Eine Reise durch...

Individuum

Ansichtssache
» Liebe & Hass
» Farbensehen
» Kritikfähigkeit
» Selbstverständlich
» Kakadu & Kakasie
» Raucherpausen

Individualitäten

Eigenarten

Mein Leben

Liebeserklärung

Verschieden

Freiburg

Buchrezensionen

 

 

Home -> ... ein Individuum -> Ansichtssache -> Objektivität & Subjektivität

[- Objektivität & Subjektivität -]


... oder die Kunst, Kritik anzunehmen

Subjektivität:
Eine Sonnenuhr mit Hilfe einer Taschenlampe ablesen.

[Piet Hein]

Sonnenuhr © Blaise Pascal, 1623-1662

Das Interessante an Kritik ist, dass sie kaum einer wirklich verträgt oder viele sie einfach persönlich auf sich beziehen, was wohl auch am Kritiker liegen kann, der seine Kritik nicht freundlich und sachlich anbringen kann.

Allerdings habe ich mich schon immer gefragt, warum manche Menschen Kritik einfach nicht nehmen können und darüber nachdenken und für sich entscheiden, ob diese Kritik einen wahren Punkt berührt oder nicht und dann für sich etwas daraus ziehen oder die Kritik einfach wieder vergessen, weil sie in ihren Augen nicht zutrifft.

Rechtfertigungen gehören nicht zu einem ordentlichen Kritikgespräch, genauso wenig wie Vorwürfe oder persönliche Sympathien oder Antipathien und dennoch passiert es immer wieder und das nicht gerade selten, dass eine Kritik nicht sachlich angebracht wird.

Aber es ist nicht nur Kritik, die nicht sachlich behandelt werden kann. Es sind auch Diskussionen, die einfach nicht wirklich sachlich gesehen werden können. Immer wieder rutschen viele Leute in eine weitläufigere Erklärung, als für das Thema nötig wäre. Sie umkreisen dann den Punkt, glauben, dass alles erwähnt werden müsse, aber sehen nicht, dass es doch nur um Punkt C geht und nicht auch um Punkt A und B oder D.

Niemand bestreitet, dass Punkt A, B und/ oder D auch zu diesem Thema gehören können, auch wenn man sie in dieser einen C-Diskussion nicht anbringen muss, weil es nur um die Sache C selbst geht.

Man kann es auch an einem recht heftigen Thema ausmachen, z.B. dann, wenn ich sage, ich kann einen Massenmörder verstehen. Man wird sofort angegriffen, egal in welchen Breiten man sich bewegt und bekommt gesagt: Das ist aber gegen das Gesetz. Das ist krank. Man wird gefragt: Warum unterstützt Du das? Findest Du das etwa gut, was so einer macht?
Warum können so viele Menschen nicht einfach bei der Sache bleiben? Natürlich ist dieses "sinnlose" Morden falsch, gegen das Gesetz, verabscheuungswürdig. Natürlich unterstütze ich es nicht oder gar den Täter selbst und ich finde es auch nicht gut.

Und dann hält man sich stundenlang damit auf, zu erklären, dass man so eben nicht empfindet, aber sich dennoch in einen Massenmörder hineinversetzen kann und seine Gedanken nachvollziehen und verstehen kann.

Doch das geht auch mit einem noch viel einfacheren Beispiel. Nehmen wir an, es gibt ein Gespräch über Michael Jackson, der seinerzeit ein großer Star war [und noch ist]. Nehmen wir gleichfalls an, dass es in dieser Gesprächsrunde niemanden gibt, der Michael Jackson gut findet. Sage ich jetzt: "Er war genial. Er hat seine Sache gut gemacht. Er war ein Genie in seinem Metier." muss ich mir erst einmal Sprüche anhören wie: "Du bist doch nicht etwa Jackson Fan?" "Gib's zu. Du hörst den unheimlich gern."

Warum kann man dann nicht einfach beim Thema bleiben? Es ist nun einmal eine Tatsache, dass seine Werke aus Genialität entspringen [die dem Wahnsinn - Größenwahnsinn sehr nah sind oder gar den Punkt treffen]. Oftmals kommen dann Stimmen, die von ihren subjektiven Vorlieben diese Aussage so nicht einfach annehmen können. Ich bin kein Jackson-Fan, aber dennoch kann ich doch sagen, dass seine Werke genial waren, auch wenn sie mir persönlich nicht gefallen.

Menschen sind meist sehr subjektiv in ihren Urteilen und dann einfach nicht mehr fähig sachlich über eine Sache zu sprechen und sich nur der Materie selbst zu widmen ohne das ganze Drumherum zu betrachten und mit einzubringen. In anderen Gesprächen zum gleichen Thema scheint es angebracht zu sein, aber nicht wenn man über die Materie selbst diskutieren oder sprechen möchte. Da hat dieses ganze Drumherum einfach nichts zu suchen, aber mach das mal den Leuten klar.

Es gab mal ein Mädchen, das mich fragte, wie ich ihre neue Hose denn fände. Ich habe ehrlich und in freundlichem Ton einfach gesagt, dass sie mir nicht gefällt und sie war gleich gekränkt und fühlte sich in ihrer Persönlichkeit verletzt, obwohl diese Aussage so überhaupt nichts mit ihrer Persönlichkeit zu tun hatte. Sie hatte sonst immer einen sehr guten Geschmack und sie wusste, dass ich das auch so sehe, daher hatte sie auch keinen Grund anzunehmen, dass ich ihren Geschmack - der ja zu ihrer Person gehört - nicht gut finde und somit ihre Person. Wenngleich auch das absolut irrational ist, denn nur weil ich mit jemanden den Geschmack nicht teile, heißt das nicht, dass ich ihn deswegen weniger mag.

Ebenso die Aussage: "Ich fand nicht gut, was Du gerade getan oder gesagt hast". Warum reagieren manche Menschen dann so, als hätte ich gesagt: "Ich finde Dich nicht gut." Was hat die Kritik an einer Sache mit der Person selbst in ihrem Sein zu tun? Nichts. Und dennoch begreifen das in diesen Situationen die wenigsten.

Mir fiel in vielen Gespräche auf, dass Männer das alles besser beherrschen als Frauen. Und dass Frauen eher diejenigen sind, die alles persönlich nehmen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich lieber mit Männern diskutiere, als mit manch einer Frau, weil ich dann wenigstens nicht um den Punkt kreise und direkt den Punkt treffen kann und dann objektiv weiter diskutieren kann.

Es ist schon eigenartig und eigentlich auch sehr schade, dass es so oft so ist, dass jemand nicht einfach objektiv bleiben kann. Ich schließe mich sicherlich nicht aus, im Gegenteil und dennoch glaube ich sagen zu können, dass ich oftmals objektiver handle, als manch andere Person in meinem Bekanntenkreis oder unter den Leuten, die ich im Laufe meines bisherigen Lebens kennenlernen durfte oder auch mal musste.

» nach oben «

~ Folgt ein Beitrag, den ich in einem Forum über Kritik geschrieben habe ~

Konstruktive Kritik kann niemals negativ sein. Es ist immer eine Hilfe und als solche zu verstehen. Die meisten Leute haben nie gelernt, wie man mit Kritik umgeht und viele nehmen es einfach persönlich, was man einfach trennen müsste und muss.

Kritik nehmen/ annehmen/ bekommen
Bekommt man konstruktive Kritiken, nimmt man diese und denkt darüber nach. Man wägt ab und überlegt sich, was man hilfreiches aus diesen Kritiken ziehen kann und was man nicht mit sich vereinbaren möchte. Krtitik heißt nicht, dass man schlecht ist. Kritik heißt, dass einem objektive wie subjektive Dinge gesagt werden, die man in den Augen des Betrachters vielleicht verbessern könnte.

Falsch ist, sich zu rechtfertigen. Und zwei mal, wenn man es tut, ohne vorher abgewogen zu haben, ob diese Kritik aus dem Sichtwinkel des Verfassers nicht doch zutrifft. Man muss natürlich nicht der selben Meinung sein, aber um das herauszufinden, muss man sich das Objekt aus den Augen des Kritikers betrachten, dann kann man auch verstehen lernen, wie jemand anderes empfindet und denkt, ohne dass man sich dieser Meinung angleicht.

Erst danach kann man dann sage: okay, hier hast Du auch in meinen Augen recht. Da stimme ich Dir zu oder man sagte zu einem anderen Punkt: Nun, ich glaube, ich kann verstehen, was Du meinst, allerdings hatte ich andere Beweggründe oder ich habe hier nicht die selbe Meinung, aber dennoch vielen Dank für die Kritik
Das ist alles gar nicht schwer, man muss es sich nur bewusst machen.

Wichtig ist übrigens auch, dass man Kritiken eben niemals persönlich nehmen sollte. Es ist immer Kritik an der Sache, niemals an der Person. Wenn ich sage, dass mir Deine Farbwahl oder Dein Schreibstil nicht gefällt [aus subjektiver Empfindung heraus], dann meine ich nicht, dass Du mir nicht gefällst. Und wenn ich sage, dass ich Dein Werk einfach Spitzenklasse finde, heißt das noch lange nicht, dass ich Dich auch Spitzenklasse finden. Persönliche Meinungen über den Menschen, der hinter dem Werk steht, müssen IMMER außen vorgelassen werden.

Kritik geben
Da ich ja ein Rollenspielforum leite und unsere User sich mit ihrem Charakterbogen bewerben müssen - und *lufthol* wir mehr oder minder sehr, sehr harte Regelsätze haben, an die sich gehalten werden muss und die nicht verbogen werden, ist es wichtig Kritik richtig geben zu können. Ebenfalls bei meiner Awardvergabe habe ich sehr schnell gelernt, wie der beste Weg ist.

Man trifft immer wieder auf Leute, die absolut nicht kritikfähig sind und dies auch lautstark und oftmals sehr aggressiv [aus der "Beleidigung" heraus] rechtfertigen und äußern, teils auch beschimpfen. Alles schon vorgekommen. Aber wenn die Kritik, die gegeben wurde, konstruktiv und freundlich war, dann hat der Kritiker sich nichts vorzuwerfen und sollte dann auf seinen Gegenüber einfach verzichten und diese Situation nicht an sich ran lassen. Damit muss man rechnen, aber bitte.. wenn jemand nach Kritik fragt, dann ist das für mich auch die Erlaubnis Kritik zu geben.

Kritik sollte man versuchen objektiv zu geben. Das geht natürlich je nach Thema selten bis gar nicht, aber da tut man sich dann auch keinen Abbruch. Es ist wichtig, Kritik immer freundlich zu geben und zu erklären, warum man etwas so und so sieht. Wenn man einräumt, dass es die eigene Meinung ist, dann ist das sicherlich kein Nachteil, weil man dem anderen einräumt auch einfach eine andere zu haben. Viele Kritiker geben einem aber das Gefühl, dass nur ihre Meinung die richtige ist und dass das nicht gut ankommt, dürften wir alle nachvollziehen können.

Des weiteren ist es IMMER ratsam eine [erste] eher negative Kritik auch mit einer positiven zu kombinieren, denn wenn man zeigt, dass man nicht nur eine Schadensauflistung macht, dann kann die Kritik vom Gegenüber auch viel besser angenommen werden. Denn es ist richtig, dass man einfach nicht nur die Diskrepanzen hören mag, sondern auch ein Lob genießen möchte, das ehrlich ist. Beides in der Kombination ist wichtig. Ich benutze hier die Begriffe "negativ" und "positiv" übrigens zur einfacheren Verdeutlichung. Wie oben schon erwähnt, kann eine konstruktive Kritik gleich welcher Art, nie negativ sein.

In diesem Sinne,
aBraXaS

» nach oben «

 

© Dragonfly-Webdesign 2005
 

Bluecounter Website Statistics Bluecounter Website Statistics