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Körperhaltung © Sirpa Weiler

 

Kopf und Gesicht

Erfolgreiche Menschen drücken in der Tat ihre Siegesgewissheit oder ein Erfolgserlebnis dadurch aus, dass sie den Kopf ein wenig, aber durchaus merklich anheben. Der stolze Ausdruck des erhobenen Kopfes wird dadurch unterstrichen, dass die Augen bei der Haltung leicht "von oben herab" blicken, der Augenausdruck also Überlegenheit vermittelt.

Wenn "Kopf hoch" ein Zeichen von Erfolg ist, so müsste demgegenüber das Hängenlassen des Kopfes Niederlage und Misserfolg bedeuten. Das ist oft auch so. Der gesenkte Kopf drückt aber auch die Bereitschaft aus, sich ohne Widerstand unterzuordnen.

Auch ein nachdenklicher Mensch neigt dazu, den Blick vor sich auf den Boden zu richten, was eine leicht nach unten gerichtete Kopfhaltung voraussetzt. Nachdenkende Menschen fixieren oft auch einen Punkt oberhalb ihres Gesichtskreises.

Die Kopfhaltung kann auch eine Folge der Körperhaltung insgesamt sein. Ein vornüber gebeugter Oberkörper bringt zwangsläufig eine geneigte Kopfhaltung mit sich. Eine aufrechte Körperhaltung ermöglicht eine gefällige gerade Kopfhaltung, die von Ausgeglichenheit und einem "freiem Blick" auf die Welt zeugt. Achte darauf, ob und auf welche Seite Dein Gesprächspartner den Kopf neigt: Man geht davon aus, dass eine skeptische Einstellung mit der Neigung des Kopfes nach rechts, eine offene Einstellung mit der Neigung nach links signalisiert wird.

Und was passiert, wenn jemand uns "den Kopf verdreht" hat? Ganz einfach: Wir sind verliebt, und deshalb hat der Bauch die Regie übernommen, und der Kopf hat [zunächst] nichts mehr zu sagen ;)

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Die Schultern

Das Bild eines Menschen mit "hängenden" Schultern ist wohl jedem bekannt, und ebenso die Bedeutung in der Körpersprache: "Ich bin müde, überlastet und überfordert - bitte lasst mich in Ruhe!" Auch eine bedrückte Seele wird so signalisiert. Dagegen bringt ein Mensch mit hochgezogenen Schultern ein deutliches Abwehrverhalten zum Ausdruck. In dieser Haltung wird der empfindliche Hals geschützt, also einem Angriff entzogen.

"Das weiß ich nicht" oder "Es ist mir eigentlich egal" signalisiert man mit dem Schulterzucken. Damit wird ein schon recht massives Desinteresse an einer Sache oder auch an einer Person gezeigt, das über ein bedauerndes Nichtwissen bzw. über die Regeln der Höflichkeit deutlich hinausgeht.

Nicht die Ablehnung einer Sache, sondern eindeutiges Missfallen an Deiner Person kannst Du daraus ableiten, wenn jemand Dir "die kalte Schulter" zeigt. Dann will er sich Dir nicht öffnen, wendet sich demonstrativ ab. Eine Kontaktaufnahme im positiven Sinne ist unter solchen Voraussetzungen außerordentlich schwierig bis unmöglich.

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Die Brustpartie

Auch bei Männern ist die aufrechte Haltung der Brustpartie von Vorteil, weil sie als positiver Teil der Männlichkeit verstanden wird. Männer wollen mit einer herausgedrückten Brust vor allem persönliche Bedeutung und Stärke demonstrieren, während Frauen damit eher ihre Weiblichkeit zur Geltung bringen. Für beide Geschlechter aber gilt, dass die Körpersprache ausdrücken soll: "Ich bin selbstbewusst!"

Eine eingesunkene Brustpartie - meist verbunden mit hängenden Schultern - sendet ein eindeutiges Signal: "Ich traue mich nicht", "Ich habe keine Kraft", "Ich weiß nicht weiter". Die Körpersprache der Brustpartie wird allerdings von Männern nicht selten zur Täuschung eingesetzt, denn nichts ist leichter, als für eine begrenzte Zeit mit geschwellter Brust Stärke und Selbstbewusstsein zu zeigen. Bist Du der beobachtende Teil, hilft ein wenig Geduld, um die wahre Stärke des Gegenübers zu erkennen. Dauert die Situation etwas länger an, wirst Du die natürliche Haltung Deines Gegenübers kennen lernen.

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Die Hüften

Eine Frau wirkt betont "weiblich", wenn sie beim Gehen die Hüften locker mitschwingen lässt oder im Stehen die Ausformung der Hüften betont. Man könnte - mit aller Vorsicht - daraus schließen, dass sie auch in ihrem Denken und Fühlen "typisch weibliche" Züge an sich hat.

Die Hüften können auch bewusst eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. In diesem Fall wirkt der "Hüftschwung" jedoch meist übertrieben. Männer vermeiden den leichten und lockeren Hüftschwung beim Gehen mitunter bewusst. Dadurch wirkt ihr Gang nicht sportlich und beweglich, sondern eher steif und ungelenk. Wenn Frauen den Hüftschwung vermeiden, kann dies ein Zeichen für eine bewusste Abgrenzung gegenüber der klassischen Frauenrolle sein.

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Finger & Hände

Weist jemand beim Sprechen häufig mit dem Zeigefinger auf Menschen oder Gegenstände, wird diese Person in der Regel als anmaßend eingeschätzt. Dieser Mensch ist von der Richtigkeit seiner Gedanken sehr überzeugt und möchte seine Zuhörer dazu zwingen gleicher Meinung zu sein. Aus kurzer Distanz kann der ausgestreckte Zeigefinger auch als Drohgeste eingesetzt werden.

Wird der Zeigefinger gehoben, soll damit Aufmerksamkeit erregt werden. Schulkinder bitten so um das Wort, und auch der Redner bedient sich ihrer, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu wecken. In Mitteleuropa ist das Gestikulieren mit den Händen beim Sprechen wenig üblich. Daher wird bei uns ein Mensch, der lebhaft mit den Händen gestikuliert, leicht als nervös oder übereifrig eingeschätzt.

Beide Hände in die Hosentaschen zu stecken, gilt als unhöflich. Darüber hinaus lässt das Verbergen der Hände auf Unsicherheit schließen. Mitunter auch auf Unehrlichkeit, da die Handflächen zu zeigen, als offen und ehrlich gilt. Auf Unbehaglichkeit oder Nervosität beim Gespräch lässt schließen, wenn Dein Gegenüber unentwegt mit Utensilien auf dem Tisch spielt. Ob Servietten gefaltet, das Tischtuch geglättet, ob Brot zerkrümelt wird oder Gegenstände hin- und hergeschoben werden - der dringende Wunsch, das Gespräch möge endlich ein Ende nehmen, ist nahezu fühlbar.

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Die Arme

Ein klares Signal des herzlich Willkommens ist dann gegeben, wenn Du von einem Menschen mit ausgebreiteten oder in Deine Richtung ausgestreckten Armen empfangen wirst. Die angedeutete Umarmung ist auch im beruflichen Umfeld üblich. Stets drückt sie Zuneigung und Wohlwollen aus.

Die bekannte Geste der Gleichgültigkeit besteht darin, die Schultern hochzuziehen und die Arme abgewinkelt zur Seite zu strecken. Die Entschlossenheit eines Menschen liest Du daran ab, dass er die Hände in die hüften stemmt, und dabei die Arme seitlich abwinkelt. Auch kann dies eine Geste dafür sein, sich besser, größer und stärke als der Gegenüber zu machen.

Ausgestreckte Arme mit vorgeschobenen Handflächen drücken Abgrenzung und Missfallen aus oder aber auch Ergebenheit. Man gibt auf bzw. zeigt so auch, dass man nichts zu verbergen hat ["Hände hoch"].

Großer Ärger kann sich mit über den Kopf erhobenen Armen und geballten Fäusten Luft machen. Dagegen ist die einzelne, nach vorne gerichtete Faust eine klassische Drohgebärde. In Mitteleuropa eher selten: Die Arme sind mit offenen Händen im 45°-Winkel weit über den Kopf gestreckt und drücken so Erregung und Ärgernis aus. Menschen, die während eines Gesprächs unsicher sind, verstecken häufig ihre Hände unter dem Tisch. Die verräterischen unruhigen Bewegungen sollen so verborgen werden.

Die Ellbogen auf den Tisch zu stützen, kann als Signal für eine abwartende oder abwehrende Einstellung gegenüber dem Gesprächspartner oder dem Gesprächsthema gedeutet werden. Vor dem Oberkörper verschränkte oder überkreuzte Arme stellen einen regelrechten Panzer dar. Werden die Hände umarmend um den Oberkörper gelegt, erhält die Geste eher schützenden Charakter.

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Die Sitzhaltung

Haben beide Füße sicheren Kontakt mit dem Boden, kannst Du auf Selbstsicherheit und Wohlbefinden schließen. Der Betreffende hat es sich in tadelloser Form bequem gemacht und ist für ein langes Gespräch bereit. Weit nach vorne ausgestreckte Beine wirken sehr vereinnahmend, weil sie einen [nicht nur] territorialen Besitzanspruch demonstrieren.

Wer mit geöffneten Beinen oder einem offen übergeschlagenen Bein sitzt, signalisiert Entspannung und Vertrauen. Selbstverständlich: Ein Rock macht diese Sitzposition unmöglich. Solche Kleinigkeiten sind immer zu beachten und mit einzurechnen.

Achte auf die Füße. Wenn sie unter den Stuhl gezogen und auf die Spitze gestellt werden, drücken sie Fluchtgedanken aus. Der Betreffende könnte jederzeit aufspringen. Auch bei übergeschlagenen Beinen interessieren uns vor allem die Füße. Die Aufmerksamkeit liegt stets dort, wohin die Fußspitzen zeigen.

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Der Stand

In der natürlichen Stehposition haben beide Füße in beckenbreitem Abstand nebeneinander vollständigen Bodenkontakt. Man kann Ruhe und Ausgeglichenheit, Gelöstheit und Offenheit darauf ablesen.

Sind die Beine dagegen etwas weiter geöffnet, so dass ein Eindruck von Breitbeinigkeit entsteht, zeugt dies von einem dominanten Zug. Wird zusätzlich ein Fuß nach vorne ausgedreht, weicht die Offenheit und macht Bestimmtheit und Überlegenheit Platz. Vorsicht! Gerade Männer neigen dazu, diese Haltung bewusst einzunehmen.

Berühren sich die Füße im Stand, so darf man schon rein anatomisch von einer gewissen Instabilität ausgehen. Es liegt nahe, diesem Menschen auch seelisches Ungleichgewicht zu attestieren. Werden die Beine beim Stehen überkreuzt, wobei ein Fuß sich hinter dem anderen "einhakt", so kann dies als Zeichen von Selbstzufriedenheit eingeschätzt werden.

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Verweise

cover

Ein Buch, geschrieben von den Autoren des Buches "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken". In "Der tote Fisch in der Hand" geht es um die Körpersprache des Menschen, die kein Mensch unterdrücken kann. Es ist wunderbar erläutert, was die Körpersprache eines jeden über denjenigen verrät und aussagt.

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