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[- Die tierische Abschlussrede -]

Kaufmännische Schulen Emmendingen

1999-07-07

Abschlussrede kfm. Berufskolleg I, Emmendingen

Ich hatte das Privileg als Klassen-, Jahrgangs- und Schulsprecherin für die Wirtschaftsschule und das Berufskolleg I auf den kfm. Schulen in Emmendingen die Abschlussrede zu halten und durfte mir hierfür sogar ein Team zusammensuchen. Die Idee war, jeden Lehrer als Tier darzustellen [die Rede musste ich schreiben, bevor ich das Team zusammenrufen konnte] und dann war meine Idee von jedem Lehrer ein übergroßes Bild anzufertigen, das den jeweiligen Pauker mit seinem Gesicht und dem Körper eines Tieres darstellt.

Leider habe ich keine Photographien von diesem Bildern, allerdings bin ich bemüht, welche zu bekommen, damit Ihr seht, was uns gelungen ist. Ich habe die Gesichter und Körper vorgezeichnet und das Team half mir dann, diese auszumalen. Es war eine Zwei-Wochen-Arbeit, aber sie hat tierisch Spaß gemacht, aber welchem Schüler machen Freistellungen vom Unterricht nicht Spaß? *g*

Hier nun die Rede, die ich damals schrieb. Ich würde sie heute sicherlich anders formulieren, aber man verzeihe mir einfach, dass ich noch jung war und nicht wusste, wie man sich besser ausdrückt *g*

Abschlussrede

Nun haben wir die schwere Aufgabe aus unserem Raubtiergarten einen Streichelzoo zu machen, so dass doch jeder seinen Anteil abbekommt. Es ist kein leichter Abschied, denn waren Sie, liebe Lehrerinnen und Lehrer des BK-Nationalparks doch immer lobenswerte Gurus im Dschungel der Paragraphen, Vorschriften & Gesetze. Haben Sie doch alle geschafft, uns Schafe auf das harte Leben der Steppe vorzubereiten.

...nicht, Herr Knöbber?
Waren nicht Sie es, der uns als gutmütiger Schäferhund die Schranken wies und trotzdem ein nettes Wort und ein offenes Ohr für uns hatten?! Sie trieben uns stets in die richtige Richtung und zeigten uns den Weg, wenn wir uns doch einmal verlaufen hatten. Unser zeitweiliges Blöken haben sie immer unter Kontrolle gehalten und dafür reichte schon ein durchdringender Blick.

...doch auch Sie, Frau Brunner, konnten uns mit Ihrem direkten Blick fesseln. Oft kamen wir uns vor wie im Dschungelbuch, da wir uns wie von einer Boa Constrictor hypnotisiert fühlten. Stets behielten Sie die Ruhe, auch wenn aus uns nervöse Zitteraale wurden. Das ist eine wahrhaft schwere Aufgabe, die Sie jedoch glänzend meisterten. Hatten Sie doch oft auch Humor mitgebracht und uns den Tag verschönt.

...Humor war oft auch ein Mittel von Ihnen, Herr Heissenberger, um uns zu besänftigen. Müssen Sie doch auch eines der Fächer unterrichten, in dem wir das Äffchen in uns ausleben wollten. Statt dessen brachten Sie bei uns den gelehrigen Beo zum Vorschein, der mit der Zeit lernt, sinnvolles zum Ausdruck zu bringen.

...so auch unsere katholische Ringelblume, Herr Fruck, von dem ich mir habe sagen lassen, dass Sie wachsam wie ein Adler über Ihren Küken sitzen und mit Erfolg erklären, dass wir nicht Tiere sondern intelligente Menschen seien.

...Trotz dieser Einsicht benahmen wir uns zeitweise wie tollwütige Wüstenrennmäuse, die kaum zusammenzuhalten im Sportunterricht taten, was ihnen gerade in den Sinn kam. Doch Frau Wauer und Herr Myndt haben ihren Beruf nicht um einen Millimeter verfehlt. So konnten Sie uns wie Gebharde zusammentreiben und uns lehren, ein Team zu sein, als Team zu spielen und ein Team zu bleiben, auch wenn wir keinen Sportunterricht hatten.

...als Team zu agieren, war auch Ihr Anliegen, Herr Groß. Sie haben stets versucht, niemanden nachteilig zu behandeln. Wie ein großer Uhu wachten Sie über uns und entschieden sich weise bei Meinungsverschiedenheiten zu guten Lösungen.

...Lösungen musste unsere Mathepartei auch bei Ihnen finden, Herr Diehl. Leicht machten sie es uns nicht, aber als schlauer Fuchs wussten Sie genau, dass nichts unmöglich ist und wenn uns dann doch mal die Köpfe rauchten, wendeten Sie einfach Ihr Japan-Wissen an und so lernten wir zwischen Wurzelziehen und Algebra auch noch wie sich Baum und Wäldchen im japanischen zeichnet.

...aber wir lernten auch eine andere sehr wichtige Fremdsprache: Businessenglisch und wer könnte das besser als Lehrer Lampe, Herr Bauer, und die konsequente Brieftaube, Frau Schmedding. Stets darauf bedacht, uns sämtliche Floskeln und Vokabeln einzuhämmern, gab es trotzdem immer ein Lächeln oder spaßige, englische Zungenbrecher. Flexibilität war höchstes Gebot, gerade wenn wir mal wieder die störrischen Esel spielten und uns versuchten, taub zu stellen.

...flexibel musste auch Herr Goering sein, wenn wir zum wiederholten Male keine Lust auf Access und Excel hatten. Doch als zuvorkommender Gorilla machten Sie den Ernst zum Spiel und ließen uns mit wachsamem Auge in den World-Wide-Web und schlugen so zwei Moskitos mit einer Klappe. Ohne diese Vertrautheit mit der PC-Öffentlichkeit, kämen wir da draußen im Datendschungel sonst nicht zurecht. Gut gemacht... geschickt eingefädelt.

...doch zu unserem Grinsekater, nicht Herr Schmeer? Immer ein Lachen auf den Lippen, wussten wir oft nicht, ob sie es ernst meinten oder nicht. Aber eigentlich hatten wir ja keine Chance, Ihren Fragen auszuweichen, oder? Auch einen Weg, faule Siebenschläfer zum Nachdenken zu bringen.. Gratulation.

...interessant war aber auch Ihr Unterricht, Herr Bath. Überdimensional gross und überdimensional klein zu denken, ist sehr anstrengend, aber Sie konnten uns das mit tollen Beispielen nahe bringen und am Schönsten waren dann doch immer noch Ihre Aufziehtiere, die in Physik teilnehmen durften. Eben wie ein Erdmännchen, das gerne alle seine Lieben um sich versammelt.

Bevor ich dann zur Königin der Tiere komme, muss und möchte ich unseren lieben Spätzchen danken, Frau Edelhäuser und Frau Schmidt, die immer hilfsbereit und nett für alle von uns, Lehrer wie Schüler, da waren. Ohne sie würden wohl die tragenden Palmen unseres Tierparadieses fehlen. Sie sind die Oase der Wüste. Vielen herzlichen Dank dafür und für alles, war ich hier nicht aufzählen kann.

...doch nun, zum guten Schluss, gebe ich mir die Ehre und bitte um Gehör bei der Majestät, der Löwin Frau Petirsch.

"Kommt in die Puschen", das hörten wir nicht nur einmal laut. Mussten wir uns doch Ihr Mittagessen vorstellen und nach diesen imaginären Speisen greifen. Das diente wohl zur Entspannung, aber so klappte das nicht ganz, mussten wir doch immer um das eigene Vesper zittern. Wollte man dieses gerne behalten, so musste man die reißende Löwin mit Bonbons und Mon Cheri besänftigen. Auch wenn wir manchmal dachten, die Königin der Tiere sei böse und gemein, so hat sie uns Löwenkinder in ihrem Gemüt doch geliebt und beschützt.

Wir werden Sie vermissen, jetzt, da sie beschlossen, uns in die freie Wildnis zu entlassen. Vielen lieben Dank an Sie und vielen lieben Dank an Sie alle, die uns ertragen haben. Und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an Sie, Herr Hauser, dass sie uns dieses Kollegium ermöglichten.

In diesem Sinne, alles Gute und Goodbye!

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