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Liebe & Hass -]
Es
gibt immer wieder Menschen, die sagen "Ich
hasse nicht". Dieses Gefühl sei
für sie viel zu heftig, viel zu stark.
Wenn sie hassten, dann selten und vielleicht
auch nur ein oder zwei mal in ihrem bisherigen
Leben. Ich bin auch ein Mensch, der so denkt,
zumindest hin und wieder oder auch öfter
einmal.
Doch
machen sich diese Menschen dann auch Gedanken
darum, dass die Liebe ein ebenso starkes Gefühl
ist? Warum bezweifeln sie hier nicht auch,
dass sie es je wirklich gespürt haben?
Ist es denn einfacher zu lieben als zu hassen?
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Entspringt
der Hass nicht aus der Liebe? Kann man den etwas
oder jemanden hassen, ohne es oder ihn oder einen
Zusammenhang daraus irgendwo geliebt zu haben?
Wenn
wir das Beispiel Gewalt nehmen. So wird eine Geschädigte,
die immerzu von ihrem Vater oder ihrem Mann geschlagen
wurde, bestimmt irgendwann einmal sagen, dass sie
diese Person hasst. Möglicherweise wurde eine
Person auch nie geschlagen und hasst Gewalt dennoch,
was auch verständlich wäre.
Was
liebt diese Person dann? Doch wohl ihren Körper
und das Wohlbefinden und sie hasst die Gewalt und
Personen die Gewalt an anderen ausüben, weil
sie den Geschädigten dieses Wohlbefinden und
deren Körper schädigen.
Man
könnte auch sagen, dass sie, wie ich, einen
ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben und wissen,
dass Gewalt unrecht ist. Dann hassen sie diejenigen,
die diese Gerechtigkeit missachten und so weiter
und so fort. Beispiele wie diese können Dutzende
gefunden und noch um ein vielfaches erweitert werden.
Für mich ein Beweis, dass Hass
aus Liebe geborgen wird. Jedoch wenn jemand sagt:
"Ich hasse eigentlich nicht, ich habe lediglich
vielleicht eine starke Abneigung gegen etwas oder
jemanden." So kann er doch im selben Augenblick
auch nicht behaupten, dass er etwas oder jemanden
liebt.
Ist denn die Aussagen "Ich liebe Gerechtigkeit",
"Ich liebe den Frieden", "Ich liebe
Bücher", "Ich liebe Intelligenz"
und der gleichen denn überhaupt richtige, wirkliche
Liebe? Ist dieses Gefühl nicht auch viel zu
stark wie zu sagen "Ich hasse Gewalt",
"Ich hasse Spinnen", "Ich hasse Intoleranz"?
Dass man sagt, man hasse nicht,
ist verständlicher für andere, als zu
sagen, man liebe auch nicht, weil man dieses so
starke Gefühl kaum empfinden kann oder empfunden
habe. Oftmals denkt man nur darüber nach, dass
man das Wort "Hass" viel zu hart empfindet
und gar nicht genau sagen kann, was Hass in diesem
Falle überhaupt ist. Doch warum denkt man dann
nicht im gleichen Atemzug auch darüber nach,
dass die Liebe ebenso gross und stark in ihrem Gefühl
ist?
Man
geht davon aus, sagen zu können "Ich liebe
Bücher" und glaubt im gleichen Gedanken
noch "Ich hasse nicht" oder "Ich
finde 'Ich hasse Langeweile' viel zu stark ausgedrückt."
Wie kann man die Liebe auf so mehr oder minder banale
Dinge beziehen und denn Hass von diesen banalen
Dingen gleichzeitig ausschließen?
Ist nicht die Liebe ein viel stärkeres
Gefühl als der Hass?
Ist nicht eher sie es, die es verdient, vorsichtiger
behandelt zu werden?
Ist die Liebe nicht das einzige Gefühl, das
sogar noch stärker ist als der Hass, weil er
aus ihr geboren wurde?
Natürlich ist es immer die
Sache, dass Liebe der Menschheit sicherlich träglicher
ist als Hass, aber da greifen die moralischen Vorstellungen
wieder um sich und diese wollte ich hier einfach
einmal außer Acht lassen und ganz objektiv
das Thema behandeln und nicht das Drumherum, denn
auch das können viele Menschen nicht, aber
das ist ein anderes Kapitel, das ich vielleicht
später einmal noch aufgreifen möchte.
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