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The Amish-People -]

Das
Wohnzimmer ist der Mittelpunkt jedes Amish-Hauses.
Am Sonntag wird es zum Andachtsraum umfunktioniert.
Jede Woche versammelt sich bei einer anderen Familie
die gesamte Gemeinde zum Gottesdienst. Eine Kirche
gibt es nicht - sie wäre ebenfalls eine unnötige
Eitelkeit, genau wie Bilder und Teppiche.
Im
Schnitt haben Amish-Familien rund zehn Kinder. Acht
Jahre lang geht der Nachwuchs zur Schule, lernt
Lesen, Schreiben, Rechnen, Geschichte und natürlich
Religion. Gymnasien oder Universitäten gibt
es nicht. Die Amish People sind fast ausschließlich
Farmer. Wer die Schule beendet hat, hilft auf dem
Hof seiner Eltern, bis er mit 18 oder 20 Jahren
eine eigene Familie gründet.
Die Kinder werden in der eigenen Amish-Schule, welche
aus einem Raum besteht, unterrichtet. Der Unterricht
wird von einer Amish Person in englisch gehalten,
diese besitzt selbst keinen höheren Abschluß
als die 8. Klasse.
Es
kann darum gestritten werden, ob die Amish-People
eine Sekte sind oder nicht. Viele glauben es, einige
verneinen es vehement. Sie haben sich lediglich
dazu entschlossen ihren durchaus christlichen Glauben
auf die altbewährte Art und Weise auszuleben.
Sie grenzen sich ab von der restlichen Zivilisation,
von der ganzen Welt. Leben ihr Leben in einer längst
vergangenen Zeit und wollen es nicht anders. Sie
kochen mit Propan-Gas und in der Wohnung sind weder
Bilder noch Teppiche und Spiegel zu finden. Die
Amish wollen am liebsten unter sich sein.
Dass
sie sich so rigoros von der übrigen Gesellschaft
abschirmen, bedeutet nicht, dass die Amish weltfremd
sind. Oftmals haben sie eine Tageszeitung. Die "Zivilisation",
die nur ein paar Meilen hinter den wogenden Mais-
und Kornfeldern beginnt, mit den großen Highways
und den unzähligen Shopping-Mails, die zu den
großen Touristen-Magneten zählen, genau
wie die Amish-People. Eigentlich lehnen sie es ab,
bestaunt oder photografiert zu werden. Doch wenn
es genügend Geld für die Familie und die
Gemeinde bringt, heiligt der Zweck zumindest manchmal
die Mittel.
Ihre
Kinder bringen die Amish-Frauen normalerweise zu
Hause auf die Welt, doch treten Komplikationen auf,
verlassen sie sich auf das Können der Ärzte
im Krankenhaus.
Benannt
sind die Amish nach dem Prediger Jakob Ammann, ursprünglich
ein Angehöriger der ebenfalls strenggläubigen
Mennoniten. Doch Ammann wollte die Bibel noch strenger
ausgelegt haben, sah sie als allein gültiges
Gesetz an und begründete die Amischen. Wie
auch die Mennoniten, lehnen sie die Taufe von Kindern
ab. Ihrer Auffassung nach können sich erst
Erwachsene frei für eine Religion entscheiden.
Dafür wurden sie in Europa als Wiedertäufer
und Ketzer gejagt und getötet.
Sie
treffen also auf solche Begriffe wie "Schnitz"
[getrocknete Apfelstücke], "Knedel"
[Knödel], "Fastnachts" [Krapfen]
oder "Saumagen". Das erklärt sich
wiederum aus der Herkunft der Amish: Sie sind Nachfahren
einer schweizerischen Brudergemeinschaft. Die Gruppe
verließ 1525 sowohl die katholische als die
damals junge protestantische Kirche und wurde in
Europa verfolgt, weil sie auch weltliche Herrschaft
und damit beispielweise auch jeglichen Kriegsdienst
ablehnte.
Da
die Amish-Einwanderer [etwa im 17. Jahrhundert]
hauptsächlich aus Deutschland und der Schweiz
kamen, sprechen sie das sogenannte Pennsylvania
Dutch, ein deutscher Dialekt. Ihr Gottesdienst wird
in Hochdeutsch abgehalten und in der Schule lernen
sie Englisch. Englisch wird mit den Leuten gesprochen,
welche nicht ihrer Glaubensgemeinschaft angehören.
Knapp
200.000 Amish leben heute in den USA und Kanada,
etwa 18 000 davon allein im Lancaster County - nach
wie vor auch hier mit ihrer eigenen Sprache und
nach ihren eigenen Regeln. Mit einfachsten Mitteln
auskommen zu müssen, macht erfinderisch. 80%
leben in Pennsylvania, Ohio und Indiana - Lancaster
County ist daher eine regelrechte Touristenattraktion
geworden.
Gott,
Familie und viel, viel Arbeit - das sind die drei
Pfeiler, auf denen das Leben der Amish-People beruht.
Mehr von den Amish-People könnt Ihr unter folgenden,
externen Verweisen nachlesen:
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