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[- Nymphen -]

© John William Waterhouse, 1849-1917

[griech. nymphe - junge Frau, Braut]

Weibliche Geister göttlichen oder halbgöttlichen Ursprungs - oft Töchter des » Zeus - deren Wohnsitz nach griechischem Glauben bestimmte Naturerscheinungen waren. Sie galten als unsterblich oder hatten jedenfalls ein langes Leben und altern nie. Sie waren der Liebe geneigt und sollen viele Liebesabendteuer mit Göttern und Menschen gehabt haben.

Ihrer Naturbedeutung nach vertreten sie vorzugsweise die nährende, fruchtbare Feuchtigkeit der Erde. Ferner besitzen sie auch die Gabe der Weissagung und die Kraft, Begeisterung und Verzückung zu erregen, die so von ihnen Ergriffenen heißen Nympholeptoi.

Man stellte sich die Nymphen als jugendlich schöne Frauen vor. Sie ähneln den Feen der späteren Volkssagen und konnten wie diese, grausam oder freundlich sein.

Ein Bsp. von Grausamkeit wäre Nais [Echenais]:
Der Jüngling Daphnis brüstete sich, er werde den Verlockungen der Liebe widerstehen. Das war ein Affront gegen Eros und Aphrodite. Die Liebesgötter rächten sich bald dafür: Daphnis verliebte sich leidenschaftlich in die Flussnymphe Nais. Zuerst wollte er ihr seine Leidenschaft nicht gestehen, aber dann wurde er rückfällig.

Als die Nymphe von seiner leidenschaftlichen Liebe, die ihn verzehrte, erfuhr, würde sie unter der Bedingung Sein, dass er ihr ewige Treue schwor und nie eine andere liebte. Xenia aber, eine sterbliche Frau [auch als Fürstin bezeichnet], verfiel der Liebe Daphinis und überlistete ihn, mit ihr zu schlafen, in dem sie ihn betrunken machte.

Für diese Treuelosigkeit schlug Nais ihn mit Blindheit. Er tröstete sich mit der Musik, die er den Bauern fortan vorsang, doch zum Schluss stürzte er in den Fluss Anapas und weil er sein Gelübde gegenüber Nais gebrochen hatte, liessen ihn die Flussnymphen ertrinken.

Die Griechen haben den Glauben an diese Wesen nicht systematisiert, doch wurden bestimmte breitgefasste Gruppen unterschieden:

Dryaden - Baumnymphen
Hamadryaden - von denen man glaubte, dass sie in einzelnen Bäumen wohnten und mit diesen starben
Meliai - die Eschennymphen, die aus den Blutstropfen des entmannten Uranos entsprossen sein sollen
Naiaden/ Naijaden - Wassernymphen in Quellen, Flüssen und Bächen
Nereiden - Meeresnymphen [Töchter des Meeresgottes Nereus]
Okeaniden - Töchter des Okeanos und der Tethys
Oreanden - die Bergnymphen zBsp. Echo:

Echo
[Nymphe vom Berg Helikon]

Als Hera die Liebschaften des Zeus beweisen wollte, erzürnte Echo die Göttin durch ihr beharrliches Geschwätz, das offenbar eine bewusste Unterstützung des » Zeus war.

Hera brachte Echo dadurch zum Schweigen, dass sie die Nymphe unfähig werden liess, als erste zu sprechen, sondern ihre Aüsserungen auf die letzten Silben dessen reduzierte, was der andere gesagt hatte. Später verliebte sich Echo in Narkissos [Narzissos/ Narziss], der sie aber verachtete, weil sie nur immer seine Worte wiederholen konnte. In ihrem Gram verbarg sie sich vor der Welt in den Bergen und verkümmerte zu einem Schatten. Nur ihre Stimme blieb als "Echo" übrig.

Es gab noch andere Nymphenarten, die meist nach geographischen Merkmalen wie Sand, Wiesen, bestimmten Quellen und Flüssen benannt wurden, von denen einige genau lokalisiert waren zBsp. die Acheloiden als Nymphen des Flusses Acheloos in Ätolien.

Im allgemeinen werden Nymphen in Sagen und Mythologie als betörende Verführerinnen dargestellt, auch die Bezeichnung "nymphoman" rührt daher. Mit ihrer Schönheit und ihrem Gesang sollen sie schon Seeleute vom Weg abgebracht und ins Unglück gestürzt haben, so wie auch die Loreley, die hoch über dem Rhein in der Nähe von St. Goar auf einem Felsen gethront haben soll.

Quelle u.a.: Lexikon der antiken Mythen & Gestalten

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