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Mythologie -> Demeter
[-
Demeter & Persephone -]
Göttin
des Ackerbaus & der Fruchtbarkeit
Demeter,
die große Erdgöttin, Schützerin
der Fruchtbarkeit und Göttin der Eleusischen
Mysterien; eine der » zwölf
großen olympischen Gottheiten
und eines der sechs Kinder von Kronos und
Rhea. Durch ihren Bruder » Zeus
wurde sie Mutter von Persephone [Proserpina],
mit der der griechische Kult sie eng verknüpfte.
Ihr
Name bedeutet "Mutter Erde". Für
die Römer war sie die Getreidegöttin
Ceres; in alter Zeit wurde sie auch mit
der ägyptischen Isis, der phrygischen
Kybele sowie mit ihrer eigenen Mutter Rhea
gleichgesetzt.
Demeter dachte man sich nur selten auf dem
» Olymp;
sie zog statt dessen das Leben auf Erden
vor, besonders im attischen Eleusis, wo
die von ihr eingesetzten Mysterien an die
Wiedergewinnung ihrer Tochter Persephone
erinnerten. Die Mysterien wurden wurden
jährlich im Herbst begangen, wobei
das Drama von Verlust und Wiederfinden der
Persephone von den Eingeweihten mit Musik
und Tanz wiederholt wurde.
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Die
meisten Sagen über Demeter beziehen sich auf
den Verlust ihrer Tochter Persephone. Als diese
noch sehr jung war, versprach ihr Vater » Zeus
sie ohne Wissen Demeters, die Einspruch erhoben
hätte, dem Hades zur Braut [Heiraten zwischen
Onkel und Nichte waren in Griechenland verbreitet,
um den Grundbesitz in der Familie zu halten].
Persephone
hatte in den Wäldern um Henna auf der fruchtbaren
Insel Sizilien Blumen gepflückt, einem der
Lieblingsländer Demeters. In ihrer Gesellschaft
befanden sich einheimische Mädchen oder die
Töchter des Okeanos. In einem schattigen, blumenübersäten
Grund liess » Zeus
eine wunderschöne Narzisse erblühen. Als
sie zufällig von den anderen etwas entfernt
war, erblickte sie die Blume und pflückte sie.
Da tat sich die Erde auf, und Hades erschien in
seinem von dunkelblauen Rossen gezogenen Wagen.
Er packte das Mädchen und fuhr zurück
in sein Schattenreich. Persephone schrie nach ihrer
Mutter, doch niemand kam ihr zu Hilfe; in Hades
Reich jammerte sie weiter und rührte weder
Speise noch Trank an.
Als
Demeter erfuhr, dass ihre Tochter verschwunden war,
machte sie sich sogleich auf die Suche. Nach einer
Überlieferung hörte sie Persephones Schreiben.
Mit brennenden Fackeln durchstreifte sie die Welt
neun Tage und Nächte lang, ohne zu essen oder
zu trinken.
Schließlich begegnete ihr Hekate, die bei
Henna lebte und von der Entführung wusste.
Hekate führte Demeter vor Helios, den allessehenden
Sonnengott, und fragte ihn, was er gesehen habe.
Er enthüllte nun die ganze Gesichte, fügte
aber hinzu, dass Hades, als Bruder des » Zeus,
ein würdiger Mann für Persephone sei,
der ein schönes und weitläufiges Reich
besitze. [Nach Ovid hatte die Flussnymphe Arethusa
Persephone in Hades' Reich erblickt, als sie unterirdisch
von Griechenland nach Sizilien wanderte.]
Demeter
war so betrübt über diese Kunde, dass
sie sogleich Dürre und Hungersnot über
die Erde schickte, besonders über ihr geliebtes
Sizilien, das ihr Vertrauen enttäuscht hatte,
weil Persephone dort so schlecht betreut worden
war. Sie verliess den Olymp und wanderte um die
Welt. Als sie durch Arkadien kam, sah ihr Bruder
Poseidon sie und wollte sie besitzen. Demeter versuchte
zu entkommen, indem sie sich in eine Stute verwandelte;
doch Poseidons Tier [in das er sich jederzeit verwandeln
konnte] war das Pferd, und als er dessen Gestalt
annahm, bekam er seinen Willen. Demeter gebar das
Pferd Areion und die Göttin Despoina, deren
Name "die Herrin" bedeutet und nur in
den arkadischen Mysterien ausgesprochen wurde, wo
man Demeter mit einem Stutenkopf verehrte.
Schließlich zog sie sich in eine Höhle
zurück, wo Pan sie entdeckte und seinen Fund
dem » Zeus
meldete. Zeus sandte die Schicksalsgöttinnen
aus, um ihr ins Gewissen zu reden, und sie sah ein,
dass die Ehe ihrer Tochter mit Hades hingenommen
werden musste.
Eine weit bekanntere Version der
Geschichte erzählt, der älteste erhaltene
Bereicht, der homerischen "Demeterhymnos".
Nach diesem Gedicht wanderte Demeter in menschlicher
Gestalt über die Erde, beschenkte jene, die
sie freundlich aufnahmen, mit den Segnungen der
Landwirtschaft und strafte die Ungastlichen. Als
sie im Hause der Misme in Attika weilte, reicht
man ihr einen Becher Kykeon [Minze, Gerstenmehl
und Wasser], Mismes Sohn Askalabos lachte sie aus,
weil sie so hastig trank: worauf sie ihm den Bodensatz
ins Gesicht schleuderte und ihn in eine geflechte
Eidechse verwandelte.
In
Eleusis angelangt, machte Demeter, als alte, gramgebeugte
Frau verkleidet, an einem Brunnen rast. Zufällig
kamen die Töchter des Königs Keleos, um
Wasser zu holen; eine von ihnen hatte Mitleid mit
der Fremden und lud sie in den Palast ein, um ihr
Unterkunft und Erfrischung zu bieten. Die Königin
Metaneira nahm sie freundlich auf, weil sie für
eine Kreterin namens Doso hielt. Demeter mocht e
sich anfangs gar nicht neiderlassen, doch die Scherze
der jungen Sklavin Iambe, machten sie vergnügt
und so nahm sie einen Becher Kykeon, weil sie als
Trauernde keinen Wein trinken wollte. Demeter war
von der königlichen Gastfreundschaftlichkeit
so überwältigt, dass sie sich erbot im
Haushalt zu helfen, worauf Metaneira sie mit der
Sorge für ihren kleinen Sohn Demophon betraute,
das Kind wurde rasch grösser, denn Demeter
versuchte es unsterblich zu machen, in dem sie es
bei Tag mit Ambrosia salbte und nachts in Feuer
legte, um alles Sterbliche von ihm tilgen.
Die
Magd Praxithea hatte jedoch beobachtet, was sie
tat, un es ihrer Herrin hinterbracht. Als Metaneira
es mit eigenen Augen sah, war sie entsetzt und stieß
einen Schrei aus, worauf Demeter, zornig über
die Störung, das Kind zu Boden schleuderte.
Dann verwandelte sie sich in ihre wahre Gestalt
und gebot Keleos, ihr einen Tempel in Eleusis zu
errichten. Sie lehrte ihn, neue geheime Riten zu
ihren Ehren zu begehen - die Eleusischen Mysterien.
Demeter
verschmähte nun die Gesellschaft der Götter
und blieb ein ganzes Jahr in ihrem neuen Tempel.
Die Erde begann schon unfruchtbar zu werden, und
» Zeus
erkannte, dass die Menschen aussterben und die Götter
keine Opfer mehr erhalten würden, wenn nicht
bald etwas zu Besänftigung seiner Schwester
geschähe. Als Versöhnungsversuch schickte
er Iris [Göttin des Regenbogens] nach Eleusis,
die Demeter bitten sollte, in den Rat der Götter
zurückzukehren. Aber Demeter wollte sie nicht
anhören, solange sie nicht Persephone zurückbekam.
So
gab » Zeus
nach, aber unter einer Bedingung: Persephone durfte
in der Unterwelt nichts zu sich nehmen, denn wer
im Reich des Hades isst oder trinkt, ist ihm verfallen.
» Zeus
schickte Hermes in den Hades, um das Mädchen
zu holen, und Hades willigte in die Trennung ein.
Zum Abschied gab er ihr einen Granatapfel [nach
Ovids Version hatte Persephone ihn gepflückt,
als sie sich in Hades' Gärten erging].
Als
Persephone in Eleusis war, fragte Demeter sie, ob
sie in der Unterwelt etwas zu sich genommen habe.
Zuerst leugnete Persephone, aber Askalaphos sagte,
er habe gesehen, wie sie Granatapfelkerne gegessen
habe, und sie musste es zugeben: sie hatte ein paar
Kerne verzehrt, die Zahl schwankt zwischen vier
und sieben. Da bestimmte » Zeus,
dass sie ein Drittel [oder die Hälfte] jedes
Jahres bei Hades als seine Frau zubringen müsse.
Wenn das Getreide im Boden keimt und wächst
[d. h. von der Aussaat im Herbst bis zur Ernte im
Frühsommer], weilt Persephone bei ihrer Mutter,
und die Erde freut sich.
Wenn
aber das Saatgut in Krügen verstaut ist, zieht
die Göttin zu ihrem düsteren Gemahl, und
die Erde ist dürr und unfruchtbar. [Das widerspricht
moderneren Darstellungen des Mythos, in denen Persephone
eine Sommergöttin ist, die während der
Wintermonate im Hades ist und mit dem Frühling
zurückkehrt.]
Quelle:
Lexikon der antiken Mythen & Gestalten
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