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[- Kakadu & Kakasie -]

 

Ich hab bei IKEA meine Ausbildung gemacht. Dort wird der Vorname gesagt und geduzt, natürlich nicht bei den Kunden, aber untereinander. Ob nun AZUBI, Ausbilder, Abteilungsleiter [Teamleiter] oder Möbelhauschef - hier duzt jeder jeden.

Zu Anfangs dürfte das für manche von uns recht gewöhnungsbedürftig sein und einige werden sogar sagen, dass sie das überhaupt nicht akzeptieren können, doch für mich war es von jeher einfach gut. Ich habe es als gut empfunden und ich denke noch heute, dass es eine gute Sache ist.

Es ist einfacher, dem Chef auch mal Kritik entgegen zu bringen und man nimmt Kritiken auch viel einfacher an, wenn sie in einem freundlichen fast freundschaftlichen Umgang ausgetauscht werden.

Kakadu & Kakasie

Es wird vielleicht einige Stimmen geben, die verlautbaren, dass man das dann nicht mehr ernst nimmt und dass der Respekt untergeht oder dass man nicht mehr die Grenzen sieht, aber dem stimme ich in keinem Punkt überein, im Gegenteil.

Ich hatte wahrscheinlich sogar noch um einiges mehr Respekt vor meinen Vorgesetzten. Einfach auch, weil sie sich nicht höher stellten, als ich, sondern auf meiner Ebene kommunizierten und weil ich mich auch ernstgenommen fühlte in anderen Dingen, so war es einfacher, Kritiken auch gut annehmen zu können. Es gibt viel Chefs in anderen Unternehmen, die glauben, dass sie ihre Position ausnutzen müssen und von allem und jedem Respekt zu verlangen haben, ohne zu merken, dass dabei der Respekt bis auf den Nullpunkt sinkt. Auch wird leider sehr oft angenommen, dass Kritik barsch und laut vorgetragen werden muss, damit sie ankommt, doch dem ist bei Weitem nicht so, eher wird sich dagegen gelehnt.

Man beugt durch das Du vielem vor und vor allem bekommt man Gehör bei seinen Mitarbeitern und durch dieses Gefühl des Vertrauens, ist die Kritik, die man dann auch mal bekommen könnte, effektiver, denn der Mitarbeiter versteht schneller, was falsch gelaufen ist und es ist wichtig, eine Regel oder Kritik zu verstehen. Wer sich dieser nur fügt, ohne sie zu begreifen, wird Unmut bei seinen Mitarbeitern auslösen, und was brächte das für einen Vorteil? Miesgelaunte Mitarbeiter, die einem in den Hintern kriechen und weder ehrlich noch offen zu einem sind. Mancheiner mag darauf verzichten können, ich kann und ich möchte es nicht.

Das Du ist einfach angenehm und es ist bei weitem nicht so, dass es Respekt nimmt, sondern es gibt Respekt. In vielen Sprachen auf der Welt, gibt es das Sie nicht. Im Englischen beispielsweise, aber auch gerade im skandinavischen Raum. Daher wurde es unter anderem auch bei IKEA weltweit so gehandhabt, denn die Schweden duzen sich und so soll es in der Firmenphilosophie auch übernommen werden, aber auch, weil eine Art "Familienverhältnis" von einem Mitarbeiter zum anderen bei IKEA bestehen soll. Es gab schon oft Stimmen, die von Sekte sprach, aber das sind dann diejenigen unter uns, die das einfach nicht nachvollziehen und begreifen können. Schenken wir ihnen einfach keine Beachtung, denn daran ist überhaupt nichts real und ich spreche aus dreijähriger Erfahrung.

Aber kommen wir von IKEA weg und wenden uns komplett dem Duzen und Siezen zu. Es ist nun einmal in Deutschland so, dass man fremde Personen und vor allem ältere siezt. Ich füge mich dem und es macht nur selten Mühe, denn ich wurde so erzogen, doch wäre es mir lieber, einen wärmeren Umgang mit meinen Mitmenschen haben zu können. Das Internet ist da einfach fortschrittlicher, weil hier der allgemein übliche Umgangston nun einmal das Duzen ist. Wer siezt hat hier einfach was verpasst, aber man sollte das nicht als schlecht ankreiden. Unsere Gesellschaft ist es nun einmal gewohnt und man glaubt allgemeinhin immer noch, dass man mit einem Du keinen Respekt zollt. Nun gut, wollen wir es so stehen lassen. Meine Meinung und meine Erfahrung zum Duzen. Nur noch ein kleiner Abschnitt über die Vorteile des Siezens.

Das Siezen hat mir ab und an aber auch einen Vorteil gebracht, vor allem bei Menschen, die das Sie aus engstirnigen und konservativen Gründen gebrauchen. Bei diesen Menschen war es mir generell lieber, Sie Ar***lo** sagen zu dürfen als Du Ar***lo**, denn so konnte ich leicht ausdrücken, dass ich keinerlei Achtung davor habe, wenn sich jemand, der "über mir steht", nicht auch respektabel verhält.

Hier geht es weder um das Sie noch um das Du. Hier geht es ganz einfach darum, ob ein Mensch, der Respekt verlangt oder dessen Position Respekt verlangt, auch Respekt durch sein Verhalten und seine Taten verdient hat. Ich gehe hier weder nach dem Stand noch nach dem Äußerem, nicht nach dem Alter und auch nach sonst einige äußerlichen Kriterium, sondern ganz allein danach, ob dieser Mensch fair ist und seine Sache einfach beherrscht und gut macht. Wer keine Achtung vor anderen hat und wer keinen Respekt dem Mitarbeiter gegenüber aufbringen kann, hat in meinen Augen auch selbst keinen Respekt verdient. Nicht der Status macht eine Führungspersönlichkeit aus, sondern ganz schlicht und ergreifen, die Ausübung seiner Tätigkeit oder sein Verhalten gegen über anderen.

Es gab allerdings auch Situationen, in denen ich mir gewünscht hätte, dass nicht das Du angeboten wurde, sondern es beim Sie blieb. Denn ich hatte eine andere Arbeitsstelle, in der die Chefin duzte und geduzt werden durfte, weil sie glaubte, das alles so lockerer zu machen und dennoch hat sie sich aufgeführt wie eine Furie. Hier hätte ich mir gewünscht, dass das Sie vorherrschte, vor allem, weil sie glaubte, durch das Du in die Privatsphäre ihrer Mitarbeiter eindringen zu dürfen. Es ist schon eine Schande, dass ein Mensch glaubt, durch seine Position Rechte herausnehmen zu können, die er niemals auch nur antasten dürfte. Das war allerdings sicherlich ein Einzelfall, daher lass ich es hier auch mal einfach so stehen und es ist jedem selbst überlassen, was er dazu denkt.

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