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Imagination

Erläuterung

Imaginationsübungen sind ein Weg in der Traumatherapie wieder zu seinem inneren Gleichgewicht zu finden und vielleicht einige Bereich des Lebens bearbeiten zu können, die man verdrängt hat oder auch mit bewussten Erinnerungen besser umgehen zu lernen.

Ich habe diese Therapie gemacht, als ich wegen einer Essstörung in der Klinik Schwedenstein war und ich finde, es sind Übungen, die nicht nur für Traumapatienten gut sind, sondern für jeden, der sein seelisches Gleichgewicht besser stützen möchte. Diese Übungen brauchen viel Entspannung, einen ruhigen Raum, in dem man ungestört ist und man legt sich dafür am Besten auf den Rücken und versucht die Glieder zu entspannen.

Man muss sich bewusst dafür entscheiden, die inneren Wahrnehmungen zu öffnen, es ist hilfreich, die Augen zu schließen. Wenn man glaubt, die Kontrolle über sich zu verlieren, kann man auch ein Körperteil angespannt lassen und dem vorbeugen. Man sollte sich dann auf seinen Atem konzentrieren, um sich noch besser fallen lassen zu können, in dem man sich wirklich entspannt [vielleicht 1-3 Minuten].

Ich möchte hier drei von sehr vielen imaginären Übungen erklären. Natürlich gibt es noch viele mehr, aber die folgenden drei halte ich für die wichtigsten und auch ohne therapeutische Hilfe, die sichersten. Man darf nie vergessen, dass vor allem Traumapatienten solche Übungen eher nicht allein machen sollten, wenn sie nicht stabilisiert sind, daher belasse ich es dabei, die drei zu nennen. Die anderen wären "Die Baumübung", "Das innere Team", "Der innere Garten", "Frieden schließen mit sich selbst", "Die Fernsteuerung" und die "Lichtstromübung". Folgende will ich beschreiben:

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Der sichere innere Ort

Schaue nach der Entspannungsübung in Deinem Inneren nach einem sicheren Ort, an dem Du Dich absolut sicher und wohl fühlst. Es ist ein Ort, den nur Du allein betreten kannst und allenfalls freundliche, hilfreiche Wesen [keine Menschen], wenn Du sie herbeibittest oder rufst.

Lass Dir Zeit und begib Dich auf die Suche nach einem solchen Ort...

Vielleicht siehst Du Bilder, vielleicht spürst Du irgend etwas, vielleicht denkst Du zunächst auch nur an einen solchen Ort. Dieser Ort darf kein Ort sein, den es real zu finden gibt. Er darf nur in der Phantasie, in Deinem Inneren existieren.

Lass auftauchen, was auch immer auftaucht und nimm es an. Sollten bei Deiner Suche nach dem sicheren inneren Ort unangenehme Bilder oder Gedanken auftauchen, was schon einmal geschehen kann, so beachte diese möglichst nicht und geh weiter. Sei Dir gewiss, dass es diesen sicheren Ort für Dich gibt und Du nur eine Zeit lang geduldig suchen und Dich darauf konzentrieren musst.

Es kann sein, dass der Ort ganz in Deiner Nähe aufzuspüren ist, es kann aber auch sein, dass er sehr weit entfernt irgendwo in dieser Welt/ diesem Universum ist...
Mache Dir bitte klar, dass Dir bei der Suche und Ausgestaltung Deines sicheren, inneren Ortes alle nur denkbaren Hilfsmittel zur Verfügung stehen [Fahrzeuge, Werkzeuge, Materialien, selbst magische Hilfsmittel. [2-5 Minuten].

Wenn Du das Gefühl hast, den sicheren inneren Ort gefunden zu haben, dann mache weiter in der Übung. Beschreibe den inneren Ort für Dich mit Worten, wenn Du möchtest, aber dies nur, wenn Du dazu bereit bist. Prüfe, ob Du dort wirklich ganz und gar sicher bist und Dich wohlfühlst.

Schau nach, ob Du es Dir dort bequem machen kannst. Es ist wichtig, dass Du Dich vollkommen wohl, geborgen und sicher fühlst. Richte Deinen sicheren inneren Ort also bitte so ein, dass dies möglich ist. Lass Dir Zeit, stell Dir das alles genau vor und beschreibe es für Dich in Deinem Inneren.

Wenn Du diesen sicheren inneren Ort erreicht hast und ihn zu Deinem völligen Wohlbefinden und Deiner Sicherheit gestaltet hast, spüre jetzt bitte ganz genau, wie es Deinem Körper damit geht, an diesem sicheren Ort zu sein... Lass Dir Zeit.

Was siehst Du? Was hörst Du? Was riechst Du? Was spürst Du auf der Haut? Wie geht es Deinen Muskeln? Wie ist die Atmung? Wie geht es Deinem Bauch?
Nimm das bitte ganz genau wahr, damit Du weißt, wie es sich anfühlt, an diesem sicheren Ort zu sein. [2-3 Minuten]

Verabrede jetzt mit Dir selbst ein Zeichen, mit dessen Hilfe Du jederzeit an Deinen sicheren Ort gehen kannst. Du kannst z.B. eine Faust machen, einen Finger kräftig bewegen, sich die Hände geben usw. Die Geste kann so sein, dass Du sie jetzt vollziehst, aber auch so, dass man sie nicht äußerlich sehen kann, weil es eine recht gängige Geste ist.

Immer wenn Du diese Geste machen wirst, kannst Du zukünftig an den sicheren Ort gehen und ihn spüren, wenn Du es möchtest. [Dieses Vorgehen nennt man "ankern"]. Führe jetzt die Geste bitte auch aus, damit Dein Körper sich später erinnert [1 min].
Spüre jetzt bitte noch einmal, wie gut es Dir an diesem sicheren Ort geht [1-2 min] und komme dann bitte wieder zurück in die den Raum, in dem Du Dich befindest.

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Die inneren Helfer

Wieder mache die Entspannungsübung wie zu Anfang beschrieben. Bei den inneren Helfen setze Dich mit dem Teil in Dir in Verbindung, den man "die innere Weisheit" oder die "inneren Heiler" nennen kann. Also mit dem Teil in Dir, der weise ist. [1-2 min]

Bitte jetzt Deine innere Weisheit, Dich mit einem oder mehreren hilfreichen Wesen in Kontakt zu bringen. Wesen, die keine Menschen sind...
Sei offen für alle Wahrnehmungen, sei es, dass Du etwas siehst, etwas hörst oder die Präsenz der hilfreichen Wesen einfach nur spürst. Nimm mit Deinen Sinnen wahr, was Dir die innere Weisheit zeigen will. [2-3 min]

Überlege Dir jetzt bitte, welche für Dich wichtige Frage Du den Helfern vorlegen möchtest oder welche Hilfe/ Unterstützung Du Dir von ihnen wünschst. [1-3 min]
Trage Dein Anliegen/ Deinen Wunsch so genau wie möglich vor bzw. bitte um Hilfe für Dein Problem und sei dann offen für jede Antwort, die Dir gegeben wird. Bewerte diese in keinem Fall. [2-5 min]

Wenn Du hilfreiche Antworten oder Unterstützung erhalten hast, bedanke Dich bei den freundlichen Wesen für deren Hilfe und bedanken Dich bei Deiner inneren Weisheit für ihre Unterstützung. Verabrede, so häufig Du es wünschst, mit ihnen in Verbindung zu treten. Du kannst sie jetzt auch bitten, Deine ständigen Begleiter zu werden.

Komme dann wieder in den Raum zurück, in dem Du Dich real befindest und zwar mit Deiner ganzen Aufmerksamkeit. Muskeln bewegen, anspannen, tief- und hörbar einatmen und ausatmen, ganz wach werden und erst dann die Augen öffnen.

Manchmal sind die Antworten der inneren Helfer direkt, manchmal gibt es verschlüsselte, symbolische Antworten. Manchmal sind die Antworten weder für die Patienten noch für den Therapeuten ganz verständlich, und es ist notwenig, Geduld zu haben. Im Übrigen sind beunruhigende und/ oder gar ängstigende Inhalte oder Wesen möglicherweise vorhanden; es muss dann jedoch darauf hingewiesen werden, dass es sich dabei nicht um Äußerungen der freundlichen Wesen, sondern um Störungen von anderen Wesen handelt. Die freundlichen, hilfreichen Wesen führen dazu, Hilfe und Unterstützung zu spüren und sich verstanden und wohl zu fühlen.

Eine Antwort, die ich einmal in einem Forum geschrieben habe zu dieser Übung:

Wie ich auch denn inneren sicheren Ort, habe ich in der Imagination meine "inneren Helferlein" kennengelernt.
Allerdings war es an sich immer so, dass es niemand war, um Trost zu suchen oder sich Phantasievorstellungen zu machen. So viel ich weiß und auch wie ich es mir am besten für mich erklären kann, war es so, dass die inneren Helfer so etwas wie das richtige Gefühl sind.

Manchmal hat man doch in Situation ein Gefühl, das einem sagt, wie man jetzt reagieren sollte oder was eine Situation genau ist - positiv oder negativ - dieses Bauchgefühl. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine.

Für mich waren die Helferlein immer ein Hilfestellung, dass ich diesen Gefühl in mir vertrauen konnte. Meine "Instinkte" wahrzunehmen lerne und auch ernst zu nehmen, als ich in der Zeit einfach nicht dazu in der Lage gewesen bin und mein eigenes Gefühl immer wieder hinterfragt habe und am Ende dann gar nicht mehr wusste, ob und was es mir eigentlich hatte sagen wollen.

Die inneren Helferlein haben dann geholfen, in dem man in sich hineinhört und es ist einfacher, sich dann vorzustellen, da ist ein Gnom oder eine Fee, ein Stein, ein sprechender Baum oder Zwerge.. was auch immer.. ein Bildnis eben, dass die oder das Helferlein darstellt. Sie hat man dann nach Rat gefragt.

Die Therapeutin, die diese Imagination geleitet und geführt hat, hat erklärt, dass die Antworten nicht immer eindeutig sind, wie es ein Ja oder Nein wären und dass man die Antworten auch nicht hinterfragen soll, sondern den Helferlein für ihre Antwort dankt und sich dann wieder von ihnen verabschiedet um über ihre Antwort nachzudenken und herauszubekommen, was sie gemeint haben.

Das war dann die Hilfe, seinen eigenen Instinkt, sein inneres Gefühl nicht immer und immer wieder zu hinterfragen oder überhaupt in Frage zu stellen. So ging es einfacher zu lernen, dass man seinen eigenen Empfindungen vertrauen sollte.

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Der innere Tresor
Aufbewahrungsort für gefährliche Erinnerungen

Wieder mache die Entspannungsübung von ganz zu Anfang. Stelle Dir dann bitte einen Aufbewahrungsort für unangenehme oder gefährliche Erinnerungen, Bilder oder Empfindungen vor. Das kann ein Behältnis verschiedenster Art sein, z.B. ein Tresor, ein Safe, eine sichere Kiste, Truhe, eine Kammer oder auch ein magisches Verließ, wie zBsp. "Sesam-schließe-Dich-Berg" oder auch einiges davon kombiniert. Was auch immer Du für sicher in seiner Aufgabe hältst.

Lass Dir Zeit, einen solchen fest verschließbaren und nur von Dir selbst zu öffnenden Aufbewahrungsort zu finden und Dir genau vorzustellen...
Mache Dir ein Bild von dem Öffnungs- und Verschlussmechanismus, dessen Technik [Schlüssel, Zahlenkombination, Stellrad, Magische Formel usw.], die nur Du allein kennst. Wenn Du eine genau Vorstellung von diesem Aufbewahrungsort und seiner sicheren Verschließbarkeit hast, erprobe ein paar Mal das Schließen und Öffnen...

Experimentiere jetzt zuerst mit einem positiven Bild und dann mit einem unangenehmen Bild, das Du in den Tresor sicher einschließt.. [1-3 min]
Vereinbare jetzt mit Dir selbst zusätzlich ein körperliches gut spürbares Signal [Anspannen irgendwelcher Muskeln, z.B. Faustschluss, Händedruck, Anspannen der Fußmuskulatur usw.], das Du immer benutzen kannst, um Dich daran zu erinnern, wie sich etwas in den Tresor einschließen lässt.

Führe dann das Zeichen aus, damit sich er Dein Körper zukünftig daran erinnern kann, wie [gut] es sich anfühlt, wenn für Dich unangenehme oder gefährliche Erinnerungen sicher verschlossen sind...

Spüre, wie gut es Dir tut, Ruhe und Sicherheit davor zu haben... Komme dann in den Raum zurück, in dem Du Dich real befindest. Man kann vor dem "Zurückkehren" allerdings auch die Übung des sicheren inneren Ortes noch einmal anfügen, damit das gute Gefühl verstärkt wird und erhalten bleibt.

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