Home
-> ...
die Philosophie -> Philosophen
& Philosophie -> Georg Wilhelm Friedrich
Hegel
[-
Georg Wilhelm Friedrich Hegel -]
[1770-1831/
Stuttgart, Deutschland]
Hegel
war Begründer von These, Antithese und
Synthese. Leichter verständlich erklärt
wie folgt: Der Geist betrachtet zunächst
selbstvergessen die Welt und denkt nicht an
sich [vorkritischer Standpunkt, These]. Dann
verwandelt er sich in Immanuel Kant und wendet
den Blick zurück auf sich selbst, um
seine eigene Beteiligung am Ergebnis der Erkenntnis
herauszufiltern [kritischer Standpunkt, Antithese]. |
|
Und
schließlich mutiert Kant als Statthalter des
Weltgeistes zum Philosophen Hegel selbst und erkennt,
dass dieser Gegensatz nur eine vorübergehende
Durchgangsstufe der Entwicklung ist, die in Hegel
zur höheren Einheit gebracht wird [geschichtsphilosophische
Einsicht, Synthese].
Zuerst
entdeckt der Geist das Ding "an sich"
[Bewusstsein, vorkritisch], dann entdeckt sich das
Bewusstsein selbst, und der Geist erscheint in der
Form des "für sich" [Selbstbewusstsein
Kant]. Und schließlich erscheint er in der
geschichtsphilosophischen Synthese des "an
und für sich" [Hegel, der diesen heute
geläufigen Ausdruck geprägt hat]. Wem
das böhmische Dörfer ist, der kann es
auch mit Jostein Gaarders Erklärung versuchen:
Hegel
benannte die drei Stadien der Erkenntnis These,
Antithese und Synthese. Er bezog es auf geschichtliche,
zusammenfassend philosophische Dinge. Der eine Philosoph
erklärt seine Theorie. Der nächste, der
ihm nachfolgt, begründet eine andere Theorie.
Es heißt nicht, dass der eine nur recht hat
und der andere sich nur irrt und das baut eine Spannung
auf. Erst nach einer gewissen Zeit, in der Philosophie
eine geschichtliche Zeit, die einige andere Theorien
aufzeigt oder neue Erkenntnisse bringt, wird das
was von dem einen Philosophen richtig war, verschmelzt
mit dem, was von dem anderen Philosophen richtig
war und das Ergebnis ist die Erkenntnis.
Philosoph
A hat demnach eine These aufgestellt. Philosoph
B stellte die Antithese auf, die der These in einigen
oder auch in allen Punkten widerspricht. Dann kommt
irgendwann später ein Philosoph C hinzu, der
die beiden Theorien miteinander verknüpft,
die richtigen Punkte herauszieht und die - in seinen
Augen - falschen fallen lässt und dieses Ergebnis
von Philosoph C ist die Synthese. Allerdings kann
diese Synthese ihrerseits wieder zur These werden
und Hegels Dialektik wiederholt sich erneut.
Ein
weiteres Beispiel:
Wenn sich ein Sozialist und ein Konservativer zusammensetzen,
um ein gesellschaftliches Problem zu lösen,
dann wird sich sehr bald eine Spannung zwischen
zwei Denkweisen zeigen. Das heißt aber nicht,
dass der eine nur recht hat und der andere sich
nur irrt. Es ist durchaus denkbar, dass beide ein
wenig recht haben und beide sich ein wenig irren.
Im Laufe der Diskussion werden sie dann, wenn sie
klug sind, die jeweils besten Argumente beider Seiten
bewahren.
Wenn
wir mitten in einer solchen Diskussion stecken,
ist es leider nicht immer leicht festzustellen,
was das Vernünftigste ist. Was richtig und
was falsch, muss deshalb im Grunde die Geschichte
zeigen. Nur was vernünftig ist, meint Hegel,
ist lebensfähig. Im Nachhinein ist man dann
immer schlauer und verbindet dann beide Seiten miteinander,
was dann wiederum zur Synthese wird, die natürlich
immer und immer wieder widerlegt werden könnte,
sollten sich neue Gedanken und Ereignisse durch
die Geschichte auftun.
Quellen:
"Sofies Welt" & "Bildung"
Zitate von
Hegel

"Zeit
ist Einbildung,
oder sie ist nichts."
»
nach
oben «