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[- Honigwein/ Met -]

 

Bald ist es wieder Winterzeit [geschrieben wurde der Text am 2004-11-07] und wir werden auf den Freiburger Weihnachtmarkt gehen - auch wenn ich gar kein so grosser Fan von Weihnachten bin - und dort.. ja, dort gibt es einen Auslese-Honigwein, einen originalen Met, der so süss und lieblich ist, dass ich es kaum beschreiben kann, wie sehr ich diesen Wein liebe.

Wein an sich mag ich genausowenig, wie ich Weihnachten mag, aber dieser Honigwein ist nicht vergleichbar mit irgendeinem Traubenwein oder sonstigem.

Auf der Zunge zergeht er wie ein flüssiger Honig und ich kann - auch wenn ich kaum Alkohol trinken, und schon mal gar nicht zuhause - einfach nur sagen, dass er immer passt.

Met/ Honigwein

Zu jedem schönen Anlass oder auch mal nur für ein Glas am Abend in gemütlicher Runde oder zu zweit. Es ist ein Erlebnis von so reiner, goldener Klarheit in seiner vollkommenen Süsse und langsam glaube ich, wenn ich weiterschreibe wird das eine "Ode an Met" *g* Wenden wir uns also lieber den "technischen" bzw. den geschichtlichen Daten zu, die ich hier und da im Internet zusammengesucht habe. Es sei noch gesagt, dass sich nicht jeder Honigwein auch Met nennen darf, was mit der Herstellung zusammenhängt.

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Met wird der aus Honigen zubereitete Wein genannt.

Zur Geschichte des Met: Unser heutiges Wort "Met" entstammt dem indogermanischen "Madhu", was soviel wie süßer Trank bedeutet. Die Herstellung und der Genuß von Met ist eines der ältesten nord- und mitteleuropäischen Kulturmerkmale. Ein Erklärungsmodell für die frühe Erfindung des Honigweins bei den Germanen ist die ungenügend luftdichte Lagerung von Pollen. Pollen wurde nämlich wie frühgeschichtliche Ausgrabungen gezeigt haben, von den nordischen Völkern zur Verhinderung des Skorbut während des Winters und auf längeren Schiffsreisen reichlich eingenommen.

Da die Bienenhaltung in holen Bäumen betrieben wurde, konnte Pollen nur aus gebrochenen Waben geerntet werden. Diese Pollenvorräte wurden mit Honig überschichtet, um sie vor dem Verderben zu bewahren. Wurde nun einmal ungenügend reifer (zu wasserhaltiger) Honig zum Überschichten genommen, oder wurde ein Lagerkrug undicht und konnte der Inhalt aus der Umgebungsluft Wasser ziehen, so setzte eine Spontangärung ein. Im laufe des Gärprozesses entsteht enzymatisch weiteres Wasser, Kohlendioxid und Alkohol.

Ab einem bestimmten Alkoholgehalt ist die Gärung an ihrem natürlichen Ende angelangt. Der Pollen behält seine reiche Wirksubstanz aus Eiweißen und Vitaminen und der Alkohol tritt geschmacklich und wirkungsmässig voll zu Tage. Somit war unbeabsichtigt Met entstanden.

Über tausende von Jahren glaubten unsere Vorfahren ob der „Spontangärung" Met sei ein Geschenk der germanischen Gottheiten. Met war in der vorchristlichen Mythologie der Trunk des Festes und der Freude. Met in seiner Süße erschien ihnen wie Göttertrunk, der die Menschen bei ihren Festgelagen mit den Göttern in Verbindung brachte und mit dessen Hilfe göttliche Kraft auf Menschen übertragen werden konnte. Als aufgeklärte Menschen des 20. Jahrhunderts erscheint uns somit der Sieg der Germanen über die römischen Legionen des Varus verständlich.

Recht wenig Verständnis für die Unbesiegbarkeit der germanischen Horden hatte jedoch die römische Staatsregierung jener Zeit, die den Verlust eine ganzen Armee in Germanien zu beklagen hatte. Nichts desto trotz lernte man in Roma die Köstlichkeit germanischen Mets zu schätzen. Vereinzelte geraubte Metkrüge erhielten begeisterte schriftliche Erwähnungen in den Analen der Römischen Geschichtsschreibung.

Met erhielt an römischen Festtafeln einen Ehrenplatz neben den billigeren aus Weintrauben gekelterten Getränken. Aufgrund der erheblich einfacheren Herstellung, blieb jedoch der mediterrane Wein aus Weintrauben auch nach dem Zerfall des Römischen Reiches mengenmäßig Tafelgetränk Nummer 1. Unter Karl dem Grossen, erlangte Met eine Art Renaissance. Als Festgetränk durfte es an keiner kaiserlichen Festtafel fehlen. Seit jener Zeit wurde es auch verstärkt durch Klosterbrüder als Heilmittel und Heilmittelträger (Zusatz von Kräutern) eingesetzt.

Die aufkommende Bierbrauerei war jedoch noch um einiges billiger in der Herstellung alkoholischer Getränke, als die Herstellung von Traubenweinen, so daß nunmehr Bier zum vorherrschenden Getränk avancierte. Seit jenen Tagen geriet das kostbare Met mehr und mehr in Vergessenheit. Die Kunst der Metherstellung wurde zwar von Imkergeneration zu Imkergeneration tradiert und ist auch nie ganz erloschen, aber andere Produkte der Imkerei wie Bienenwachs, Blütenpollen und Honig standen seither im Vordergrund des Interesses der Bienenhaltung. Met ist aber nach wie vor ein gesundes und äußerst schmackhaftes Getränk, das Kräfte weckt und der Verdauung auf die Sprünge helfen kann.

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Zur Herstellung von Met:

Met setzt der Imker an, indem ein Teil Honig mit zwei Teilen Wasser versetzt wird. In einem meist bis zu zwei Jahre währenden Gärprozess wird von Hefen die Süße des Honigs zu Wasser, Kohlendioxid und Alkohol umgesetzt. Hierbei kann eine Spontangärung stattfinden, soweit es sich um nicht wärmegeschädigten naturbelassenen Honig vom Imker handelt. Es ist aber auch möglich, Edelhefen aus Reinzuchten einzusetzen und somit einen Teil des späteren Geschmacks zu beeinflussen.

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Zum Geschmack von Met:

Je nach verwendeter Honigsorte schmeckt Met jedesmal wieder ganz anders. So ist Met keinesfalls immer süß im Geschmack. Met zubereitet aus Edelkastanienhonig ist beispielsweise herb-bitter. Und Heidehonigmet enthält das gleiche herbaromatische Bouquet, das auch den Heidehonig auszeichnet. Die kräftige Süße des Lindenhonigmets beruht auf den durchdringenden Aromen, die auch die lauen und schwülwarmen Sommerabende mit süßen Düften erfüllen.

Von eher zartem Aroma hingegen sind die Metsorten aus den milden Blüten des Frühjahrs. Hier sind vor allem die Blüten der Obstbäume, des Weißdorns und des Rapses bestimmend. Eine Spezialität ist noch Met aus Waldhonig. Während im Honig des Waldes durch den malzigen Geschmack die harzigen Aromaten nahezu völlig überdeckt sind, kommen sie nach der alkoholischen Umsetzung wieder zu Tage und verleihen dem Met einen feinwürzigen und harzig angehauchten Geschmack, der aber wunderbar dezent im Hintergrund bleibt und sich nicht schwer auf die Zunge setzt.

Der bekannte Naturheilpraktiker Sebastian Kneipp urteilte vor über einem Jahrhundert: "Met tut viel Gutes, er bewirkt einen guten Appetit, fördert die Verdauung, reinigt und stärkt den Magen, schafft ungesunde Stoffe weg, befreit von dem, was dem Körper nachteilig ist. Seine Wirkung ist sehr günstig auf das Blut, die Säfte, Nieren und Blase, weil er überall reinigt, auflöst und ausleitend wirkt. Für die Alten, so auch für uns ist Met ein Stärkungsmittel. Die Germanen erfreuten sich einer außerordentlichen Gesundheit und erreichten ein hohes Alter. Beides, Gesundheit und hohes Alter", fährt Kneipp fort, "verdankten sie besonders ihrem Met."

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