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[- Dämonen -]

 

Daimonion [Pl. Daimonia]: jüdisch/ hellenistische Gesamtbezeichnung [Septuaginta] für verschiedenartige Gruppen böser Geister. Zu ihnen zählen die Shedim, She'irim und Sijjim genauso wie Lilith, Samael, Azrael und Ashomdai.

Dämon [griech. Daimon - Gottheit]
Das Wort Daimon bezeichnete bei den Griechen vermutlich die Schicksal zuteilende Funktion einer unbestimmten Gottheit, später diese selbst. Dieses Wesen konnte im Guten wie im Bösen wirken. Später bildeten die Dämonen eine Stufe zwischen Göttern und Menschen oder wurden als Verstorbene angesehen, deren Einfluss auf die Lebenden aus den Gräbern heraus erfolgte.

Dämon © Sirpa Weiler

Jede Kultur erschuf sich Ihre eigene Mythen- und Sagenwelt. Die Ursprünge dieser Welten sind auf eine Vielzahl von Ängsten der Menschen vor unerklärlichen Geschehnissen zurückzuführen. Dazu gehören Naturerscheinungen wie Blitz, Donner, Regen, Sonne und Sturm. Hier wurden durch die Personifizierung dieser Ereignisse schon in der menschlichen Urgeschichte Götter und Dämonen geschaffen, deren 'Zorn oder guten Willen' man hilflos ausgeliefert war.
Auch die Dunkelheit spielte sicher eine entscheidende Rolle bei der Schaffung von Mythen. Die Nacht war die Zeit der Raubtiere, denen man mit eingeschränkten Sinnen nur wenig entgegenzusetzen hatte.
So lässt sich bei vielen Naturvölkern ein Dämonienglaube nachweisen.

Hinzu kam die Gefahr durch Krankheiten [eine Vielzahl von Dämonen aller Mythologien sind personifizierte Krankheiten], vor allem Epilepsie und Geisteskrankheiten und last but not least die tiefste aller Ängste, die Furcht vor dem Tode. Nichts hat Religionen und Mythologien mehr beeinflusst als der Tod und die Frage 'was geschieht danach mit uns?'

Weiter Eigenschaften von Dämonen
Sie bringen Plagen und Schaden aller Art, verführen zur Sünde und verderben die Seele. Sie erregen Krankheiten und schädigen Leib und Seele. Sie beeinträchtigen persönlichen Besitz und bringen Not und Elend. Ihr Unwesen treiben sie in Häusern, auf Feldern, in Wüsten, an Stätten der Unreinheit, an Wasserstellen und in Wäldern.

Sie wirken in der Dämmerung und der Nacht und werden zumeist durch verschiedene Beschwörungen, die in direktem Zusammenhang mit Askese bzw. Verzicht stehen, vertrieben.

Dämonen sind bloss dahinwehende Phantome, wie der Windstoss eines plötzlich aufkommenden Windes, der das Dunkel am hellichten Tage bringt. Der Schatten eines Dämons ist dunkel und düster und es gibt kein Licht an seinem Körper, er streift an unbewohnten Orten und in verlassenen Gegenden umher.
Die Horden der Dämonen sind ein Sandsturm der rasend am Himmel einher wirbelt.

Dämonen streifen um das Krankenbett herum und bewirken, dass der Körper des Kranken wie Feuer glüht. Sie bewegen sich schneller als alle Vögel. Der Dämon kann mit übernatürlichen Kräften nur durch Pflanzen wirken.

Als pflanzliche Mittel wurde zur Bindung von Dämonen Binsenkraut empfohlen, der Abwehr dienen Eibe, Knoblauch oder Wacholder.

Der aus dem griechischen [daimon - Hausgeist oder Schutzengel] stammender Begriff meint ein übernatürliches Wesen, das in Schilderung und Namen weniger fasslich ist als ein Gott. Alles, was sich weder natürlichem oder göttlichem Wirken zuordnen lässt, kann als Eingriff eines Dämons erklärt werden, besonders Unwetter oder Krankheiten, auch Halluzinationen oder Alpträume.

Weiter ist mit Daimon ein persönlicher Schutzgeist oder innere Stimme gemeint. Der Glaube an eine von Dämonen und Geistern bevölkerte Welt wird als Dämonismus oder Animismus bezeichnet. Viele dieser Dämonen tragen Züge älterer Gottheiten, die von der jeweils herrschenden Anschauung in den religiösen Untergrund abgedrängt wurden.

Obgleich Dämonen dem Menschen gegenüber gleichviel gut oder böse sein können und den ungezügelten Naturmächten gleichen, die ohne Ansehen der Person Schaden wie Segen bringen, entwickelten nachbiblisches Judentum und Christentum eine Dämonologie, in der alle diese dämonischen Mächte als Gefolgschaft des Satan bzw. des Teufels Beelzebul [Markus 3,22] in der Hölle angesehen wird. Als personalisierte Geschöpfe und Nachfahren ungehorsamer Engel, die sich mit den Menschen verbanden [1. Mose 6,1-4] sind sie, als ein Kehrbild zu den sieben Erzengeln [Malaak] von Gott wegen ihrer Bosheit verdammt und neben der dem Menschen innewohnende Erbsünde Quelle allerlei Übels.

Im Zuge der Hexenverfolgung wurde aus Aberglauben grausame Realität, als zahlreiche Frauen und Männer, sogar Kinder, wegen ihres angeblichen Umganges mit Dämonen gefoltert und verbrannt wurden.

Diese Anschauung unterscheidet sich deutlich von jener altgriechischen Auffassung, der gemäss zum Beispiel der Philosoph Sokrates seinem Daimon blindlings vertraute und diesen Schutzgeist [Genius] ebenso fürchtete wie verehrte.

Quelle: Das Schwarze Netz

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