlagte
Mensch vergeht sich an Kindern oder begeht irgendwann
einmal eine Tat, die er eigentlich nur in seiner
Phantasie auslebt und doch ist die Zahl der Verbrechen
eine Tatsache, dass sehr viele Menschen mit dieser
Neigung Kindesmissbrauch begehen.
Es dauerte sehr lange, bis man öffentlich
über dieses Thema sprach, oftmals wurde es
verdrängt, verschwiegen oder sogar heimlich
gebilligt und es gab tatsächlich eine politische
Gruppe, die in NRW einen Antrag darauf stellte,
dass die Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen
legalisiert werden sollte. Argumentiert wurde dieser
Antrag damit, dass auch Kinder ein Recht auf das
Erleben ihrer Sexualität hätten. Heutzutage
ist so etwas glücklicherweise utopisch und
auch damals hat eine überragende Mehrheit gegen
diesen Antrag gestimmt. Erschreckend, dass es nicht
alle waren.
Es
gibt neben Mord und Vergewaltigung nur wenige Verbrechen,
die so widerwärtig sind, wie die Tatsache,
dass Erwachsene das Vertrauen und die Hilflosigkeit
eines Kindes - sogar im Kleinkindesalter - für
ihre sexuelle Befriedigung oder zum Geldverdienen
rücksichtslos ausnutzen. Die Strafen sind hoch.
Verurteilte Täter sind sogar im Gefängnis
der Abschaum aller Einsitzenden und nicht wenige
verloren sogar ihr Leben oder erlitten schwere Verletzungen
während des Gefängnisaufenthalts durch
ihre Mitgefangenen.
»
nach
oben «
Nymphomanie
Sexuell süchtiges Verlangen durch eine zunehmende
sexuelle Bestätigung. Meist allerdings bleibt
die Befriedigung aus, weil die Erfüllung der
Phantasie nicht gestillt werden kann und generell
ständig fortgeführt werden muss, um den
inneren Drang zu besänftigen. Ein Teufelskreis.
Nymphomanie
ist eine heftige Sucht und wird wie bei einer Drogensucht
immer in ihrer Dosis gesteigert. Alles dreht sich
irgendwann nur noch um Sex und um nichts anderes
mehr. Das ganze Leben wird um diesen "Suchtgegenstand"
aufgebaut und ein normales Leben in Arbeit und Familie
ist generell einfach nicht mehr möglich.
Ursachen könnten genetische
Veranlagungen sein oder sogar Missbrauchsbewältigung
aus der Kindheit. Ziel der Therapie ist es, Intimität
auch ohne Sexualität wieder erleben zu können
und negative Gedanken und Gefühle zuzulassen,
ohne diese durch Sex überdecken und verdrängen
zu wollen. Die Einbeziehung der Angehörigen
in diese Therapie ist nahezu unumgänglich,
um einen Erfolg erzielen zu können.
Aussagen von Prominenten [beispielsweise],
die ein "abwechslungsreiches" Sexualleben
vorweisen und aufzeigen, bezeichnen sich selbst
oder werden von der Presse oft als "sexsüchtig"
bezeichnet und dargestellt. Nicht selten wird mit
diesem Begriff wahllos umgegangen und verfehlt sein
Ziel gänzlich, da diese Personen mitnichten
wohl an Nymphomanie leiden. Die offen gelebte Sexualität
hat absolut keinen Bezug zu einer möglichen
Sexsucht, die ein behandlungsbedürftiges Krankheitsbild
darstellt, das oftmals grosse Leiden verursacht.
Die
Sexsucht ist bisher noch nicht als eigenständiges
Krankheitsbild psychischer Störungen aufgenommen
worden. Sie wird mit anderen Störungen assoziiert
zBsp. "Sexuelle Störungen", "Störungen
der Impulskontrolle" oder "Störung
durch psychotrope Substanzen".
»
nach
oben «
Sodomie/
Zoophilie
Generell ist unter Sodomie die Sexualität von
Menschen mit Tieren zu verstehen. Die Bezeichnung
stammt von der biblischen Stadt Sodom am Toten Meer,
die in der Bibel wegen ihrer Sündhaftigkeit
vernichtet worden sein soll. Wissenschaftlich korrekt
wäre allerdings der Ausdruck "Zoophilie"
[griechisch "zoon" = Tier, philein= lieben,
somit: Tierliebe].
Sodomie
wird in der Gesellschaft heutzutage nicht nur für
die Zoophilie als Begriff benutzt. In Frankreich
gilt zBsp. die Homosexualität als sexuelle
Abart und wird mit dem Begriff Sodomie bezeichnet,
aber auch Pädophilie, Inzest, Cunnilingus,
Fellatio oder den Analverkehr in heterosexuellen
wie auch homosexuellen Beziehungen werden so bezeichnet,
was generell falsch ist und es sei an dieser Stelle
gesagt, dass Homosexualität, Cunnilingus und
Fellatio [beides Oralbefriedigung] keine sexuellen
Abarten darstellen!
Sex mit Tieren gibt es, seit es
die Menschheit gibt, wie wir auch schon auf Höhlenmalereien
aus der Bronzezeit und in den griechischen Mythologien
sehen können. Fast immer wurde dieses Tun als
gesellschaftlich geächtet angesehen und mit
hohen strafen belegt. Im Mittelalter beispielsweise
stand darauf fast ausnahmslos die Todesstrafe für
Mensch und Tier. Lebenslange oder sehr lange Haftstrafen
bis ins 19. Jahrhundert wurden verhängt. Die
Ausnahme bildet die griechische Antike, in deren
Erzählungen Zeus im einen oder anderen often
Fall als Tier verwandelt zu seinen Geliebten kam.
Sexualität mit Tieren zu vollziehen
und zu erleben, ist sehr weit verbreitet. Sei es
nun die einsame Witwe, die sich von ihrem Schosshund
mit der Zunge befriedigen lässt oder der Schafhirte
im Einoedeland, der mit seinen Tieren schläft,
aber auch bis zu den gestörten Menschen, die
sich an Tieren auf die brutalsten Arten und Weisen
vergehen. Es ist heutzutage im Einzelfall zu entscheiden,
ob eine psychologische Betreuung von Nöten
ist. Pauschale Urteile verbieten sich.
Gegenstand
einer Verhandlung wäre der Schaden, den das
Tier durch diese Handlungen erleidet. In Deutschland
wird Sodomie/ Zoophilie mit wenigen Ausnahmen nicht
mehr geahndet [1969 wurde die Strafbarkeit durch
die Sexualstrafrechtsreform abgewendet], aber die
Sodomie ist nach §17 und §18 des Tierschutzgesetzes
dann eine Straftat/ bzw. eine Ordnungswidrigkeit,
wenn dem Tier Schaden, Leid oder Schmerzen zugefügt
wurden. Dieser Straftatbestand kann mit einer Freiheitsstrafe
von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe
verurteilt werden.
»
nach
oben «
Sadismus/
Masochismus
Sexuelle Perversion. Benannt nach dem Donatien-Alphonse-François
Marquis de Sade [1740-1814]. Sadisten werden sexuell
erregt, wenn sie andere Personen quälen können.
In der Regel werden die Geschlechtspartner im entkleideten
Zustand gefesselt, geknebelt, geschlagen, gebissen
und vergewaltigt. In seltenen Fällen kommt
es zu einer funktionierenden Beziehung zwischen
einer sadistischen und einer masochistischen Person.
Sadismus:
Ein Mensch, der sexuelle Befriedigung dadurch erfährt,
dass er einem anderen Menschen seelische und/ oder
körperliche Qualen zufügt, ihn demütigt
und unterdrückt.
Masochismus:
Ein Mensch der sexuelle Befriedigung dadurch erfährt,
dass er selbst seelische und/ oder körperliche
Qualen erleidet, gedemütigt und unterdrückt
wird.
Es
wird medizinisch von nichtsexuell motiviertem, sexuelle
motiviertem und perversem Masochismus bzw. umgekehrt
auch Sadismus unterschieden.
»
nach
oben «
Paraphilie
[griechisch = Nebenfreundschaft/
-liebe]
Alle
Formen sexueller Befriedigung, die abweichend von
der allgemeinen Norm sind uns meist als "Störung
der Sexualpräferenz" ausgelegt werden.
Sehr extreme, mitunter strafbare sexuelle Vorlieben
wie Pädophilie oder Nekrophilie, aber auch
harmlose [also nicht als verwerflich geltende Neigungen
wie Fetische etc.] werden unter den Begriff der
"Paraphilie" erwogen und gestellt.
»
nach
oben «
Perversion
[Lateinisch "perversus"
= umgekehrt, verdreht]
Im Ursprung dieser Bezeichnung unterlag darunter
eigentlich die Abweichung bzw. Ketzereien im Religiösen.
Erst im 19. Jahrhundert wandelte sich die Bedeutung
des Begriffs und wurde zunehmend in den Bereich
der Sexualität eingebracht.
Früher verstand man darunter auch: Homosexualität,
Onanie [Selbstbefriedigung], Sodomie/ Zoophilie,
etc.
Heute wird der Begriff pervers zunehmend ausserhalb
der Sexualität für Meinungen oder Taten
verwendet, die als verrückt oder abartig oder
schlicht inakzeptabel gelten. "Ist doch pervers,
wie der sich hier durch die Kassenschlange drängelt."
Vor hundert Jahren galten viele
Sexualpraktiken als pervers, die heutzutage von
vielen Menschen praktiziert werden. zBsp. der Oralverkehr/
Mundverkehr [Fellatio oder Cunnilingus]. Es ist
immer Gesellschaftsabhängig, wie dieser Begriff
psychologisch zu werten und einzusetzen ist.
Man könnte auch den Vergleich
aus dem Mittelalter starten: Man stelle sich vor,
dass eine Frau, die eine sexuelle Beziehung zu einer
anderen Frau hielt, als pervers angesehen wurde
und in die öffentlich angenommene Folter und
Mangel genommen wurde. Heutzutage ist die Homosexualität
normal oder zumindest sollte sie es sein und die
Folter selbst gilt als pervers. Mal abgesehen von
der Tatsache, dass in der Folter oftmals sexuelle
Perversionen vor der eigentlichen Folterung vollzogen
wurden, die kaum mehr vorstellbar sind und viele
Leute sogar gar nicht wahrhaben wollen, dass es
passierte.
Erst
wenn eine Perversion sich selbst oder anderen Schaden
zufügt, ist es von Nöten, hier durch eine
Therapie einzugreifen oder bei extremen Perversionen
wie den Kindesmissbrauch auch gerichtlich und gesetzlich
einzuschreiten. Alles andere sollte toleriert und
als normal angesehen werden.
»
nach
oben «
Narzissmus
Selbstliebe. Jeder von uns bemüht sich, ein
positives Bild von sich selbst zu haben. Dennoch
sind wir in der Lage, auf Bedürfnisse anderer
einzugehen. Narzissten jedoch neigen zu so übermäßiger
Selbstverherrlichung, dass sie davon ausgehen, dass
auch andere Menschen sie vergöttern. Bei der
narzisstischen Persönlichkeitsstörung
führt dies zu ständigen Konflikten, da
die Narzissten glauben, sie könnten ständig
Vergünstigungen von anderen erhalten, ohne
selbst etwas dafür geben zu müssen.
»
nach
oben «
Ödipus-/
Elektrakomplex
Begriff aus der Psychoanalyse. In der phallischen
oder ödipalen Phase [nach Freud: 3.-5. Lebensjahr]
verliebt sich der Junge in seine Mutter und beginnt
im Vater einen Rivalen zu sehen, Freud leitete den
Begriff aus der griechischen Sage über Ödipus
ab, der seinen Vater tötete und die Mutter
heiratete [Ödipus tat dies allerdings in völliger
Unkenntnis der Verwandtschaftsverhältnisse].
Im
Verlauf der ödipalen Phase soll der Junge dann
eine "Kastrationsangst" durch die Beobachtung
des Genitals von Frauen oder Mädchen entwickeln
und dadurch glauben, dies würde auch ihm als
eine Bestrafung für seine Wünsche nach
der Mutter drohen. Die Identifikation mit dem Vater
beendet dann diese ödipale Phase. Beim Mädchen
kommt es gegensinnig zum "Elektrakomplex".
Die Theorie gilt heute als sehr umstritten.
»
nach
oben «
Paranoia
Systematischer Wahn bei Schizophrenen. Am häufigsten
bei der danach benannten Paranoiden Schizophrenie.
Es kommt zu ausgefeilten Wahngebäuden mit einem
komplexen und differenzierten Verfolgungswahn, Größenwahn
und Beziehungswahn, die man dem betroffenen Patienten
nicht ausreden kann. Diese fühlen sich z.B.
in ihrer Wohnung ausspioniert, abgehorcht und von
anderen heimlich beobachtet. Aus nebensächlichern
Zufällen, etwa einem vor ihrer Haustür
auf der Straße liegendem Zigarettenstummel,
leiten sie die Richtigkeit ihrer Vorstellungen ab.
Paranoider Wahn kann mitunter auch durch Drogen
& Alkohol ausgelöst.
»
nach
oben «
Persönlichkeitsstörungen
Übermäßig starke Ausprägung
bestimmter Persönlichkeitseigenschaften. Die
Betreffenden selbst leiden nicht unter ihrem überspitzten
Verhalten, aber fast immer die direkte Umwelt. Persönlichkeitsstörungen
entwickeln sich meist schon im Verlauf der Kindheit
und Jugend und zeigen als allgemeines Kennzeichen
eine starre Unflexibilität und erheblich verringertes
Anpassungsvermögen an unterschiedliche soziale
Situationen.
Persönlichkeitsgestörte
Menschen versuchen jedes Problem mit den gleichen
rabiaten Verhaltensweisen zu lösen. Die einzelnen
Formen unterscheiden sich allerdings in grossem
Maße. Das Spektrum geht von absolut hilflos
erscheinenden Verhaltensweisen, über egozentrische
Selbstliebe bis hin zu antisozial-aggressivem Benehmen.
Persönlichkeitsstörungen gelten als therapeutisch
kaum beeinflussbar.
»
nach
oben «
Psychose
In Abgrenzung zu den reaktiven und hirnabhängigen
psychischen Störungen fallen unter den Oberbegriff
"Psychose" die beiden Gruppen der schizophrenen
und der manisch-depressiven Erkrankungen. Psychosen
verändern im Vergleich zu anderen psychischen
Krankheiten die Persönlichkeit außerordentlich
schwerwiegend, es kommt zu einer erheblichen Veränderung
des Realitätsbezuges, die Personen können
übliche soziale Verhaltensregeln nicht mehr
durchschauen. Wahn und auch Halluzinationen sind
häufig. Psychosen verlaufen, relativ unbeeinflussbar
von äußeren Faktoren, typischerweise
in Schüben oder Phasen.
Eine
medikamentöse Behandlung im akuten Stadium
ist in der Regel unumgänglich, um den Patienten
soweit ansprechbar zu machen, dass eine begleitende
Psychotherapie überhaupt erst möglich
ist. Die Krankheitseinsicht fehlt dem Psychotiker
meist völlig, die Störung wird als von
außen kommend erlebt. Gefühle des Unheimlichen
und massive Angstzustände sind sehr häufig.
»
nach
oben «
Schizophrenie
Psychotische Störung. Die Schizophrenien sind
eine der häufigsten Formen endogener Psychosen
mit erheblichem Realitätsverlust. Typischerweise
können Schizophrene zwischen realen Erlebnissen
und ihren Phantasien und Halluzinationen nicht mehr
unterscheiden.
Die
Patienten leiden unter Denkstörungen [Gedankenentzug,
Gedankeneingebung, Ideenflucht], Sprachstörungen
[wirre Sprache mit Wortneuschöpfungen], Wahnvorstellungen
[Beziehungs- und Verfolgungswahn], Halluzinationen
[Stimmen-Hören, Sehen von objektiv nicht vorhandenen
Personen oder Tieren], Bewegungsstörungen,
sozialen Schwierigkeiten [Isolation, sozialer Rückzug,
Kontaktarmut] und Affektlabilität [oft unangemessene
Emotionen].
Die
Erkrankung verläuft schubweise, zwischen den
Schüben sind viele Patienten völlig normal,
ein Teil zeigt weiterhin seltsame, bizarre Verhaltensmuster.
Es existieren mehrere Untergruppen der Schizophrenie.
»
nach
oben «
Thanatos
Todestrieb. Freud erklärte alle Verhaltensweisen
zunächst mit dem Eros, dem Liebestrieb, stellte
dann aber im Verlauf des 1. Weltkrieges fest, dass
die Grausamkeit des Menschen nicht ausschließlich
durch den Eros erklärt werden kann. Freud führte
daraufhin den Thanatos ein, der für alle aggressive
Verhaltensweisen verantwortlich ist.
Wie
die Libido, die Energie des Eros, bedarf auch der
Thanatos einer ständigen Abfuhrmöglichkeit
seiner Energie in Form von gelegentlichen aggressiven
Verhaltensweisen, damit es nicht zum Aufstau dieser
Energie kommt, was eine psychische Störung
zur Folge hätte.
»
nach
oben «
Voyeurismus
Sexuelle Perversion. Die Beobachtung anderer Personen
in einer intimen Situation, etwa nackt beim Duschen
oder beim Geschlechtsverkehr erregt den Voyeuristen.
Viele dieser Personen nehmen durchaus gefahrvolle
Situationen in Kauf, um andere zu beobachten. Allerdings
scheint ein gewisses Ausmaß an Voyeurismus
beim Menschen, insbesondere bei Männern, normal
zu sein, da ganze Industriezweige Material mit entsprechendem
pornographischen Inhalt verkaufen und beachtliche
Umsätze dabei erzielen. Eine Grenze zwischen
normal und krankhaft lässt sich hierdurch kaum
ziehen.
Voyeuristen
sind Menschen, die beim Betrachten der Sexualität
oder Nacktheit anderer, Lust Freude oder Befriedigung
erhalten, wie gerade angeführt, allerdings
gibt es auch Voyeurismus ausserhalb der Sexualität
zBsp. bei Unfällen, Naturkatastrophen oder
ähnlichem. Solange bei den Betroffenen kein
Leidensdruck besteht und die Rechte anderer nicht
verletzt werden, kann dieser Trieb strafrechtlich
nicht verfolgt werden.
Als
krankhaft gilt er allerdings, wenn er zum Zwang
wird, gegen den sich die betroffene Person nicht
mehr wehren kann. Meist ist eine Therapie unabwendbar,
wenn eine Heilung erfolgen soll.
»
nach
oben «
Wahn
Irreale Überzeugung, die im Widerspruch zu
den tatsächlichen Gegebenheiten steht. Der
Wahnkranke versucht, die seltsamen psychotischen
Erfahrungen zu erklären. Aus diesen Erklärungsversuchen
resultiert der Wahn. So glaubt der Patient, dass
zBsp. Aliens ihm fremde Gedanken eingeben, die er
gar nicht denken will oder ihm seine eigenen entziehen,
um die menschliche Rasse zu untersuchen. Hierdurch
gelingt es dem Kranken, nicht erkennen zu müssen,
dass er selbst psychisch krank ist.
Häufig
sind: Beziehungswahn [zufälliges Lachen im
Restaurant wird auf sich bezogen], Verfolgungswahn
[Glaube, dass überall Abhöranlagen eingebaut
sind], Größenwahn des manischen Patienten
[Vorstellung von Gott beauftragt zu sein], Eifersuchtswahn
des Alkoholikers [aufgrund der eigenen Impotenz
steigert der Alkoholiker sich in die Vorstellung
hinein, dass seine Frau ihn betrügt].
»
nach
oben «
Zwangsneurose
Zwangsneurotiker werden durch ständige Vorstellungen
von grässlichen Unglücken oder Katastrophen
geplagt und versuchen sich mit einer Fülle
von Handlungen abzusichern. So kontrollieren Zwangsneurotiker
ständig, ob die Haustür abgeschlossen,
Herd, Kaffee- und Waschmaschine abgeschaltet und
alle Fenster geschlossen sind.
Viele
haben Angst vor einer Ansteckung mit gefährlichen
Krankheiten und waschen sich jedes Mal die Hände,
wenn sie einen fremden, nicht zum Haushalt gehörenden
Gegenstand berühren mussten [Waschzwang]. Andere
sammeln zwanghaft Briefe, Zeitungsartikel, Zeitschriften,
Einkaufsbons oder sogar Werbebroschüren, da
sie meinen, dass diese irgendwann einmal noch wichtig
oder wertvoll werden könnten. [Horter, auch
Messi genannt].
»
nach
oben «
Stalking
[Englisch "to stalk"
= "sich anpirschen"]
Stalking ist in den letzten Wochen in den Medien
oft als Thema behandelt worden. Man versteht hierunter
die Belästigung, Überwachung, Bedrohung,
Verfolgung etc. eines Menschen, der als Opfer natürlich
Angst entwickelt. Dies kann bis zu körperlichen
Übergriffen, Vergewaltigung oder gar Mord [wie
jüngst gesehen] führen.
Prominente sind sehr oft Opfer von Stalker, aber
auch Privatpersonen, oftmals Frauen, werden zu Opfern,
wenn beispielsweise ihre Beziehung ihrerseits beendet
wird und der Ex-partner es nicht sein lassen kann,
diese "Beziehung noch zu retten". Hier
spricht man noch nicht von Stalking, wenn die Person
dem potentiellen Stalker allerdings unmissverständlich
klar macht, dass dieser sie in Ruhe lassen soll
und der Stalker dennoch weitermacht, ist Stalking
als solches gegeben.
Es gibt nun auch in Deutschland
endlich einen Gesetzesentwurf, der dem Opfer schnelleren
Schutz durch die Polizei bietet. Vorher war es nur
möglich, die Polizei eingreifen zu lassen,
wenn eine Einstweilige Verfügung vorlag oder
aber tätliche Übergriffe passierten, was
in vielen Fällen allerdings oft zu spät
war.
Nach
einer Untersuchung in den USA wurde deutlich, dass
etwa 35% der Täter unter einer Geisteskrankheit
leiden und bei den meisten anderen Persönlichkeitsstörungen
vorherrschend waren.
»
nach
oben «