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[- Stigmata -]

 

Male und Zeichen der Kreuzigung, plötzlich scheinen sie aufzutreten. Blutende Hände und Füsse, die viele christlich gläubige Menschen als ein Zeichen Gottes ansehen, ebenso wie die Blutstränen weinende Madonna in so manch katholischer Kirche.

Man spricht von weniger als 100 bekannten Fällen. Dreizehn dieser Menschen wurden von der katholischen Kirche heilig gesprochen [es gibt Stimmen, die behaupten, es seien sogar 26 gewesen].

Stigma bedeutet soviel wie "Stich", "Mal" oder "Zeichen". Personen, die dieses Phänomen erlebt haben wollen, sind fast immer tief gläubig und religiös. 1974 beispielsweise traten bei der damals 12-jährigen Cloretta Robertson angeblich die typischen Stigmatazeichen auf und seither jedes Jahr im Frühling vor Ostern.

Stigmata © Sirpa Weiler

Eine Stigmatisierung tritt unerwartet auf. Die Wunden heilen auch nicht ab, sondern verschwinden angeblich genauso wie sie gekommen sind: Ohne Grund und ersichtlichen ["Heilungs-"] Weg.

Erklärungen und Theorien gibt es viele:
~ Durch Schmerzen extratische Vereinigung mit Gott [Wunden werden selbst zugefügt]
~ Psychosomatische Einbildung. Es ist erwiesen, dass man sich so sehr in etwas hineinsteigern kann, dass es körperlich sichtbar wird. Ob das bei solchen Wunden der Fall sein kann, ist allerdings ungeklärt. Man weiss allerdings schon lange, dass man durch Einbildung einiges mit dem Körper oder am Körper erzeugen kann.

Wir können uns auch leicht daran erinnern, wenn wir dem Lehrer glaubhaft machen wollten, dass man Kopfschmerzen habe oder einem schlecht ist, so dass er ihn vom Schulunterricht entlässt. Wer gut geschauspielert hat, hat sicherlich auch schon einmal erlebt, wie man aus dem Klassenzimmer geht und tatsächlich Kopfschmerzen bekommt oder ein Übelkeitsgefühl im Magen.

Wissenschaftlich soll die Hysterie als Ursache vorzuweisen sein. Man stellte fest, dass Männer im Kriege allein durch Hysterie urplötzlich in einen Zustand der Blindheit, Stimmverlust oder Lähmung geraten sind. Im Moment der "Überemotion", schaltet das Hirn einen Mechanismus der verschiedenste Symptome als Folge hat.

~ Krankhafte Veränderungen des Körpers. zBsp. spezielle Hautkrankheiten oder andere, welche die Haut betroffenen Stellen verändert und verformt.

Im Jahr 1222 - der erste notierte Fall - traten die Anzeichen bei dem Engländer Stephen Langton auf. Kurze Zeit später folgte Franz von Assisi [1224]. Zu den bekanntesten Stigmatisierten des 20. Jahrhundert zählen Padre Pio da Pietralcini [1890-1968] und Therese Neumann [1898-1962]. Bei ihnen traten die Wundmale unterschiedlich stark auf. Therese Neumann soll sogar blutige Tränen geweint haben.

Wunderlich ist bei den Fällen allerdings, dass die Wundmale nicht passend zu den Kreuzigungsmerkmalen auftauchen, da man heute weiss, dass die Nägel in der Handmitte den Körper nie am Kreuze hätten halten können.

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