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[- Gaia -]

 

Am Anfang war das Chaos
auch "Urchaos" genannt

Nur selten personifiziert gedacht; bedeutet in der Dichtung: die gähnende Leere aus der die Erde [Gaia], der Tartaros, das Dunkel [Erebos] & die Nacht [Nyx] entsprangen. Einige halten auch die Liebe [Eros] für ein Kind des Chaos, wenn sie auch gewöhnlich als Sohn der » Aphrodite erscheint.

Gaia oder Ge
[lat. terra oder tellus], die Erde

Nach der "Theogonie" des Hesiod war sie das erste Wesen, das dem Urchaos entsprang, zusammen mit Tartaros, Nyx, Erebos [Finternis] und Eros, dem Geist der zeugenden Liebe.

© Ursula Vernon

Aus Gaia, Mutter Erde, entsprangen Uranos [Himmel], Pontos [Meer] und die Gebirge. Uranos vereinte sich mit seiner Mutter Gaia und erzeugte die Titanen & Titaninnen, einschliesslich Kronos und Rhea, den späteren Eltern des » Zeus und seiner fünf Geschwister. Weitere Kinder folgten, doch würde das nun zu weit führen und die Verständlichkeit würde leiden.

Uranos hasste die monströsen Kyklopen [Zyklopen] und Hundertarmigen, die beide ebenso aus der Frucht zu Gaia entsprangen. Er wollte sie das Licht der Welt nicht erblicken lassen und stiess sie Gaia in den Mutterleib zurück, was ihr höllische Schmerzen bereitete.

Wütend auf ihren tyrannischen Gatten, gab Gaia ihrem Sohn Kronos eine Sichel aus Feuerstein, mit der er seinen Vater entmannen sollte, wenn er ihr das nächste mal beilag.
Kronos beging die Tat und warf die abgetrennten Geschlechtsteile weit ins Meer hinaus. Aus den Blutstropfen, die zu Boden fielen, entsprangen die Erinnyen [Furien], die Giganten sowie die Meliai [» Nymphen der Eschen].
Das abgetrennte Glied jedoch trieb weit ins Meer hinaus und landete endlich im crypischen Paphos [oder auf der Insel Kythera bei Lakanien], wo aus dem Schaum, der sich gebildet hatte, die Liebesgöttin » Aphrodite emporstieg.

Kronos selbst entpuppte sich währenddessen als ebenso grosser Tyrann wie sein Vater Uranos, denn er warf seine Brüder - die Hundertarmigen & Kyklopen - in den Tartaros und seine Kinder von Rhea verschlang er. Er tat das wegen einer Weissagung von Uranos und Gaia, eines seiner Kinder würde ihn stürzen.
Gaia allerdings half Rhea ihr letztes Kind - » Zeus - zu retten. Als Kronos es verschlingen wollte, gab sie ihm einen großen Stein satt des Kindes und verbarg dann » Zeus in einer Höhle auf Kreta, wo er aufwuchs. [siehe auch » Zeus]

Im Mannesalter schickte » Zeus sich selbst zum Aufstand gegen den Vater Kronos. Ausserdem verabreichte Rhea [oder Metis] Kronos ein Brechmittel, damit er die restlichen Kinder wieder ausspie - die Götter Poseidon & Hades und die Göttinnen » Demeter, Hestia & Hera.

» Zeus befreite die Kyklopen und Hundertarmigen aus dem Tartaros, bewaffnete sie und zog mit ihnen in einen 10-jährigen Krieg mit Kronos. » Zeus gewann und verbannte die gegnerischen Titanen samt seinem & deren Vater in den Tartaros. Auch hier gab es noch weiterführende Geschichten, da Gaia sich in ihrer Ehre verletzt fühlte, doch sie zu erzählen wäre zu umfangreich und würde zu Ausschweifungen führen.

Gaia war eng verbunden mit Orakeln und Weissagungen. Nach einer Überlieferung war sie es, die das Orakelheiligtum zu Delphi stiftete, das ursprünglich ihrer Anbetung diente. Gaia war Zeugin von Schwüren, deren viele in ihrem Namen gegeben wurden. Sie bestrafte Eidbrecher und ließ sich an ihnen durch die Erinnyen [Furien] rächen.

Sie ist die Mutter von einigen Meergottheiten und auch Monstren. Gaia hatte in Griechenland einen ausgedehnten Kult [ihren Gatten Uranos dagegen huldigte man nicht, er spielt seither in der Mythologie keine Rolle mehr].

Quelle: Lexikon der antiken Mythen & Gestalten

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