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[- Kapitel III - Auf einmal Wissen -]

 

2001-06-10

Langsam, wenn der Morgen beginnt, dann beginnt eigentlich die Nacht in meinem Herzen, es ist nichts dabei so zu fühlen, denn die Nacht ist das Schönste, das ein Mensch, wenn er genießen kann, erleben kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas schöneres geben kann, als ein Meer von leuchtenden Sternen in einer Flut aus dunklen Geheimnissen!!

Gibt es ein Leben nach dem Tod oder leben wir vergeblich gut, obwohl es keinen Sinn hat, auf Dinge zu machen zu verzichten, um im nächsten Leben vielleicht ein besseres bekommen zu können oder vielleicht beginnt das erste Leben mit Reichtum, denn wie viel reiche Menschen gibt es, die ein gutes, reines Herzen haben? Nein, bestimmt ist es so mit Reichtum zu beginnen um zu lernen das Leben zu schätzen und wenn man es gut macht, wird weiterer Reichtum im nächsten Leben dich weiterentwickeln, weil das Schicksal sah, wie viel Mensch du doch trotz deines Reichtums geblieben bist und wie viel innerer Reichtum dein Leben dir doch gegeben hat, weil du es wolltest.

Und die Sterne? Waren sie nicht immer schon da, wo sie auch heute sind in diesem Leben? Leben sie nicht jedes Leben eines Einzelnen wiederholende Male mit und könnten sie uns nicht die Antworten geben, die wir bräuchten, um zu wissen, ob es ein Leben nach dem Tode gibt oder ein Leben vor der Geburt.

Und ist die Intelligenz jedes Einzelnen nicht ein Wunder? So viele Menschen, die dumm sind und doch welche die so intelligent und klug sind. Lehren uns vielleicht die vorigen Leben die Intelligenz? Sind wir vielleicht in jedem weiteren Leben ein Stück intelligenter als wir vorher waren, eben weil jedes einzelne Leben so viel lehrt, so viel Erfahrungen, an die man sich jedoch nicht mehr erinnern kann im Leben danach? Diese Erfahrungen, wo sollen sie sein, wenn nicht in den Erinnerungen, sie werden einfach kompensiert in Intelligenz. Je intelligenter ein Mensch ist, desto mehr Leben hat er schon gelebt. Je dümmer ein Mensch ist, desto eher steht er am Anfang seiner vielen noch zu lebenden Leben. Warum kann es nicht so sein?

Doch wo ist der Anfang? Wo beginnt das eine, das aller erste Leben eines Menschen? Wie beginnt es und womit begann es überhaupt? Ist die Antwort vielleicht in den Sternen zu suchen? Ist das nicht der Grund, warum wir in den Sternen die Antworten suchen? Alle Antworten, die uns beschäftigen? Alles, jedes alles, was es an Fragen zum Sinn des Lebens und auch der Liebe gibt? Ist es nicht so, dass ein jeder einen anderen Menschen sucht, den anderen Menschen sucht, den es doch geben soll fürs ganze Leben? Dieser eine Mensch, der für einen selbst einzig nur bestimmt ist? Und sucht er nicht die Antworten in den Sternen, in einer einsamen Nacht ohne Wolken? Sucht nicht ein jeder sein Gegenstück, dass ihn vollkommen macht?

Die Sage im alten Griechenland, dass die Menschen vor Zeiten einmal 2 Köpfe, 4 Arme und Beine hatten und im Zorn einer der Götter getrennt wurden und seither scheinen sie sich zu suchen. Ihr ganzes Leben lang, bis sie sich einmal finden. Vielleicht, solange suchen bis sie sich erst in irgendeinem Leben finden werden. So viele Leben hindurch Suchen und dieser Kreislauf erst ein Ende hat, wenn sie sich gefunden haben.

Ist das vielleicht der Sinn des Lebens? Der Sinn seine 2. Hälfte zu finden und dann ins buddhistisch genannte Nirwana wechseln. Erst dann.... angefangen vom Zorn des einen Gottes und am Ende mit dem Wiederfinden seiner Vollkommenheit. Seines zweiten Seins... doch wie lässt sich diese Theorie mit der Homosexualität verbinden? Sind dann alle Menschen im Grunde homosexuell oder sind diese getrennten Wesen beiden Geschlechts gewesen und wie kann ich dann behaupten, ich als Lesbe, ich suche meinen zweiten Teil, der männlichen Geschlechts ist?

Doch muss es heißen, sexuell eine Beziehung zu führen? Ist das nicht nur ein weiterer Faktor dessen, dass wir uns weiterentwickeln, um Leben auf die Welt zu bringen, damit auch andere Menschen vom einen ins nächste Leben können? Heißt es, homosexuell zu sein, schon viel weiter als andere zu sein, schon viel mehr Leben durchlebt zu haben und seinem Ziel näher zu kommen, weil meine 2. Hälfte, wie die jedes einzelnen, gleichen Geschlechts ist?

Und die Sterne? Haben sie nicht alle Antworten schon auf ihren nicht vorhandenen Lippen? Können wir uns nicht einfach wünschen, keine Antworten zu brauchen, weil wir sie auf jeden Fall irgendwann einmal selbst finden werden? Irgendwann im Nirwana dann selbst herausfinden, was es geheißen hat zu leben? Und will ich überhaupt, dass dieser Kreislauf durch so viele Leben irgendwann endet? So viele Menschen, wie ich kennen lernen durfte, nur allein durch Liebe, Vertrauen und Freundschaft. Wird es mir wirklich wichtig sein, ins Nirwana zu kommen, wenn ich meinen zweiten Teil gefunden habe, wenn ich doch auf all meine Freunde verzichten muss, auf all die wunderbaren Menschen, die ich kennenlernen durfte und auch noch kennenlernen könnte? Ist es das?

Ist es das, was einen Menschen egoistisch macht? Einen jeden einzelnen? Und Buddhisten, Mönche, Maria Therese... sie suchten nicht... sie haben eine Aufgabe für die vielen suchenden Menschen übernommen. Sind sie schon im Nirwana gewesen, um dann zurückzukommen, um Menschen bei ihrer Suche zu helfen? Menschen die schon zu lange suchten und nicht finden konnten? Wer bestimmt diesen Ablauf, wer denkt sich das aus? Wer bestimmt und was wird noch kommen? Sind das alles Antworten? Antworten der Sterne in der dunklen Nachtflut, die ich so sehr liebe? Ist es nicht vielleicht eine wirkliche Möglichkeit? Ist es nicht möglich?

Folgende Geschichte ist so alt wie die Menschheit selbst: Am Anfang gab es nur ein menschliches Wesen, eine Art Frau/ Mann, erzählt eine Sage aus der griechischen Mythologie. Es hatte vier Arme, vier Beine und einen Kopf mit zwei Gesichtern. Bis der Gott Zeus dieses mächtige Lebewesen teilte. So entstanden Mann und Frau als getrennte Kreaturen, die sich aber unvollständig fühlten. Seitdem sind beide getrieben von dem Wunsch, sich mit ihrer fehlenden zweiten Hälfte zu vereinen. (Es steht nichts davon geschrieben, dass es heißt, sich sexuell zu finden...)

Und beginnt dann nicht auch die Nacht, wenn am Morgen die Sonne aufgeht? Beginnt sie nicht dann, weil nur die Zeit des Morgens bis zum Abend all die Antworten hat, all die Aufgaben auf dem Weg des Suchens, die die Nacht, die Sterne nicht aussprechen können, weil sie keine Lippen haben? Ich liebe die Nacht, weil die Sterne in meinem Herzen entflammten was die Sonne niemals zu entflammen vermag...

2001-06-10 © Sirpa Weiler

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