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[- Die Geschichte des Steaks -]

 


Es gibt kaum einen Gaumengenuß, um den im Laufe der Jahrhunderte so viel Sagen-haftes erdacht und so viele Legenden gesponnen wurden wie die Ochsenlende. Man kann sich aber eigentlich gut vorstellen, dass es im Rausch des Genußes nicht besonders schwer war, auch die fantastischsten Histörchen zu erfinden.

Der "Erfinder" des Beefsteaks soll ein roemischer Priester gewesen sein. Der Name dieses frommen Mannes ist unbekannt. Über die märchenhafte Geschichte seiner unfrommen Tat berichtet das "Universale Lexikon der Kochkunst" so:

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© Dupre

Der Priester hatte ein Stück Ochsenfleisch als Opfer für den Gott, in dessen Tempel er Dienst verrichtetet, gebracht, und als er es mit den Fingern anfasste, um es auf den Altar zu tragen, fand er es so entsetzlich heiß, dass er gezwungen war, es fallen zu lassen und schnell mit den Fingern nach dem Mund zu fahren. Da schmeckte er den Saft, der an seinen Fingern klebte, und bei dem Hochgenuß, der seinen Gaumen kitzelte, verlor er jedes Gefühl von Schmerz.

Als Mann von Geist legte er sogleich eine andere Scheibe über das Feuer, verzehrte dieselbe in aller Unschuld und vergass dabei ganz seiner amtlichen Pflichten, die ihm geboten, das Fleisch dem Gott darzubringen. Lange Zeit fuhr er auf diese Weise fort, bis man dann endlich, durch sein blühendes Aussehen aufmerksam geworden, aufpasste und sein Geheimnis entdeckte.

Ohne Zweifel wäre der Tod sein Los gewesen, doch als er vor den Richtern stand, bat er um Erlaubnis, ein Beefsteak bereiten zu dürfen, nach dessen Verspeisung man ihn sofort freisprach und als Anerkennung für die Wohltat, mit der er die Menschen beschenkt, zum Oberpriester machte.

Mit wahrer Leidenschaft wurden nunmehr Beefsteaks im ganzen römischen Reich gegessen und der Tag gepriesen, an dem sich der Priester die Finger verbrannte.

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