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Sappho -]
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Sappho
[612-557/
568 v.Chr.]
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Dichterin,
Philosophin
Erste lyrische Dichterin
der Weltliteratur [und nicht nur unter den Frauen,
sie war die erste überhaupt].
Sappho geboren in Mytilene und aus
einem Adelsgeschlecht stammend, blieb die meiste
Zeit ihres Lebens auf Lesbos, und nach ihr bzw.
ihrer Heimatinsel wurde die lesbische Liebe benannt,
mitunter auch, weil sie sich zur gleichgeschlechtlichen
Liebe bekannte und nicht selten Liebschaften mit
ihren Schülerinnen einging [sie lehrte so auch
die Kunst der Liebe und des Liebens, wenngleich
nicht offiziell]. Ihre Gedichte sind reine Poesie,
reine Melodie [=Honiglied]. Platon nannte die 10.
der Musen.
Die
griechische Dichterin lebte vorwiegend auf der Insel
Lesbos, wo sie im kult der » Aphrodite
und der Musen Freundinnen und Schülerinnen
um sich sammelte [Sapphismus]. Sie unterrichtete
Mädchen und Frauen in vielversprechenden Talenten
wie Anmut, Grazie, Poesie, Philosophie und Musik.
Edle und gebildete Frauen bemühten sich intensiv
um ihre Schülerinnen, die sich gern den erfahreneren
Frauen anschlossen.
Sappho war die grösste Lyrikerin
des Altertums. Ihre Lieder sind Götterhymnen,
Hochzeits- und Liebeslieder. Sie wurden später
in neun Büchern vereinigt, doch sind heute
neben Bruchstücken nur wenige Lieder erhalten.
Horaz nahm das Versmaß des 1. Buches als sapphisches
Maß zum Vorbild für viele Oden.
In der späteren griechischen
Geschichte wurden die Dichtungen Sapphos kritisiert
und teilweise geächtet. Ihr guter Ruf wurde
durch üble Gerüchte zerstört. Grund
war wahrscheinlich die Leidenschaft und Hingebung
in ihrer Lyrik. Dies galt in späteren Zeiten
nicht mehr als sittsam. Dazu kam, dass die Weiblichkeiten
auf Lesbos ein eigenständiges, unabhängiges,
geselliges und öffentliches sowie freies Leben
führten. Die Frauen waren gebildet, konnten
ihre Talente in der Poesie und in den philosophischen
Betrachtungsweisen entwickeln, was den späteren
Frauen in Athen zBsp. nicht mehr vergönnt war.
Dort waren diese zurückgezogen, lebten nur
für Mann, Kinder und Haushalt. Insofern ist
Sapphos spätere Ächtung auch als bewusste
Diskriminierung der Frauen zu verstehen.
568 v.Chr. soll Sappho noch gelebt
haben, doch ihr wirkliches Todesjahr ist nicht genau
bekannt, allerdings gibt es hier natürlich
einige Spekulationen.
Bedauerlicherweise
sind fast alle Schriften nur bruchstückhaft
erhalten geblieben. Das einzige vollständig
vorliegende Gedicht ist das an » Aphrodite,
deren Begleiter Eros sie als bittersüss beschreibt.
Sie beschrieb gerne in Naturphänomenen wie
Blumen und Gestirnen und orientierte sich so in
diesen Ausdrücken.

Ode
an Aphrodite
Bunten
Thrones ewige Aphrodite,
Kind des Zeus, das Fallen stellt, ich beschwör
dich,
nicht mit Herzweh, nicht mit Verzweiflung brich
mir,
Herrin, die Seele.
Nein,
komm hierher, so du auch früher jemals
meinen Ruf vernommen und ganz von ferne
hörtest drauf und ließest des Vaters
Haus, das
goldne, und kamst, den
Wagen
im Geschirre. Dich zogen schöne
schnelle Spatzen über der schwarzen Erde,
flügelschwirrend, nieder vom Himmel durch die
Mitte des Äthers,
gleich
am Ziele. Du aber, Selig-Große,
lächelst mit ewigem Antlitz und du
fragtest, was ich wieder erlitten, was ich
wiederum riefe,
was
ich maßlos wünschte, daß mir geschähe,
rasend in der Seele. "Ja, wen soll Peitho
deinem Liebeswerben verführen, wer, o
Sappho, verschmäht dich?
ist
sie heut noch flüchtig, wie bald schon folgt
sie,
ist sie Gaben abhold, sie selbst wird geben,
ist sie heut noch lieblos, wie bald schon liebt
sie,
auch wenn sie nicht will."
Komm
zu mir auch jetzt; aus Beschwernis lös mich,
aus der Wirrnis; was nach Erfüllung ruft in
meiner Seele Sehnen, erfüll. Du selber
hilf mir im Kampfe.

Der Mond ist untergegangen,
versunken sind die Plejaden;
schon Mitternacht ist’s, die Stunde
verrinnt - und alleine schlaf ich.
[aus
dem Griechischen übersetzt von Hans Rupé]

Hinabgetaucht ist der Mond und
mit ihm die Plejaden; Mitte
der Nächte, vergeht die Stunde;
doch ich lieg allein darnieder.
[aus
dem Griechischen übersetzt von Joachim Schickel]

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