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[- Aphrodite -]

Die Geburt der Venus © Adolphe-William Bouguereau, 1879
Die Geburt der Venus © Sandro Botticelli
Androméde © Edward John Poynter, 1869

Göttin der Schönheit & der Liebe

Aphrodite wurde später mit der römischen Venus identifiziert, die in gleicher Weise verehrt wurde. Sie gehörte zu den zwölf großen olympischen Gottheiten, spendete Schönheit und Fruchtbarkeit und wurde mit einem lieblichen, oft auch spöttischen Lächeln dargestellt. Ihr Kult war fremden Ursprungs und kam aus dem Nahen Osten, über Cypern und Kythera, nach Griechenland.

Über ihre Geburt gibt es zwei abweichende Erzählungen. Nach Homer war sie die Tochter des » Zeus und der Dione und Gattin des Hephaistos. Hesiods Bericht basiert auf dem angeblichen Ursprung ihres Namens aus aphros, "Schaum", wonach sie in vollkommener Gestalt in Paphos auf Cypern oder auf Kythera dem Meere entstieg: Kronos, der jüngste der Titanen, hatte die Geschlechtsteile seines Vaters Uranos abgeschnitten und ins Meer geschleudert; Schaum sammelte sich in ihrem Umkreis und sie verwandelten sich in eine Frau. Als Aphrodite das Land betragt, blühten Blumen auf ihrem Weg, und Eros [Cupido] und vielleicht noch weitere Gottheiten dienten ihr. Man nannte sie Anadyomene [die Emporgetauchte] und Cypris [die Zyperin].

Aphrodite war dem Hephaistos keine treue Gattin; sie versinnbildlichte eher die sinnliche Leidenschaft als das Bündnis einer Ehe [das unter dem Schutze der Hera stand] und galt in der frühen griechischen Mythologie als völlig verantwortungslos. In Homers Sage liess der Sonnengott Helios den Gatten Hephaistos von ihrem Ehebruch mit » Ares wissen, worauf er die beiden nackt auf dem Ehebett ertappte und ihnen ein unsichtbares Netz überwarf. Dann lud Hephaistos die anderen Götter ein, sich an diesem Anblick zu ergötzen, bis Poseidon eine Versöhnung vorschlug.

Aphrodite hatte mit Ares mehrere Kinder: Deimos und Phobos ["Schrecken" und "Furcht"], Harmonia, die Göttin der Harmonie, und vielleicht auch Eros, der die Eigenschaften Aphrodite und Ares in sich vereinigte, von dem man aber auch behauptete, dass er sich selbst gezeugt habe.

Wegen ihrer Spötterei über die Unsterblichen musste sich Aphrodite nach dem Willen » Zeus' in einen Sterblichen, Anchises, verlieben, doch liess sie sich auch von Göttern umwerben; aus einer Vereinigung mit Dionysos entspross Priapos, eine phallische Gottheit, und Poseidon war vielleicht der Vater der Eryx. Dem Werben des » Hermes wollte sie nicht nachgeben, doch half » Zeus ihm mit seinem Adler, der ihr eine Sandale entführte und sie » Hermes brachte. Um sie zurückzubekommen, musste sich Aphrodite » Hermes ergeben; sie gebar ihm Hermaphroditos, der zugleich männlichen und weiblichen Geschlechtes war. Aphrodite hatte die Macht, alle Gottheiten verliebt oder lüstern zu machen, mit Ausnahme von » Athene, Artemis und Hestia. Als Hera wollte, dass sich Zeus ihren Reizen hingab und den Trojanischen Krieg vergaß, lieh sie sich von Aphrodite einen Gürtel, der seine Trägerin unwiderstehlich machte.

Aphrodite hatte eine Leidenschaft für Adonis, um den sie sich mit » Persephone entzweite. Als Adonis von einem Eber getötet wurde, liess sie aus seinem Blut das Adonisröschen wachsen.
Der bekannteste Mythos um sie bezieht sich auf das Urteil des Paris, das zur Ursache des Trojanischen Krieges wurde. Der goldene Apfel, den Eris, die Göttin der Zwietracht, auf der Hochzeit des Peleus und der Thetis unter die Gäste geworfen hatte, trug die Aufschrift "der Schönsten". Hera, » Athene und Aphrodite beanspruchten gleichermassen diese Auszeichnung für sich, und » Zeus bestimmte Paris, den schönsten der Männer, dazu, das Urteil zu sprechen. Jede wollte ihn bestechen, doch gab er Aphrodite den Preis, die ihm die Liebe der schönsten Frau versprochen hatte.

Aphrodite bestrafte aber auch Götter und Menschen, die sie beleidigt hatten oder sich ihr überlegen wähnten. Unter ihnen war Pasiphae, die Frau des Königs Minos und von Kreta, die sie zwang, einen Stier zu lieben und den Minotaurus zu gebären.

Quelle: Lexikon der antiken Mythen & Gestalten

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